Der Bewohner soll im Mittelpunkt stehen

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Zahlreiche Gäste waren der Einladung zur offiziellen Eröffnung der Seniorenresidenz Kierspe gefolgt. ▪

KIERSPE ▪ Offiziell eröffnet wurde am Mittwoch im Anschluss an einen Tag der offenen Tür die Seniorenresidenz Kierspe. Von allen Rednern wurde dabei auf den demografischen Wandel und die daraus resultierende Notwendigkeit von Betreuungsplätzen hingewiesen.

Passend zum vorhergegangenen Lied, das der Tenor Cud Kegel aus Hagen vorgetragen hatte, bat Dr. Lutz-Peter Lührmann den Oberwildschütz von Kierspe Frank Emde ans Mikrofon. Der Bürgermeister, der dieser Einladung lächelnd folgte, bezeichnete die neue Seniorenresidenz als eine Bereicherung für Kierspe: „Diese Einrichtung trägt dazu bei, dass das soziale Netz der Betreuung enger wird.“ Dabei erweise sich die Nähe zur Awo sicher als gut, könnten doch auf diese Art und Weise Synergien geschaffen werden, die den älteren Menschen zugute kämen. „Es gibt immer mehr Ältere, gleichzeitig verändern sich die Familienstrukturen. Die Großfamilie, die früher die Betreuung übernahm, fällt weg. Deshalb ist eine professionelle Hilfe notwendig“, so Emde, der auch seiner Freude darüber Ausdruck verlieh, dass von Seiten der Residenz angekündigt wurde, in Zukunft auch Pflegekräfte auszubilden, um so einem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken.

Lange hatte es so ausgesehen, als würde sich kein geeigneter Platz für das neue Seniorenzentrum in Kierspe finden. Ein Umstand, auf den auch der Planer Peter Hemicker bei seinem Grußwort hinwies. Insgesamt habe man für einen Neubau an sechs potenziellen Standorten geplant, bevor schließlich die Entscheidung für den Standort Östlich Rathaus gefallen sei. Der Kiersper Architekt nutzte seine Redezeit aber auch, um sich bei seinem Auftraggeber zu bedanken, ohne dessen sachkundigen Rat das Gebäude nie entstanden sei. Ein weiteres Grußwort kam von der Leiterin der Seniorenresidenz, die Lührmann in Wetter betreibt. Regine Kleinfengels betonte die gute Lage, die Betreiber, Stadt und Architekt für das neue Zentrum gefunden hätten – „stadtnah und doch ruhig.“

So war es an dem Betreiber und Bauherren Lutz-Peter Lührmann, als letzter Redner das Mikrofon zu ergreifen, um seine Beweggründe für den Bau der Seniorenresidenz zu erläutern. Natürlich betonte auch er dabei den starken Zuwachs an Älteren, schränkte aber auch ein, dass ein Seniorenheim nur ein Mosaiksteinchen in einem Gesamtkonzept sei. „So sehen wir Angebote zum seniorengerechten Wohnen, die ambulante Pflege und die Tagespflege als weitere Eckpfeiler der Versorgung und nicht als Konkurrenz“, betonte Lührmann, der aber auch auf die menschliche Seite der Betreuung einging: „Die Einsamkeit ist ein großes Problem für die älteren Menschen. Eine Pflegeeinrichtung kann diese Einsamkeit beenden, da sie die Chance für neue Kontakte bietet.“

Mit Blick auf andere Betreiber sagte Lührmann abschließend: „Bei großen Anbietern steht der Mitarbeiter im Mittelpunkt. Bei uns soll es der Bewohner sein. Dass wir den Mitarbeiter dabei mitnehmen, ist selbstverständlich.“ Auch betonte der Redner, dass er keine Angst vor einer Unterbelegung habe: „Wer gute Arbeit leistet, hat auch kein Belegungsproblem.“ ▪ Johannes Becker

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