Bilder beim Restaurator und Gespräche mit Museumsamt

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Hunderte Bücher und Bilder sowie Tausende Exponate aus dem Bakelit-Museum werden derzeit gesichtet.

KIERSPE - Im zehnten Jahr seines Bestehens musste das Bakelitmuseum seine Räume verlassen, weil diese durch das eingesetzte Löschwasser beim Brand des Alten Amtshauses im Oktober des vergangenen Jahres stark geschädigt worden waren. Mit dem Museum verlor auch der Heimatverein sein Domizil. Jetzt blicken die Vereinsmitglieder aber wieder optimistisch in die Zukunft.

„Als wir einen Tag nach dem Brand ins Amtshaus gingen, um den Besitz des Heimatvereins zu bergen, fiel mir als erstes die Broschüre ,Brandschutz im Museum’ in die Hände“, erinnert sich Peter Heins, erster stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins, an die arbeitsreichen Tage im Oktober.

Tagelang hatten die Vereinsmitglieder damals Kisten mit Büchern, Urkunden, Fotos und natürlich den Exponaten aus dem Heimatmuseum gepackt und ins ehemalige Helit-Gebäude an der Kölner Straße gebracht. Weit mehr als 100 massive Kunststoffbehälter waren es am Ende. Dazu kamen noch großformatige Bilder mit Werken von Friedrich-Richard Plate und Günter Lange.

Das schnelle Eingreifen der ehrenamtlichen Helfer hat zwar viele Exponate und Bilder vor einem dauerhaften Schaden bewahrt, doch vieles wurde bereits in der ersten Nacht nach dem Brand, als das Wasser aus dem Obergeschoss durch die Holzbalkendecke nach unten floss, beschädigt.

Wenn auch der größte Teil des Inventars versichert ist, der Schaden ist doch enorm. So wurden unter anderem das Öl-Gemälde mit dem Portrait von Fritz-Linde stark und das Veteranen-Bild leicht beschädigt. Aber auch Ausstellungsstücke wurden zum Teil stark in Mitleidenschaft gezogen – und dort ist es auch schwer, einen Wert zu ermitteln.

In einem Lagerraum, in dem Hunderte aus Bakelit hergestellte Exponate lagerten, hatte das Löschwasser die Kartons aufgeweicht. Dadurch waren die Ausstellungsstücke nach unten und damit mitten in das stark verschmutzte Wasser am Boden gefallen.

„Insgesamt lagerten in dem Museum rund 2000 Artikel aus Bakelit“, erzählt die erste Vorsitzende des Vereins Silvia Baukloh.

Doch die Vereinsmitglieder, von denen sich einige nun wöchentlich treffen, um die Bestände im ehemaligen Helit-Gebäude zu sichten und zu sortieren, sehen durchaus optimistisch in die Zukunft. Baukloh: „Wir sind bereits mit dem Westfälischen Museumsamt in Münster im Gespräch, damit wir unsere Ausstellung nach modernen Gesichtspunkten neu aufbauen können und die ersten Bilder sind in dieser Woche zum Restaurator gegangen“, so Baukloh.

Schon jetzt ist klar, dass eine neue Heizungsanlage in das alte Gebäude kommt – die dann auch ein effizienteres und kostengünstgigeres Heizen ermöglicht.

Da die alten Fußböden aus PVC nicht mehr zu retten sind, hoffen die Vereinsmitglieder, die alten Holzfußböden wieder zu neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Wann genau ein Umzug in das Alte Amtshaus wieder möglich ist, ist noch ungewiss, wobei von diesem Sommer ausgegangen wird. Wenn dann wieder alles an seinem Platz steht, kann auch die Feier zum Zehnjährigen nachgeholt werden. Diese sollte eigentlich imNovember des vergangenen Jahres stattfinden. - Johannes Becker

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