PCB verursacht hohe Kosten

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Die Sachverständigen Nicole Richardson (links) und Birgit Grimm (rechts) schauten sich im Februar zusammen mit dem Schulleiter und Bürgermeister die Schule an.

Kierspe - In den Sommerferien wurde noch einmal kräftig Hand angelegt, um die mit PCB belasteten Räume der Gesamtschule Kierspe (GSK) von dem giftigen Stoff zu befreien. „20 Klassenzimmer in den Türmen B und C konnten fertiggestellt werden“, informierte Rainer Schürmann, Sachgebietsleiter für Stadtplanung und Gebäudemanagement der Stadt.

Ein weiterer werde in den Herbstferien gereinigt. Nach Untersuchungen des von der Stadt beauftragten Büros sei die PCB-Belastung in den beiden Gebäudeteilen von den Kondensatoren der Neonröhren verursacht worden, so Schürmann.

Diese Lampen habe man mittlerweile durch andere ersetzt. Der Sachgebietsleiter wies noch einmal auf die in seinen Augen eher geringe Belastung hin. „Wenn die Werte zwischen 300 und 3000 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft liegen, sieht der Gesetzgeber eine mittelfristige Sanierung vor.“

Dies bedeute, dass die Räume im Zeitraum von etwa einem Jahr gesäubert werden müssten. Zugleich solle laut Gesetz verstärkt geputzt und gelüftet werden. „Die Belastung war in den betroffenen Räumen oft im unteren Bereich angesiedelt, die höchsten gemessenen Werte lagen bei 1200 Nanogramm PCB in der Raumluft“, so Schürmann.

Da im Gebäudeteil A nur die Fugen als Quelle für die giftige organische Chlorverbindung ausgemacht wurden, lag die Belastung unter dem Wert, der eine Sanierung vorschreibt. Dennoch habe man die Fugen in zwei Chemieräumen ausgetauscht, da ohnehin eine Sanierung anstand. In den Herbstferien werden Abschlussmessungen vorgenommen. Die Gesamtkosten für die bislang getroffenen Maßnahmen bezifferte Schürmann auf rund 160 000 Euro. Die Summe beinhaltet 110 000 Euro für Gutachten und bisherige Sanierungsmaßnahmen.

Die verstärkte Reinigung der Schule schlug seit Mai monatlich mit 3600 Euro zu Buche und belief sich bislang auf 18 000 Euro. 26 000 Euro müssten für weitere Sanierungsarbeiten in den betroffenen Türmen eingeplant werden, da nach den Klassenzimmern auch weitere Räume von PCB befreit würden, erklärte der Sachgebietsleiter. Von Anfang an habe man die Schule und die Eltern auf dem Laufenden gehalten und umfassend informiert. Der stellvertretende Schulleiter der Gesamtschule, Stefan Müller, lobte das Vorgehen der Stadt: „Wir sind froh, dass die Verwaltung so schnell reagiert hat.“ - ps

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