Eine „Kleine Königin“ rückt in den Blickpunkt

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Die Kleine-Orgel wird am Samstag ab 19 Uhr im Mittelpunkt eines besonderen Konzertes in der Rönsahler Servatiuskirche stehen.

Rönsahl - Für kommenden Samstag lädt die Evangelische Kirchengemeinde zu einem besonderen Konzert ein. Der Brandenburger Organist Bernhard Barth wird ein Konzert auf der Kleine-Orgel der Servatiuskirche geben (Beginn: 19 Uhr).

Im Mittelpunkt des Konzertes stehen Werke von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Dietrich Buxtehude und anderen Komponisten. Ergänzt wird das Orgelkonzert durch die Mitwirkung des Kirchenchores der Gemeinde unter der Leitung von Ingo Reich.

Barth, der auch Organist und Chorleiter in Rönsahls Partnergemeinde Fahrland in Potsdam ist, lernte die Rönsahler Kleine-Orgel erstmals bei einem Partnerschaftsbesuch vor drei Jahren kennen – „und wurde von diesem besonderen Instrument direkt gefangen genommen“, wie es vonseiten der Veranstalter heißt.

Als dann im Frühjahr 2017 der Fahrländer Kirchenchor nach Rönsahl kam, wurde gleich die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Konzert genutzt – es sollte nicht die letzte Kooperation gewesen sein. Und so brachte Barth den Gedanken eines Orgelkonzertes in Rönsahl ins Spiel, ein Gedanke, den sein Rönsahler Organistenkollege Holger Scheel sofort dankbar aufgriff.

„Innerhalb weniger Minuten waren wir uns einig“, erinnert sich Scheel, „der Rest wurde nach und nach abgestimmt.“ Dazu kam auch die spontane Idee von Chorleiter Ingo Reich, ähnlich wie im Frühjahr einen gemeinsamen Auftritt von Orgel und Kirchenchor zu organisieren. Das geplante Orgelkonzert ist dabei längst nicht das erste auf der vor fünf Jahren restaurierten und wieder weitgehend in ihren Originalzustand zurückversetzten Kleine-Orgel in der Servatiuskirche.

Das Instrument ist das älteste und neben der Orgel in Eckenhagen einzige noch erhaltene der oberbergischen Orgelbauerfamilie Kleine. 1786, zunächst als einmanualiges Instrument mit angehängtem Pedal erbaut, wurde es im Laufe der Zeit in mehreren Etappen erweitert, sodass ein Teil des ursprünglichen Charakters der Orgel verloren ging.

Diesen Charakter wiederherzustellen, gelang Orgelbaumeister Hubert Fasen aus Oberbettingen (Eifel), der die „Königin der Instrumente“ von 2010 bis 2012 restaurierte und mit Hilfe von Originalaufzeichnungen der Gebrüder Kleine, die noch im Staatsarchiv in Münster zu finden sind, wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzte (die MZ berichtete).

„Vor diesem Hintergrund ist das Konzert am Samstag durchaus eine Besonderheit: nämlich ein von der Auswahl der Literatur und deren Komponisten genau abgestimmtes Klang- und Stimmungsbild für die ‚Kleine-Königin‘ in der Rönsahler Servatiuskirche“, wirbt Holger Scheel für die Veranstaltung. Der Eintritt ist frei. Gegen Ende des Konzerts wird eine Kollekte durchgeführt.

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