Bewohner müssen ins Impfzentrum oder auf unbestimmte Zeit abwarten

Wer impft die Neuen im Heim?

Nach den Impfterminen in den Seniorenheimen wird es bis auf Weiteres keine weiteren geben. Bewohner, die nun ins Heim ziehen, sind auf eine Fahrt ins Impfzentrum angewiesen oder müssen warten, bis es einen Impfstoff gibt, der ihnen vom Hausarzt gespritzt werden kann.
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Nach den Impfterminen in den Seniorenheimen wird es bis auf Weiteres keine weiteren geben. Bewohner, die nun ins Heim ziehen, sind auf eine Fahrt ins Impfzentrum angewiesen oder müssen warten, bis es einen Impfstoff gibt, der ihnen vom Hausarzt gespritzt werden kann.

Die Bewohner und Mitarbeiter von Seniorenzentren waren die ersten, die eine Impfung erhielten. Doch wie geht es in den Einrichtungen weiter, wenn Menschen dort einziehen, die noch nicht geimpft wurden?

Kierspe - „Das ist noch offen“, ist die wortgleiche Antwort von Michaela Nevis und Michael Borchert. Er habe genau zu diesem Thema beim Impfzentrum nachgefragt, sagt Borchert, der das Awo-Seniorenzentrum in Kierspe leitet. „Meine Idee war, dass bei dem zweiten Impftermin die neuen Bewohner und auch Mitarbeiter, die sich dann doch noch für eine Impfung entschieden haben, zum ersten Mal geimpft werden können“, sagt Borchert. Doch dieser Wunsch sei abgelehnt worden, da dann das mobile Impfteam noch einmal für die neuen Bewohner kommen müsse, um diesen die zweite Impfung zu verabreichen. Der Aufwand sei zu groß, habe man ihm gesagt, schildert Borchert.

„Natürlich können die Bewohner einen Termin im Impfzentrum vereinbaren und sich dort impfen lassen. Das wird aber problematisch, weil die meisten Menschen, die bei uns wohnen, nicht so mobil sind, dass sie mit dem Bus nach Lüdenscheid fahren können. Transporte werden von der Kasse aber nur bezahlt, wenn die Menschen in Pflegeklasse vier sind oder einen hohen Schwerbehinderungsgrad im Ausweis eingetragen haben“, so Borchert weiter. Bei den Mitarbeitern sehe das anders aus, diese könnten eine Bescheinigung bekommen, mit der sie sich dann im Zentrum in Lüdenscheid impfen lassen könnten.

Wenn die Bewohner aus einem Krankenhaus kommen, wird der Test vor der Verlegung dort gemacht, ansonsten bei der Aufnahme im Heim.

Hendrik Klein, Kreispressesprecher

So sieht das auch Henrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises: „Wegen einer Impfung kommt der Arzt nicht ins Haus. Wenn die Bewohner mobil sind, können sie einen Termin im Impfzentrum vereinbaren und dort vorbeikommen. Ansonsten müssen diese Menschen warten, bis auch die Hausärzte impfen dürfen.“

Deshalb gelte auch weiter die Testpflicht in den Heimen. „Wenn die Bewohner aus einem Krankenhaus kommen, wird der Test vor der Verlegung dort gemacht, ansonsten bei der Aufnahme im Heim“, erklärt Klein.

So bestätigt das auch Borchert: „Nach einem Test gibt es dann erst einmal eine sechstägige Quarantäne, aus der die Bewohner dann mit einem negativen Schnelltest entlassen werden können. Aber die Neuen werden ja auch dadurch geschützt, dass der größte Teil der Bewohner und Mitarbeiter geimpft ist und dadurch eine Art Herdenimmunität im Heim besteht.“

Natürlich können die Bewohner einen Termin im Impfzentrum vereinbaren und sich dort impfen lassen. Das wird aber problematisch, weil die meisten Menschen, die bei uns wohnen nicht so mobil sind, dass sie mit dem Bus nach Lüdenscheid fahren können.

Michael Borchert, Awo-Seniorenzentrum

Ähnlich äußert sich auch Michaela Nevis, die die Seniorenresidenz in Kierspe leitet: „Für uns ist das ein Problem, zumindest so lange, bis es einen Impfstoff gibt, mit dem auch die Hausärzte impfen können. Mit Astrazeneca dürfen ja derzeit nur Jüngere geimpft werden, da wird es wohl noch eine Zeit dauern, bis die Hausärzte etwas verabreichen können.“

Das Problem stelle sich aber nicht nur bei den Bewohnern, die dauerhaft in den Einrichtungen leben würden, sondern auch bei den Menschen, die für eine Kurzzeitpflege ins Heim kämen. Nevis: „Die Bewohner in Kurzzeitpflege wurden auch dann nicht in der Einrichtung geimpft, wenn sie sich dort zum Zeitpunkt der Impfung befanden, weil sie ja nicht mehr Haus waren, als die zweite Impfung verabreicht wurde.“

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