Berge von Kleidern angeliefert

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Vor dem Lager des Vereins Kinder von Tschernobyl stapelten sich am Samstag Kleidersäcke und Kartons. ▪

KIERSPE ▪ Die Mitarbeiter des Vereins Kinder von Tschernobyl trauten am Samstag ihren Augen kaum: Ein Fahrzeug nach dem anderen bog auf den Parkplatz vor ihrem Lager an der Volmestraße ein, Kiersper und Meinerzhagener Bürger brachten bergeweise Kleidersäcke zur Sammelstelle. Hier standen zwar wie gewohnt zahlreiche Helfer zur Annahme, Begutachtung und Sortierung der Sachen bereit, doch mit dieser Resonanz hatte niemand gerechnet.

„Es könnte sein, dass viele davon ausgegangen sind, das dies der letzte Sammeltermin in diesem Jahr ist”, mutmaßte Vorsitzende Gisela Steinbach. Doch die Helfer bewiesen wie so oft ihre Flexibilität und verfrachteten einen Teil der Sachen in private Garagen, wo die Kleiderberge nach und nach sortiert werden können. Der nächste Transport in die ukrainische Stadt Wischgorod ist für November geplant. „Wir sind schon sehr gespannt, ob wir alles liefern dürfen”, ist Steinbach skeptisch. Die Zollkontrollen im Zielland seien extrem streng. “Wenn der Lastwagen am Ankunftsort abgeladen wird, sind Zollbeamte dabei, die jeden Karton und jeden Kleidersack öffnen”. Daher müsste vor dem Transport besonders sorgfältig ausgewählt werden. Beschädigte oder verschmutzte Teile könnten Ärger mit den Zollbeamten verursachen. Die besonderen Rahmenbedingungen im Zielland sind immer wieder eine neue Herausforderung für die Helfer des Vereins. So auch beim letzten Transport, der erst nach Monaten der Wartezeit auf den Weg geschickt werden konnte.

„In der Ukraine wurde zu der Zeit das Ministerium für humanitäre Hilfe umstrukturiert”, so Steinbach. „Bis alle Posten neu besetzt waren, konnten keine Hilfstransporte fahren.” Dennoch erfahren die Helfer immer wieder, wie dankbar die Menschen in der Ukraine für die Unterstützung sind. Ein großer Ansporn, auch weiterhin alle bürokratischen Klippen zu umschiffen. So trifft Steinbach bereits kommende Woche Mitglieder des Partnervereins Bereginja in der Ukraine, um den bevorstehenden Transport zu planen. ▪ ps

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