"Jeder muss den Sport finden, der zu ihm passt"

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Die Bewegungspädagogin Bärbel Weber rät zu einem langsamen aber regelmäßigen Einstieg in den Sport, um nicht gleich wieder die Lust zu verlieren.

KIERSPE - Vor allem die Sportgeschäfte freuen sich im Januar über neue Kunden. Denn zu Silvester hat so mancher den Entschluss gefasst, im neuen Jahr mehr Sport zu treiben. Doch allzu schnell ist es vorbei mit den guten Vorsätzen. Die Bewegungspädagogin Bärbel Weber erklärt, wie der Einstieg ins Training funktioniert.

Von Johannes Becker

„Das größte Problem der Neu- und Wiedereinsteiger ist, dass sie sich zu viel vornehmen. Überall ist zu lesen, dass der Sport nur dann sinnvoll ist, wenn man ihn mindestens drei Mal die Woche ausübt. Doch das ist meist zuviel. Viel sinnvoller ist es, sich am Anfang einmal die Woche im Sportverein zu betätigen. Aber auch das Auto öfter stehen lassen, Besorgungen zu Fuß erledigen und vor allem mit Kindern, Partner oder dem Hund regelmäßig zu gehen. Das erleichtert den Einstieg ganz enorm“, erklärt Weber, „gerade berufstätige Mütter haben gar keine Zeit, drei Mal die Woche Sport zu treiben.“

Zur Person

Bärbel Weber ist übers Badminton zum regelmäßigen Sport gekommen. Nach einem Bandscheibenvorfall hat sie sich dann stärker auf den Gesundheitssport konzentriert. Heute arbeitet die Kiersperin im TSV Kierspe als Übungsleiterin, trainiert als Sportlehrerin die Grundschüler der Servatiusschule und gibt Rehakurse im Multimedikum in Meinerzhagen. Mit einer kleinen Nordic-Walking-Gruppe geht es regelmäßig um die Jubach und auch in der verbleibenden Zeit bleibt die Sportkleidung zweckmäßig. Auf rund 24 Stunden Sport kommt Weber in der Woche – sicher kein Ziel für Wiedereinsteiger.

Wichtig sei es, am Anfang das Herz-Kreislauf-System zu stärken. Da böten sich schnelles Gehen oder auch Nordic-Walking an. „Doch gerade wenn man lange keinen Sport mehr gemacht hat, sollte man sich auf jeden Fall vorher vom Arzt durchchecken lassen“, rät die Kiersperin. Als Tipp gibt sie allen Neusportlern mit auf den Weg, sich immer fest zu einer Trainingseinheit zu verabreden, damit man keine Ausreden für einen Ausfall der Übungsstunde suchen könne.

Zu Fitness-Studios rät die Bewegungspädagogin den Anfängern nur bedingt: „Grundsätzlich sind diese gerade im Winter eine gute Möglichkeit, Sport zu treiben. Doch man sollte darauf achten, dass man dort intensiv betreut wird – und das nicht nur während der ersten Stunden im Studio. Gerade auch Schichtarbeiter finden dort eine Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen. Doch man muss auch den finanziellen Aspekt im Auge behalten und auf die Laufzeit der Verträge achten.“

Viele würden zu spät merken, dass die Betätigung, die in den Studios angeboten würde, nicht das Richtige für sie sei. Weber: „Da ist es sicher besser, erst einmal in einen Sportverein zu gehen. Dort kann man viele Sportarten ausprobieren, ohne gleich Mitglied werden zu müssen. Denn jeder Mensch muss den Sport finden, der zu ihm passt und bei dem er am meisten Freude empfindet. Wird der Sport zur Qual, hält man ihn nicht lange durch.“

Doch nicht nur der Wunsch, fitter zu werden oder besser auszusehen, solle der Antrieb sein, wieder Sport zu treiben. „Mit den richtigen Übungen und regelmäßigem Sport kann man auch gut Rücken- und Kopfschmerzen vorbeugen oder etwas gegen diese Beschwerden tun. Da gibt es mittlerweile auch sehr gute und spezielle Angebote in den Vereinen“, so die Kiersperin abschließend.

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