Für die Schulen bleiben Unsicherheiten

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An der Gesamtschule Kierspe (Foto), am Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen und an der Sekundarschule Meinerzhagen startet der Unterricht am Donnerstag, 23. April, wieder

Kierspe/Meinerzhagen – Der Ministerpräsident hat die Entscheidung getroffen, dass die weiterführenden Schulen die Schüler, die in Kürze ihren Abschluss nach Klasse 10 machen oder ihr Abitur ablegen, ab der kommenden Woche wieder in den Schulen unterrichtet werden.

Allerdings gibt es bislang noch keine Ausführungsbestimmungen für die Schulen. Und so bleibt viel Unsicherheit und der Blick auf Gefahren, die von dieser Entscheidung ausgehen.

Hatte es in einer ersten Erklärung von Ministerpräsident Armin Laschet noch so geklungen, als beginne der Unterricht für die Schüler des zehnten Jahrgangs und die Abiturienten bereits am Montag, ist jetzt schon klar, dass der Unterricht erst am Donnerstag startet. „Wir sollen die Tage zwischen Montag und Mittwoch nutzen, um uns auf die Situation vorzubereiten“, sagt Johannes Heintges, Leiter der Kiersper Gesamtschule (GSK). Wie genau diese Vorbereitungen aussehen werden und wie dann der Unterricht gestaltet wird, soll eine Mail des zuständigen Landesministeriums klären, die aber gestern Mittag noch nicht vorlag.

Kein Unterricht nach Plan

„Vor den Ferien gab es eine Mail des Ministeriums, dass es, wenn der Unterricht für die Abiturienten startet, keinen Unterricht nach Plan geben soll, sondern schulische Angebote. Das bleibt nun auch so und wird auch auf die Schüler des zehnten Jahrgangs ausgedehnt. Auch sollen die Schüler selbst entscheiden, ob sie an diesen Angeboten teilnehmen oder lieber zuhause bleiben – und dann nur zur Prüfung in die Schule kommen“, so Heintges. Doch bereits jetzt sieht der Kiersper Schulleiter zahlreiche Probleme, die gelöst werden müssen, bevor der Unterricht wieder starten kann. So ergibt sich an den Gesamtschulen eine besondere Situation, da diese sowohl Schüler haben, die vor dem Abitur stehen, als auch solche, die nach Klasse 10 einen Abschluss machen – insgesamt betrifft das an der GSK rund 250 Schüler. Heintges: „Wenn wir mit allen starten und die Lehrer dazu zählen, haben wir ab Donnerstag rund 350 Menschen im Gebäude. Zusätzlich zu denen, die sich dann noch in der Notbetreuung befinden.“

Unterschiedlicher Wissenstand

Bis Donnerstagmittag sah es auch noch so aus, als müssten Zehner und Abiturienten ihre Abschlussprüfungen an den gleichen Tagen schreiben. Dann wären etwa am 12. Mai nicht nur die 150 Schüler des Jahrgangs 10 in der Gesamtschule gewesen, sondern auch rund 50 Schüler, die ihre Abiturprüfungen im Grund- und Leistungskurs Biologie ablegen müssten. „Das wird aber jetzt zum Glück anders. Die Prüfungen für die Schüler des zehnten Jahrgangs sollen von den Lehrern, die die Schüler unterrichtet haben, konzipiert werden. Vor allem, damit der unterschiedliche Wissensstand berücksichtigt wird. Dadurch ist es aber auch möglich, die Prüfungen so zu schreiben, dass diese nicht mit den Abiturprüfungen zusammenfallen“, sagt Heintges und nennt als Beispiel unter anderem das Sekretariat.

„Als die Entscheidung des Bundes am Mittwoch bekannt gegeben wurde, dass die Schulen am 4. Mai wieder starten, habe ich mich gefreut, weil uns das rund zwei Wochen Vorbereitungszeit verschafft hätte. Durch die Entscheidung der Landesregierung, den Unterricht in NRW früher zu starten, fällt diese Zeit für uns nun sehr kurz aus“, erklärt der Schulleiter. Problematisch sieht er das auch im Hinblick auf die Umsetzung von Schutzmaßnahmen. Heintges: „Da können der Busverkehr und auch die Pausen beziehungsweise die Begegnungen auf den Gängen sicher zu einem Problem werden.“

Er hat sich deshalb auch schon vorsorglich an den Schulträger gewandt und nach Schutzmasken und Desinfektionsmitteln gefragt, aber wenn es diese nicht gebe, könnten sie auch nicht bereitgestellt werden.

Nicht unerwähnt wollte Heintges auch die Problematik der Risikogruppen lassen: „Wir haben etliche Kollegen mit Vorerkrankungen oder einem Lebensalter jenseits der 60. Bei den jüngeren Kollegen stellt sich in vielen Fällen die Frage der Kinderbetreuung.“ Dieses Thema hat die Landesregierung aber offenbar im Blick. Nach dem Gespräch der Meinerzhagener Zeitung mit Johannes Heintges hat Schulministerin Yvonne Gebauer betont, dass Lehrer, die Risikogruppen angehören, nicht zum Unterricht herangezogen werden – wobei nach Angaben des Ministeriums noch eine genaue Definition erarbeitet werden soll, wer zu dieser Gruppe gehört.

Situation in Meinerzhagen

Bei den Meinerzhagener Schulen ist die Situation grundsätzlich keine andere. Auch dort wartete man gestern auf Ausführungsbestimmungen. So teilte Christiane Dickhut, Leiterin der Sekundarschule, mit, dass man am gestrigen Vormittag erstmals als Kollegium wieder zusammengesessen habe, aber letztlich keinen Plan fassen konnte, wie es nun tatsächlich weitergeht. „Wir müssen abwarten, was der Landtag beschließt. Da werde ich erst am Montag gesicherte Aussagen treffen können. Gerade auch im Hinblick auf die Gestaltung des Unterrichts und die Hygienemaßnahmen“, sagt Dickhut.

Auch Sven Dombrowski, Leiter des Evangelischen Gymnasiums in Meinerzhagen, war mit Aussagen zum Schulstart in der kommenden Woche noch zurückhaltend: „Ich kann keinerlei Informationen geben, da ich auch noch keine Informationen vom Ministerium bekommen habe.“

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