Den Anwohnern stinkt’s

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Wenn es nach einer Hausbesitzerin an der Straße Bordinghausen geht, dann landen die Beutel mit dem Hundekot ab sofort in dieser alten Mülltonne.

Kierspe - Den Anwohnern stinkt es – und das im wahrsten Sinne des Wortes und auch noch gewaltig. Immer wieder werfen Hundebesitzer die Beutel mit Hundekot in die Abfalltonnen der Anwohner an der Straße Bordinghausen. Aber auch in Papier- und den Gelben-Punkt-Tonnen landen die tierischen Hinterlassenschaften.

Nun hat eine Hausbesitzerin die Initiative ergriffen. Auf einer Mieterversammlung war der Unmut der Mieter des Hauses Bordinghausen 2 hochgekocht. „Die Bewohner der sechs Wohnungen haben mich eindringlich darum gebeten, etwas gegen das Entsorgen der Kotbeutel in ihren Mülltonnen zu unternehmen“, erzählt Sabine Keune-Hettich.

Die Hausbesitzerin, die selbst in Marienheide wohnt, wandte sich gleich am nächsten Tag an die Stadt. „Ich teile die Verärgerung meiner Mieter. Ich bin der Meinung, dass eine Stadt nicht nur Spender für Hundekotbeutel aufstellen sollte, sondern auch Mülleiner, in denen diese entsorgt werden können.

Niemand trägt die gefüllten Beutel mehrere Hundert Meter bis zum eigenen Haus“, erzählt Keune-Hettich, die selbst zwei Hunde hält. Und weiter: „Ich habe bei einer Dame der Stadtverwaltung angeregt, dass im Rahmen des Neubaus der Straße dann doch auch gleich mehrere Mülleimer aufgestellt werden könnten.“

Die Antwort, die sie dann erhalten habe, löste Unverständnis aus: „Man sagte mir, seit die Städte und Gemeinden weniger Abfallbehälter aufstellen, sei der Anteil der illegalen Müllbeseitigung erheblich zurückgegangen. Was ist denn das für eine Logik?“ Doch letztlich habe sich die Antwort mit den Beobachtungen gedeckt, die Keune-Hettich schon seit Längerem mache.

Demnach sei die Zahl der Müllbehälter in deutschen Städten rückläufig. „Egal ob das Tempotaschentuch, die Zigarettenkippe oder sonst etwas, was der ordentliche Bürger beim Bummeln entsorgen möchte, den Abfallbehälter muss er suchen“, so die Hausbesitzerin.

„Als ich dann auch noch erwähnte, dass die jetzige Situation nicht tragbar sei und man auch von keinem Hundebesitzer erwarten könne, dass er die Beutel mit den tierischen Hinterlassenschaften weit trage und diese dann in fremden Mülleimern landeten, hieß es vonseiten der Stadtverwaltung, dass die Entsorgung in fremden Tonnen strafbar sei“, erzählt Keune-Hettich weiter.

Tonne soll Lösung bringen

Doch damit will die Hausbesitzerin es nicht bewenden lassen. Sie ergreift jetzt selbst die Initiative. An einer Grundstücksecke hat sie nun eine alte Metallmülltonne aus den 1970er-Jahren am Zaun des Nachbarn befestigt. Innen befindet sich ein großer Plastiksack und außen ein Aufdruck, der die Hundebesitzer auffordert, die Beutel doch in diese Tonne und nicht in die „normalen“ Behälter zu werfen.

„Jetzt bleibt nur abzuwarten, ob die Abfallentsorger der Stadt Kierspe gewillt sind, die Tonnen auch mitzunehmen“, erzählt sie. Um ihrem Wunsch Nachdruck zu verleihen, hat sie eine entsprechende Mail, an das zuständige Sachgebiet, den Bürgermeister und ein ihr bekanntes Ratsmitglied gesandt. Keune-Hettich: „Da habe ich aber noch nichts gehört.

Es kam nur eine automatische Antwort, dass sich der Bürgermeister im Urlaub befindet.“ Und da ist dieser nicht der Einzige. Aufgrund von Urlauben war auch gestern niemand bei der Stadtverwaltung für die MZ zu erreichen, in dessen Zuständigkeit die Entsorgung fällt.

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