Ordnungsamt warnt vor vermeintlichen Dachdeckern

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Ein (in diesem Fall seriöser) Dachdecker bei der Arbeit: Die Branche hat es nach Angaben des Kiersper Ordnungsamtes mit schwarzen Schafen zu tun, die zuletzt auch in Rönsahl und Kierspe ihre „Dienste“ anboten.

Kierspe/Rönsahl - Das Ordnungsamt der Stadt Kierspe warnt die Bevölkerung vor „Dachdeckern“, die in den vergangen Tagen in Kierspe und Rönsahl unterwegs waren und ihre „Dienstleistungen rund ums Dach“ direkt an den Haustüren anboten. Auch die Polizei warnt – und mahnt zu sofortiger Meldung solcher Vorfälle.

So wollten sie zunächst für 50 Euro die Dachrinnen reinigen, stellten dann aber weitere „Mängel“ fest, die dringend behoben werden müssten. So kamen dann schnell Kosten in Höhe von 1400 Euro zusammen. Die Handwerker begleiteten die „Kunden“ sogar zur Bank, um die nötigen Beträge abzuheben. „Eine Überprüfung der Personen anhand des Fahrzeug-Kennzeichens durch das Ordnungsamt ergab, dass keine gültige Reisegewerbekarte vorliegt. Bei den angebotenen Dienstleistungen handelt es sich offensichtlich um Betrug“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Kierspe. Es soll sich um drei männliche Personen osteuropäischer Herkunft handeln, die mit einem weißen VW-Transporter mit Essener Kennzeichen unterwegs sind. „Die Bevölkerung, insbesondere Senioren, werden zur Vorsicht aufgerufen“, so das Ordnungsamt. 

Dass die vermeintlichen Dachdecker nur ihren Reibach im Sinn hatten, steht außer Frage. Umso verwunderter zeigte sich gestern die Kreispolizeibehörde auf Anfrage der MZ, dass ihr keinerlei Informationen über diese Vorfälle in Kierspe vorliegen. 

Corinna Dörmann, Sprecherin der Polizei im Märkischen Kreis, kann sich das nur mit der Scham vor allem älterer Mitbürger erklären, denen es peinlich sei, Opfer solcher Betrüger geworden zu sein. Dafür gebe es jedoch keinen Grund: „Nur, wenn uns solche Vorfälle gemeldet werden, können wir aktiv werden“, appelliert Dörmann an alle Bürger im Märkischen Kreis, lieber einmal zu viel als zu wenig die Polizei zu informieren. 

Das gilt natürlich auch für jene Art der Betrugsversuche, die zuletzt vermehrt im Blickpunkt der heimischen Ordnungshüter standen: Sei es die sogenannte Enkelmasche, bei der ein vermeintlicher Angehöriger versucht, sich bei seinen „Großeltern“ Geld zu beschaffen, oder zuletzt in Form von „türkischen Strafbefehlen“, die die Zahlung einer „Kaution“ verlangen. 

Im Zweifel gilt also immer: Lieber die 110 wählen und auf Nummer sicher gehen als am Ende ein finanzielles Desaster zu erleben.

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