Bewegende Klänge und Texte mit Tiefgang

Die Musik von Samuel Harfst geht unter die Haut. Die Band trat am Samstag in Kierspe auf.

KIERSPE - Entspannung pur, Klänge die bewegen, eine sanfte charaktervolle Stimme und Texte mit Tiefgang - Samuel Harfst, die Band, die sich nach ihrem Frontmann benannt hat, schenkte ihren Zuhörern am Samstagabend ein akustisches Erlebnis der besonderen Art.

Er hat es mit seinen 22 Jahren schon weit gebracht: Sänger und Gitarrist Samuel Harfst trat bereits im Vorprogramm von Whitney Houston und Marit Larsen auf, beim MTV Unplugged-Nachwuchswettbewerb wurde er 2009 unter die zehn besten deutschen Newcomer gewählt. Das Debut-Album des Trios entstand unter Federführung von Fanta4- und Clueso-Produzent Ralf Mayer. Tatsächlich entfaltet die Musik augenblicklich ihren besonderen Charme, Melodieläufe die von Sehnsucht, Suche und Gefühl sprechen - Gitarre, Keyboard und Schlagzeug eine harmonische Einheit, vielfältig im Ausdruck.

Es ist zu spüren, dass Samuel Harfst seine musikalische Laufbahn als Straßenmusiker begann. Er sucht die Nähe zu seinen Zuhörern, erzählt kuriose witzige Erlebnisse, gesteht während eines Songs singend, dass er den Text vergessen hat und mag es, wenn auf der Bühne experimentiert wird, etwas Neues entsteht oder eben auch mal daneben geht. Die Zuhörer im voll besetzten Gemeindehaus der Freien Evangelischen Gemeinde wussten das zu schätzen, applaudierten begeistert, zündeten sogar Wunderkerzen an.

Seine Texte sprechen von der Suche nach Wahrhaftigkeit, von dem „Privileg zu sein“, von Gottvertrauen oder inneren Grenzen, die eingerissen werden müssen.

Dirk Menger begeisterte an Cello und Keyboard und löste frenetischen Jubel aus, als er der Musik spontan eine zweite Melodie zufügte und das Cello zweistimmig spielte. Am Schlagzeug überzeugte David Harfst, der Bruder des Sängers.

Er habe neulich den kürzesten Höhenflug seines Lebens erlebt, gestand Samuel Harfst selbstironisch. Als das Album „Alles Gute zum Alltag” Platz 67 der Deutschen Albumcharts belegte und die Band häufiger mal im Radio zu hören war, sah er beim Besuch eines Fast-Food-Restaurants einige hübsche Frauen, die ihn angrinsten. „Jetzt hab ich’s endlich geschafft,” war sein erster Gedanke. Sofort sprach er sie an, musste dann aber feststellen, dass sie nur lachten, weil er sein T-Shirt verkehrt herum angezogen hatte. Ehrlich, humorvoll und authentisch gewann Samuel Harfst schnell die Gunst der Zuhörer, die nach eineinhalb Stunden Konzertgenuss mehr hören wollten und lautstark eine Zugabe einforderten.

Nach dem Konzert blieben die Musiker noch eine Weile da, ihre Fans hatten die Möglichkeit, sie kennen zu lernen, sich ein Autogramm zu holen oder mit ihnen über die Musik zu reden. Petra Schüller

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