500 Euro landen monatlich im Automaten

+
Symbolbild

Kierspe - Der Umstand, dass sein Kumpel drei Geldspielautomaten in seinem Laden hatte, wurde einem Kiersper zum Verhängnis.

Schnell konnte der 32-Jährige die Finger nicht mehr von den bunt blinkenden Geräten lassen und wurde spielsüchtig. Etwa 500 Euro warf er dem Automaten jeden Monat in den Rachen. Zudem brachte ihm das ständige Zocken immer wieder einen Platz auf der Anklagebank des Amtsgerichts ein.

Beim jüngsten Prozess in Meinerzhagen waren es gleich fünf Betrugsvorwürfe, denen sich der Angeklagte stellen musste. Am 22. Juli vergangenen Jahres hatte der Kiersper ein Handy über Ebay zum Kauf angeboten, 365,99 Euro kassiert und die Ware nie abgeschickt. Wie auch, er hatte das Handy nie besessen. Ebenso verhielt es sich im Oktober 2017.

Innerhalb weniger Tage betrog er vier gutgläubige Menschen bei Ebay. Dieses Mal gab er wahrheitswidrig vor, eine besondere Brille, eine Playstation samt Zubehör, ein Handy und einen 3-D-Drucker verkaufen zu wollen. Insgesamt wanderten durch die fünf Taten 1523,46 Euro ohne Gegenleistung zunächst auf das Konto des Angeklagten und dann direkt in die Spielautomaten.

Im Gericht räumte der Kiersper alle Taten sofort ein. Inzwischen habe er sein Leben geändert, um gegen die Spielsucht anzukommen. So verfüge er nicht mehr selbst über sein Geld. Das hätten seine Eltern übernommen. Er bekomme je nach Bedarf eine Art Taschengeld. Außerdem halte er sich von den alten Kumpeln fern, da diese weiterhin spielten.

Aus Sicht des Richters ein guter Weg. Das berücksichtigte er auch bei der Urteilsfindung. Unter Einbeziehung eines älteren Urteils – neun Monate auf Bewährung wegen Betrugstaten bei Ebay – verhängte er eine 18-monatige Haftstrafe. Diese setzte er zur Bewährung aus. Als Auflage muss der Angeklagte mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten und darf keine Straftaten mehr begehen.

Aufgrund der Anzahl und Motivation der begangenen Betrugsfälle ging der Richter von einer gewerbsmäßigen Vorgehensweise und damit von Betrug im besonders schweren Fall aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare