„Christsein in Kierspe“ in einer „Nacht der Lichter“

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Ein Lichtermeer aus Teelichtern erhellte den Altarraum

Kierspe - Zahlreiche Besucher kamen am Montagabend zur zweiten ökumenischen Veranstaltung von "Christsein in Kierspe". Die stand unter dem Motto "Nacht der Lichter – ein Abend mit Gesängen aus Taizé“.

„Obst, frisches Obst“, pries Dieter Hermes am Montagabend den vielen Frauen und Männern im Gemeindehaus am Glockenweg an.

Irritiert schauten sie ihn an, waren sie doch zur zweiten ökumenischen Veranstaltung von „Christ sein in Kierspe“ gekommen und erwarteten etwas zum Thema „Nacht der Lichter – ein Abend mit Gesängen aus Taizé“.

Die Erklärung lieferte Dieter Hermes schon bald. „Klimpern gehört zum Geschäft. Wer nicht richtig wirbt, der kann nicht verkaufen.“

Mit dieser mittelalterlichen Weisheit wurde der Abend eröffnet. Evangelisch, katholisch, frei evangelisch, alle sind sie Christen, doch sie können auch über Glaubensfragen streiten.

In dieser Woche zeigen sie Einigkeit und sehen sich einheitlich als Christen. Gestritten haben sich Britta Kölsche und Dagmar Schröder-Becker in ihrem Anspiel allerdings auch, ganz so, wie es Christen schon mal tun.

Während Dagmar Schröder-Becker ihren „Designerapfel“ schälte, verstand dies Britta Kölsche nicht. „Gerade unter der Schale sind die meisten Vitamine“, hielt sie ihr entgegen und ließ ihr keine Ruhe. Das überzeugte Dagmar Schröder-Becker. Kurzerhand warf sie den Apfel in den Abfalleimer und aß nur die Schale.

Kann man Taizé auch nach Kierspe holen?

Florian Mayr, Anna Brandt und Patrick Berndt, alle drei Jugendlichen waren schon einmal in Taizé und berichteten von ihren Erfahrungen und Erlebnissen.

„Kann man Taizé nach Kierspe holen?“, fragte Florian Mayr in die Runde. „In Taizé sind tausende Menschen aus vielen Nationen, die eine Woche zusammen leben. Ich finde, da ist eine Übertragung schwierig.“

Wie es in Taizé ist, zeigte ein Film, der von der ökumenischen Gemeinschaft Taizé hergestellt wurde. „Das Leben in Taizé“ heißt dieser und vermittelte einen kleinen Einblick in den Tagesablauf.

Hunderte Teelichter erleuchteten den Altarraum

Auch viele Jugendliche aus aller Welt kamen in dem Werk zu Wort. Ein kleiner Imbiss und die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen, war anschließend Teil des Programmes, dem dann die „Nacht der Lichter“ in der Kirche St. Josef folgte.

Hunderte Teelichter erleuchteten den Altarraum. Das Taizékreuz war aufgestellt und vom Altar herunter ergoss sich als Tuch ein Farbenspiel zwischen Gelb und Orange über die Stufen bis in den Kirchenraum hinein. Ein wenig gab dies schon die Atmosphäre von Taizé wieder, obwohl es schon einige Unterschiede gab.

Alleine das Kirchengebäude wirkte durch seine kompakte Bauweise anders und auch die 136 Teilnehmer saßen bequem in Kirchenbänken und nicht, wie in Taizé normal, auf dem Fußboden.

Jedoch Vorsänger und Musikbegleitung gab es in Kierspe auch. Johannes Koch stimmte die Taizé-Gesänge mit dem Klavier an und die Besucher sangen von einem Liedblatt die Lieder immer wieder wiederholend mit.

Persönliche Gebete und Bitten an Gott

Leise, kaum wahrnehmbar, wurden sie dabei von den „Chorifeen“ unterstützt, dem Singekreis der katholischen Kirche. Gebete, Fürbitten, zwei Lesungen und eine Zeit der Stille ergänzten diese Stunde in der Kirche St. Josef. Ihre persönlichen Gebete oder Bitten an Gott schrieben die Besucher danach auf Zettel, die zuvor ausgeteilt wurden.

Diese wurden anschließend unter das Taizékreuz gelegt und zum Ende der Stunde im Atrium verbrannt. Am Ende der Veranstaltung waren sich die Besucher in St. Josef einig: Taizé kann man nicht an einen anderen Ort bringen, doch ein wenig von der Stimmung kann man schon herüberholen. Das ist am Montagabend bei der „Nacht der Lichter – ein Abend mit Gesängen aus Taizé“ gelungen.

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