Bewerbungsflut an der GSK: 302 Lehrer für sechs Stellen

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Johannes Heintges, Astrid Hettesheimer und Bernd Weber sprachen bei dem Vorstellungsmarathon mit zig Bewerbern.

KIERSPE - Um den Andrang zu bewältigen, wurden gleich zwei Auswahlkommissionen eingerichtet. Sonst wäre die Arbeit an zwei Tagen nicht zu schaffen gewesen. Die Gesamtschule sah sich jetzt mit einer wahren Bewerbungsflut konfrontiert. 302 junge Lehrer meldeten sich auf die Auschreibung von sechs Stellen.

Von Rolf Haase

Eingeladen zu dem Vorstellungsmarathon wurden dann 120. Jeder hatte etwa 15 bis 20 Minuten, um sich zu präsentieren und die an ihn gerichteten Fragen zu beantworten.

Die Gefahr, am Ende den Überblick zu verlieren angesichts der großen Zahl, bestand nur theoretisch, denn praktisch wurde zum einen genau Protokoll geführt und zum anderen gehörte zu jedem Bewerber ja noch eine Bewerbungsmappe mit Passbild, so dass die Zuordnung relativ leicht fiel, beschreibt Astrid Hettesheimer, die als Ansprechpartnerin für Gleichstellung einer Auswahlkommission angehörte.

Schulleiter Johannes Heintges leitete die Kommission für die Sekundarstufe II, die in seinem Büro tagte. Dazu gehörten außerdem als Elternvertreter Ulrich Winterhoff, der dafür sogar seinen eigenen Geburtstag opferte, als Lehrervertreter Anke Meiertoberens, zudem Astrid Hettesheimer und vom Personalrat bei der Bezirksregierung Kathrin van Hoften. Die Kommission hatte 76 Bewerber eingeladen und tagte zwei Tage.

Die zweite Kommission für die Sekundarstufe I lud von den 64 Bewerbern 44 ein und hatte einen Tag zu tun. Die Leitung im Raum 160 im Turm B hatte der stellvertretende Schulleiter Stefan Müller. Sonst gehörten dazu als Schulkonferenzmitglied der Schülervertreter Jonas Kussek, vom Kollegium Mareike Baumgarten, die stellvertretende Ansprechpartnerin für Gleichstellung Astrid Kahlke und vom Lehrerrat dessen Vorsitzender Bernd Weber.

Mit dem Ziel möglichst hoher Flexibilität und qualitativ guter und kompetenter Bewerbungen hatte die Schulleitung sich für die Ausschreibung der Stellen mit jeweils einem Mangelfach und dazu einem beliebigen anstelle einer bestimmten Fächerkombination wie beispielsweise Mathematik und Physik entschieden. „Wir wurden von der Bezirksregierung gewarnt, dass es viele Bewerber geben könnte“, erinnert sich Johannes Heintges. Dass das Interesse an der Gesamtschule aber so riesig würde, damit hatte niemand gerechnet.

Stressig wurde es gleich von Anfang an: „Wir bekamen freitags die Nachricht, dass wir sechs Stellen besetzen dürften, und dienstags mussten schon alle Ausschreibungen im Netz stehen“, schildert Heintges. Er empfand das Arbeitspensum für die Auswahlkommissionen als konditionelle Herausforderung, zumal den Teams vom Morgen an bis zum Abend volle geistige Präsenz abverlangt wurde. „Wir haben bis 22.30 Uhr getagt, dann stand die Reihenfolge“, so der GSK-Leiter. So fällt die Entscheidung nicht immer für einen ganz bestimmten Kandidaten, sondern wichtig ist die Festlegung einer Reihenfolge, da immer mit der einen oder anderen Absage gerechnet werden muss.

Dass bei den Bewerbungen auf acht Frauen nur ein Mann kam, spiegelt sich in der tatsächlichen Auswahl wider: Eingestellt werden sechs Frauen, obwohl der eine oder andere Mann nicht schlecht gewesen wäre. „Männliche Kollegen als Vorbilder für die Schüler sind wichtig“, betont Astrid Hettesheimer. Doch die besten, teilweise sogar mit Abstand, waren diesmal Frauen. Für die Entscheidung spielen als erstes die Noten eine Rolle. Es geht aber auch darum, dass ein Bewerber ins Kollegium passt. Ganz wichtig ist, wie er zum Gesamtschulkonzept steht. Ansonsten geht es um fachliche Kompetenz und die Persönlichkeit.

Manche Bewerber geben sich supercool, andere vermitteln deutlich das Herzblut, mit dem sie den Lehrerberuf ausüben. „Ich hatte mal einen Bewerber, der erwähnte im Bewerbungsgespräch, dass er einem US-amerikanischen Präsidenten die Hand geschüttelt habe“, plaudert Johannes Heintges aus dem Nähkästchen. Positiv komme es immer an, ergänzt Bernd Weber, wenn die jungen Lehrer spürbar richtig interessiert Fragen zur Schule stellten und die Kommission merke, dass sie sich damit beschäftigt haben, beispielsweise auf der neuen Homepage waren. Alle haben an dem Tag Gelegenheit, sich die Schule anzusehen, werden herumgeführt und können in der Mensa zu Mittag essen, was viele gerne nutzen.

Jede Menge Arbeit gab es ebenfalls für Schulsekretärin Heidrun Kinzer, die Adressen und Noten aller Bewerber in die EDV einpflegen, den Terminplan aufstellen und die Einladungen rausschicken musste. „Die zwei Woche waren extrem anstrengend“, gesteht sie. Zum Schluss musste sie noch die Absagen schreiben und nach einer Frist, die Bewerbungsunterlagen schreddern.

Erfreulich ist, dass das Hauptmangelfach Mathematik gut besetzt werden konnte: Eine Bewerberin unterrichtet so Mathe und Biologie in der Oberstufe und kann außerdem Physik in der Sekundarstufe I geben. Biologie und Chemie für die Oberstufe sind viel vertreten und ebenso Mathematik für die Sekundarstufe I. Das war wegen mehrerer Kollegen, die ausscheiden, wichtig. Der GSK-Leiter ist sehr zufrieden.

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