Emde und Batman werden in Frankreich „gehängt“

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Die Bilder der Schüler, die im vergangenen Jahr den Kurs „Darstellen und Gestalten“ besucht haben, nehmen nun an einem Wettbewerb in Frankreich teil.

KIERSPE - Mit ihrer „verfremdeten“ Sicht auf ihre Heimatstadt Kierspe beteiligen sich Schüler des elften Jahrgangs der Gesamtschule Kierspe an einem Wettbewerb der Partnerstadt Montigny. Aber auch sogenannte Stop-Motion-Filme des aktuellen Kurses „Darstellen und Gestalten“ des zehnten Jahrgangs nehmen an dem Wettbewerb teil. Die Werke werden in der kommenden Woche vom Partnerschaftsverein nach Frankreich mitgenommen.

Von Johannes Becker

In einem Konferenzraum des Kiersper Rathauses hängen die hauptamtlichen Bürgermeister und Stadtdirektoren einträchtig nebeneinander. Nur einer fehlt in der langen Reihe – Bürgermeister Frank Emde. Seine Abwesenheit ist seiner noch andauernden Dienstzeit geschuldet. Doch im Rathaus der französischen Partnerstadt wird sein Portrait bald einen Platz haben – wenn auch nur auf Zeit. Denn das Kiersper Stadtoberhaupt ist gemeinsam mit Batman auf einem Bild verewigt, das an der Ausstellung in Frankreich teilnehmen wird.

Die Schüler, die im vergangenen Jahr den Kursus „Darstellen und Gestalten“ bei Ina Spies und Peter Meier belegt hatten, sollten ihre „verfremdete“ Sicht auf die Heimatstadt Kierspe auf Leinwand festhalten. Denn Pop-Art war eines der Themen, mit denen sich die Schüler damals beschäftigten. „Ziel war es eigentlich unsere Pop-Art-Reihe in der Pausenhalle zu vergrößern“, so Meier. Dass die Bilder nun erst einmal auf die Reise nach Frankreich gehen, war eigentlich gar nicht geplant. Da Montigny für Dezember einen Wettbewerb ausgeschrieben hat, an dem sich neben den Einwohnern der französischen Stadt auch Bewohner der Partnerstädte beteiligen können, gehen die Bilder nun erst einmal in den Südwesten.

Doch die mit Acryl gemalten und Klarlack haltbar gemachten Bilder sind nicht die einzigen Kunstwerke aus Kierspe die ihren Weg in die französische Kleinstadt antreten. Denn auch der jetzige Kurs „Darstellen und Gestalten“ hat sich beteiligt. Allerdings nicht mit Bildern, sondern mit sogenannten Stop-Motion-Filmen, die in den vergangenen Wochen entstanden sind. „Normalerweise können die Schüler das Thema bei diesen Filmen frei wählen, doch in diesem Jahr haben wir als Motto „Redewendungen“ und Sprichwörter vorgegeben, um das Thema des Wettbewerbs „Parole du Monde“ in Montigny zu treffen.

Bei Stop-Motion-Filmen handelt es sich ist eine Filmtechnik, bei der eine Illusion von Bewegung erzeugt wird, indem einzelne Bilder von unbewegten Motiven aufgenommen werden. Diese Technik kommt bei Trickfilmen, aber auch als Spezialeffekt bei Realfilmen zum Einsatz. „Dabei können Spielfiguren aus Knetgummi oder Lego genauso zum Einsatz kommen wie Bilder, die auch in Zeichentrickfilmen verwendet werden. Dadurch sind die Schüler sehr frei und nicht an die Kameratechnik gebunden. Zum Schluss werden die Einzelbilder mit speziellen Programmen am Computer zu einem Film zusammengesetzt.

Für die Präsentation im Rathaus in Montigny werden lediglich ein Beamer und eine leere Wand benötigt.

Da ist es mit den Pop-Art-Bildern schon etwas aufwendiger. Diese müssen klassisch gehängt werden. Und so wird es dann auch mit dem Bild von Emde geschehen.

Transportiert werden die Werke und auch die Daten der Filme in der kommenden Woche von Mitgliedern des Partnerschaftsvereins, die mit einer 22-köpfigen Delegation an dem Weihnachtsmarkt in der Partnerstadt teilnehmen, der am Samstag und Sonntag, 30. November und 1. Dezember, stattfindet. Verkauft werden dann von den Kierspern wieder Glühwein, deutsche Weihnachtsplätzchen und der in Frankreich so beliebte „deutsche“ Stollen.

„Dort treffen wir auch auf die Freunde aus unserer Parterstadt Denton, mit denen wir vereinbaren wollen, dass die Bilder der Schüler später auch in England ausgestellt werden“, erklärt Christiane Busch, zweite Vorsitzende des Partnerschaftsvereins.

Später kommen die Werke dann wieder zurück in die Volmestadt, wo sie die anderen Werke dieser Kunstrichtung in der Pausenhalle ergänzen. „Wir hoffen irgendwann genügend Pop-Art-Bilder zu haben, um damit eine ,Bordüre’ rund um die ganze Halle gestalten zu können“, so Meier.

Doch bis dieses Ziel erreicht wird, müssen sich noch etliche Gesamtschüler mit der Kunstrichtung beschäftigen, die sich von dem Alltäglichen, dem Konsum und die Massenmedien beeinflussen lässt und deren bekannteste Künstler sicher Andy Warhol und Roy Lichtenstein waren.

Dann wird auch das Bild mit dem Bürgermeister erneut aufgehängt. Und so wird er als „Sehenswürdigkeit“ Kierspes seinen Platz neben Margaretenkirche, Rauk und dem Kiersper K finden – und auch neben Batman, wobei dessen Bezug zu Kierspe von der Künstlerin wohl noch erklärt werden muss.

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