Beutezüge in Privatwohnungen

KIERSPE/HAGEN - Einen Weg zurück in die Freiheit suchte ein 61-jähriger Kiersper jetzt im Landgericht Hagen. Seine Berufung blieb allerdings ohne Erfolg. Ein Schöffengericht in Lüdenscheid hatte den Mann am 4. Juni wegen einer ganzen Reihe von Einbruchdiebstählen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Von Thomas Krumm

Nach der Entscheidung war der Angeklagte in Untersuchungshaft geblieben, weil das Urteil noch nicht rechtskräftig war. Die 2. kleine Strafkammer des Landgerichts sah allerdings keine Gründe für eine Haftverschonung des 61-Jährigen – geschweige denn für eine Minderung des Urteils. Grund waren vor allem vier weitere Anklagen gegen den Mann, die dem Gericht mittlerweile vorlagen. „Das kommt nicht in Frage“, sagte der Vorsitzende Richter Dieter Krause mit Blick auf die offenen Verfahren. Beraten von seiner Anwältin Sonka Mehner-Heurs zog der Angeklagte seine Berufung schließlich zurück, wodurch das Urteil des Amtsgerichts rechtskräftig wurde.

Es war eine stattliche Reihe von Einbrüchen, über die am 4. Juni im Amtsgericht Lüdenscheid verhandelt worden war. Am 5. November 2013 brach der Angeklagte gemeinsam mit einem Mittäter in ein Haus in Kierspe ein. Die Beiden erbeuteten dabei einen Laptop, eine externe Festplatte, eine Halskette, eine Uhr, Reisepässe und eine EC-Karte, mit der der 61-jährige kurz darauf 500 Euro abhob. Ein weiterer Versuch, mithilfe dieser Karte Geld abzuheben, scheiterte, weil die Karte von der Eigentümerin zwischenzeitlich gesperrt worden war. Am 16. November brach der Mann erneut in eine Wohnung in Kierspe ein. Aus einem aufgehebelten Tresor nahm er 6000 Euro Bargeld mit. Außerdem verschwanden Armbanduhren, zwei Laptops, Bankkarten und zwei Autoschlüssel. Einen Tag später ließ sich der Einbrecher am Fontaneweg auch nicht von einem Nachbarn aufhalten, der ihn mit einem Kaffeevollautomaten unter dem Arm auf der Flucht beobachtet hatte. Die goldene Uhr sowie der Gold- und Silberschmuck, die der Einbrecher ebenfalls dabei hatte, fielen nicht ganz so stark auf. Kurz darauf war der 61-Jährige schon wieder unterwegs: Am Felderhof hebelte er ein Fenster auf und erbeutete 6650 Euro, Schmuck und einen Fotoapparat.

Zum Verhängnis wurde dem Einbrecher schließlich ein Einbruch in Lüdenscheid. Er blieb dort ohne Beute. Doch ein Zeuge konnte das Nummernschild des Fluchtautos ablesen. Nach kurzer Fahndung wurde der 61-Jährige in Kierspe gestellt und am 2. Dezember als Tatverdächtiger vorläufig festgenommen. Bei kühlen vier Grad habe der Beschuldigte auffällig geschwitzt, hielten die Polizeibeamten in ihrem Protokoll fest.

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