Bill Mockridge und Margie Kinsky begeistern im PZ der Gesamtschule Kierspe

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Blickten zurück auf 36 gemeinsame Jahre – und voraus auf die gemeinsame Zukunft: Bill Mockridge und Margie Kinsky.

Kierspe - Mit Humor lässt sich was drehen im zuweilen schwierigen Verhältnis zwischen Frauen und Männern. Diese Botschaft bekräftigten die Kabarettisten Margie Kinsky und Bill Mockridge am Freitagabend in der Gesamtschule.

„Jetzt haben wir zwei Stunden übereinander gelacht“, stellte Margie Kinsky am Ende eines intensiven Durchmarschs durch alle möglichen Kapriolen ehelicher Zweisamkeit fest. Und sie empfahl diese Erfahrung als Modell für ein vergnügliches und gelingendes Eheleben. 

36 Jahre plus Nahtzugabe haben es die beiden Kabarettisten und Schauspieler miteinander ausgehalten. Das verlieh ihrer Empfehlung eine gewisse Plausibilität. Was eheliches Standvermögen anging, waren die beiden an ihrem Abend in Kierspe nicht allein: Unter Mithilfe des eigens eingeschalteten Saallichts inspizierten sie zu Beginn das Publikum und freuten sich über eine kleine Rekordjagd unter anwesenden Paaren, die bei 37 Ehejahren begann und mit „43 Jahren und zwei Tagen“ fortgeführt wurde. 

Das Siegerpaar Marianne und Klaus hatte schließlich stolze 55 Jahre miteinander gestaltet und sich von einem ehelichen Kabarett-Programm mit dem Titel „Hurra, wir lieben noch!“ ins Pädagogische Zentrum locken lassen. 

Was Margie und Bill an diesem Abend mit enormem Schwung aufspießten, war offenkundig realitätsgesättigt – nicht nur im Hinblick auf die beiden Bühnenarbeiter, sondern auch auf ihr Publikum: „Viele Leute sagen: Habt ihr das bei uns abgeschrieben?“, unterstrich Bill den Eindruck, dass der zuweilen urkomische Erfahrungsbericht der beiden seinen Ursprung im wirklichen Leben wirklicher Menschen hatte.

Über die Eckdaten ihres persönlichen Ausschnitts aus dem großen Lebenskuchen informierten die beiden quasi nebenbei: Der in Toronto aufgewachsene Bill Mockridge gründete in den 1980er-Jahren das Improvisationstheater „Springmaus“ und begleitete 25 Jahre lang Mutter Beimer aus der Lindenstraße bis ins Bett. „Sei doch froh, dass du bei der Lindenstraße so elegant verreckt bist!“, ätzte Margie über das plötzliche tödliche Ende dieses rühmlichen und offenbar unermüdlichen Dauereinsatzes ihres Mannes. 

Wegen seiner Herkunft aus einer kanadischen Metropole nannte sie ihn hartnäckig „Holzfäller“. „Puddingqueen“ Margie wurde in Rom geboren – als Tochter eines Italieners und einer aus böhmischem Geschlecht stammenden Mutter. Ein wunderbarer Wutausbruch mit allen Schimpfwörtern, die den Italienern unheilig sind, ließ ihr kultiviertes Temperament aufblitzen. 

Der Gegensatz zum eher phlegmatischen, aber dennoch gewitzten Holzfäller aus Kanada war damit gesetzt. Und Beziehungen lassen die Beteiligten ja nicht ganz unverändert: „Ich lebte damals 35 Jahre mit mir und glaubte mich einigermaßen zu kennen“, seufzte Bill. Margie lernte er bei den Springmäusen kennen. Denn sie kam nach dem Abitur zum Studium aus Italien nach Bonn. 

Der Studienaufenthalt verwandelte sich durch die Begegnung mit Bill in einen lebenslänglichen Lebensmittelpunkt in der ehemaligen Bundeshauptstadt. Dass Margies Liebesprojekt mit Bill Mockridge sechs Knaben hervorbrachte, ließ nicht nur die daran Beteiligten schmunzeln: „Ganz Bonn weiß, dass wir sechs Söhne haben.“ Und nicht nur ganz Bonn: 2015 startete der WDR die Comedy-Serie „Die Mockridges – eine Knallerfamilie“. 

Der temperamentvolle Abend in Kierspe vermittelte eine Ahnung davon, was da aus dem Familienleben alles ausgekramt wurde. Im PZ spannten die beiden einen vergnüglichen Bogen von der Geburt des ersten Sohnes bis zum Trost einer lebensklugen Rheinländerin nach der Geburt des sechsten Knaben: „Wunderbar! Wenn du tot gehst, hast du sechs Träger!“

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