Betreuung der Unter-Sechsjährigen im Gemeindehaus mit vielen Spielen

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Irina Busch leitet die Betreuung der Flüchtlingskinder an drei Vormittagen im katholischen Gemeindehaus.

Kierspe - Die babylonische Sprachverwirrung passte zumindest zum Ort. Der deutsche Bürgermeister sprach Englisch, um die Flüchtlinge zu begrüßen und wurde dann noch in zwei Landessprachen der Gäste übersetzt, damit zumindest ein Teil der Gäste verstehen konnte, was das Stadtoberhaupt zu sagen hatte.

„Spielen ist international und eine Sprache, die von allen Kindern verstanden wird“, formulierte es Bürgermeister Frank Emde in einem Grußwort an die zehn Kinder, die mit ihren Eltern ins katholische Gemeindehaus gekommen waren. Drei Vormittage pro Woche können diese dort jeweils zwei Stunden verbringen, spielen oder miteinander ins Gespräch kommen. Möglich gemacht hat diese Betreuung die katholische Gemeinde, die das Haus am Glockenweg kostenlos zur Verfügung stellt. Pastor Gregor Myrda wandte sich ebenfalls an die Gäste.

Dabei halfen ihm aber die zahlreichen Fremdsprachen, die er spricht, nicht weiter. Denn weder auf Deutsch, Polnisch, Lateinisch oder Griechisch gab es ein Durchkommen. So mussten seine Worte dann von Emde ins Englische und von dort weiter in die Landessprachen übersetzt werden. Doch der Herzlichkeit tat dies keinen Abbruch. „Ich freue mich, ihnen diese wenige Hilfe anbieten zu können. Hier sind nur die Kinder wichtig, nicht die Konfessionen“, formulierte es der Geistliche.

Möglich wurde die Betreuung, weil die Stadt Zuschüsse über den Kreis beim Land beantragt hatte. Mit der Bewilligung können Irina Busch und Maren Potthoff bezahlt und Material für die Gäste angeschafft werden. „Die Förderung ist bis zum Februar des kommenden Jahres genehmigt. Der Folgeantrag wurde bereits gestellt“, erklärte der Beigeordnete Olaf Stelse. Insgesamt könnten derzeit 18 Kinder von diesem Angebot profitieren.

„Wenn es mehr werden, gibt es auch mehr Geld und wir haben auch schon Kontakt zu einer weiteren Betreuerin“, erklärte Petra Werth von der Stadtverwaltung. Diese lobt auch die gute Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Flüchtlinge: „Wir haben nicht nur die Familien angeschrieben, sondern auch den Arbeitskreis. Und gleich beim ersten Termin brachten die Paten dann die Familien ins Gemeindehaus und holten sie auch nachher wieder ab.“

Nach einer Eingewöhnungsphase sollen die jungen Flüchtlinge dann auch Kindergärten besuchen, so es denn dann freie Plätze gibt. Doch gerade am Anfang ist ein Angebot, das auch von den Eltern besucht werden kann, sicher besser. Die jungen Besucher kommen ursprünglich aus ganz unterschiedlichen Ländern wie Irak, Iran, Syrien, Afghanistan, Aserbaidschan, Nigeria, Albanien und Ghana. Da wird das gemeinsame Spiel wohl noch einige Zeit die gemeinsame Sprache ersetzen müssen.

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