Stadtbibliothek trotzt dem Virus und den Einschränkungen

Bibliothek hat trotz Corona viele Leser

Noch im Dezember war es möglich, dass die Gesamtschule ihren Vorlesewettbewerb in der Stadtbibliothek veranstaltete. Ansonsten blieb aber die Zahl der „Events“ hinter der der Vorjahre deutlich zurück.
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Noch im Dezember war es möglich, dass die Gesamtschule ihren Vorlesewettbewerb in der Stadtbibliothek veranstaltete. Ansonsten blieb aber die Zahl der „Events“ hinter der der Vorjahre deutlich zurück.

Das hätte man sich auch ganz anders vorstellen können: Trotz der Corona-Pandemie sind 2020 die Ausleihzahlen der Stadtbibliothek nicht so stark zurückgeangen wie befürchtet. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 27 452 Ausleihen, das sind zwar rund 1500 weniger als im Jahr davor, aber nur 300 weniger als 2018.

Kierspe - Rechnet man die sogenannte „Onleihe 24“ heraus, wurden im vergangenen Jahr sogar mehr Medien ausgeliehen als 2018. Das verdeutlicht aber auch, dass immer mehr Nutzer der Bibliothek den Online-Service nutzen und Medien am heimischen Computer, Tablet oder Smartphone lesen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, verfügt die Onleihe mittlerweile über einen Bestand von fast 23 000 Titeln mit rund 80 000 Exemplaren.

Besonders beliebt

Bei den Kunden vor Ort standen auch im vergangenen Jahr Kinder und Jugendbücher an erster Stelle. In diesem Bereich gab es 9949 Ausleihen. Platz zwei belegen – wie auch in den Jahren zuvor – die Romane, gefolgt von CDs (4004) und Sachbüchern (1408).

Den deutlichsten Rückgang verzeichnet die Bibliothek bei den Musikkassetten. Wurden 2018 noch 142 MCs ausgeliehen, waren es im vergangenen Jahr gerade noch zehn. Die Ausleihe von MCs wurde darum auch in der Zweigstelle Rönsahl komplett eingestellt. Dafür wurde dort ein Bestand von bislang 90 CDs aufgebaut.

Neuanschaffungen

Natürlich bestimmt nicht nur das Coronavirus das Interesse an der Bibliothek, die Menschen werden vor allem von einem wechselnden und erweiterten Angebot an Medien angelockt. Deshalb wurden auch im vergangenen Jahr rund 11 800 Euro aus dem Etat in Medien, Material und Mitgliedsbeiträge investiert. Weitere 1000 Euro kamen vom Förderverein für diesen Zweck – und in Rönsahl konnte man sich über eine Spende in Höhe von 1000 Euro freuen.

Angeschafft wurden von dem Geld unter anderem 402 Romane, 124 Sachbücher, 505 Kinder- und Jugendbücher, 272 Zeitschriften und 128 CDs.

Auch wenn die Bibliothek ein Zuschussgeschäft ist, so erwirtschaftet sie auch Einnahmen. Durch Leser- und Ausleihgebühren kamen rund 2600 Euro in die Kasse, weitre 1500 Euro kamen durch Mahn- und weitere Gebühren hinzu.

Genutzt wurde die Bibliothek im vergangenen jahr von 534 aktiven Lesern. Um zu diesem Kreis zu gehören, ist es notwendig, mindestens einmal im Jahr den Bibliotheksausweis genutzt zu haben. Am Aktivsten waren dabei die Kinder und Jugendlichen, die mit 303 aktiven Lesern auch die größte Gruppe ausmachen. Besonders erfreulich: im vergangenen Jahr wurden 92 neue Leser gezählt.

Die Onleihe wurde von 111 Online-Nutzern „aufgesucht“, darunter 12 neue Nutzer.

Junge Nutzer

Schaut man sich die Altersstruktur an, unterscheidet sich die Gruppe der Kinder und Jugendlichen noch einmal. So waren 213 der genannten 534 Leser jünger als 12 Jahre. 105 Leser befanden sich im Alter zwischen 13 und 24 Jahren. Doch neben den weiteren Jahrgängen, die sich relativ gleichmäßig verteilen, finden sich durchaus auch betagte Bibliotheksbesucher unter den genannten Lesern. So waren immerhin drei Gäste zwischen 85 und 96 Jahren alt.

Herkunft der Leser

Wie zu vermuten stammen die meisten Leser, nämlich 477, aus Kierspe, 28 kommen aus Meinerzhagen und acht aus Marienheide. Aber auch aus Halver, Lüdenscheid und Wipperfürth finden Leser den Weg in die Bibliotheken in Kierspe oder Rönsahl. Gezählt wurden sogar Besucher aus Ennepetal, Hattingen und Moers.

Ehrenamtliche

Bereits seit Jahren wird das Bibliotheken-Team von Ehrenamtlichen unterstützt. Diese kamen aufgrund eingeschränkter Öffnungszeiten (27. März bis 18. April) und kompletter Schließungen (17. bis 26. März 2020) allerdings deutlich weniger zum Einsatz als geplant. Insgesamt waren fünf ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeiter im Einsatz. In Kierspe waren sechs Ehrenamtliche neun bis elf Stunden pro Woche im Einsatz, in Rönsahl hat eine Mitarbeiterin die Urlaubsvertretung übernommen.

Kaum zum Einsatz kamen die Ehrenamtlichen, die beim Geschichtenspaß und Ferienspielen engagiert sind, da diese Veranstaltungen nur sehr eingeschränkt stattfanden.

Trotz aller Einschränkungen und Vorschriften, die sich aus den Schutzmaßnahmen ergaben, fanden aber auch Führungen, Lesungen Ausstellungen statt. So gab es vier Klassen- und Kindergartengruppenführungen, vier Ausstellungen von heimischen Hobbykünstlern und sogar wieder einen Sommerleseklub. Im Oktober las die heimische Autorin Ursula Schröder und im Dezember war gar noch der Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen der Gesamtschule möglich.

Sonntagsöffnung

Für dieses Jahr plant das Bibliotheken-Team Sonntagsveranstaltungen, da diese derzeit stark unter Fachleuten diskutiert würden und der Landtag die Sonntagsöffnung im Bibliothekenstärkungsgesetz beschlossen habe. Insgesamt sind sechs dieser Veranstaltungen – in Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum vorgesehen. Allerdings, darauf weist Christa Meißner von der Stadtbibliothek hin, sind diese nur möglich, wenn das Land diese Sonderöffnungen fördert – ein entsprechender Antrag sei bei der Bezirksregierung gestellt worden.

Ausschuss

Der Jahresbericht der Stadtbibliothek wird auch Thema im Ausschuss für Schule, Kultur und Tourismus sein. Die Mitglieder dieses Ausschusses kommen am Mittwoch, 25. August, ab 17 Uhr im Pädagogischen Zentrum in Kierspe zusammen. Besucher müssen sich aufgrund des knappen Platzangebots durch die Corona-Pandemie zuvor anmelden. Möglich ist das unter der Rufnummer 02359/661177. Es besteht die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske – auch am Sitzplatz.

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