Neue LED-Halterungen weisen Weg aus der Krise

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Martin Bender, Geschäftsführer der Firma Bender und Wirth, ist überzeugt, dass die neuen LED-Halter in zwei bis drei Jahren den Bestand des Unternehmens sichern.

Kierspe -  Die Veränderungen auf dem Lampenmarkt sind derart dramatisch, dass selbst die großen Unternehmen, die sich auf diesem Markt bewegen, ins Schlingern geraten sind. Aber auch die traditionsreichen Zulieferer können mit ihren Geschäftsmodellen keine großen Gewinne mehr erwirtschaften. Da ist die Kiersper Firma Bender und Wirth nur ein Unternehmen unter vielen, dass sich komplett neu erfinden muss. Doch der eingeschlagene Wege scheint erfolgreich.

Die Stimmung ist ein bisschen wie die in einem Start-up. Eine kleine, motivierte Mannschaft, die kreative Ideen hat und Verhandlungen mit Kunden führt, von denen man zum Teil bis vor Kurzem nicht einmal wusste, dass es sie gibt. Das hört sich nicht nach einem Traditionsunternehmen an, das bereits 20 Jahre nach Erfindung der Glühbirne von Thomas Edison die ersten Lampenfassungen baute.

Doch die Umstellung von der konventionellen Lichttechnik auf LED hat zu Verwürfnissen geführt – in der ganzen Branche, aber auch sehr konkret vor Ort. Heute hat das Unternehmen, bei dem in Spitzenzeiten an zwei Standorten mehr als 200 Menschen beschäftigt waren, gerade einmal noch 30 Mitarbeiter. In den vergangenen beiden Jahren wurden der Werkzeugbau, die Galvanik, Metallfertigung, Buchhaltung und EDV im eigenen Haus geschlossen. Entsprechende Dienstleistungen werden heute eingekauft – unter anderem im eigenen Gebäude an der Volmestraße, in dem nun auch die Firma Stadu ihren Sitz hat, oder auch in der Nachbarschaft.

Doch aufgeben wollte Martin Bender nicht. Vor zwei Jahren stellte der Unternehmer auf der größten Branchenmesse Light + Building in Frankfurt neue Fassungen für die LED vor. Nach großem Erfolg und viel Zuspruch von den Kunden wurde dieser Bereich massiv ausgebaut.

„Da sind wir nicht die einzigen, doch die anderen befestigen die sogenannten COB (Chip on Board) auf Kunststoff-Fassungen. Das hat den großen Nachteil, dass diese sich bei zunehmender Hitze verformen und sich dann die LED von dem dahinter befindlichen Kühlkörper lösen kann“, erklärt Bender.

Doch die grundsätzliche Idee faszinierte den Kiersper. So wurde im Haus mit verschiedenen Materialien experimentiert. Letztlich war es Glimmer, mit dem man den Durchbruch schaffte. Das Mineralprodukt erlaubt den schnellen Bau von Stanzwerkzeugen und den Einsatz von Schweißtechnik – eine Kernkompetenz von Bender und Wirth – und macht den Fassungshersteller unglaublich flexibel.

„Wir sind in der Lage, innerhalb von Tagen dem Kunden ein Muster zu präsentieren und können auch Kleinserien mit Gewinn fertigen. Das würde sich bei Kunststoff-Fassungen nicht lohnen, da allein das Werkzeug viel zu teuer wäre“, erklärt der Kiersper Unternehmer. Heute habe man das größte Programm an LED-Haltern auf dem gesamten Markt, führt Bender weiter aus.

Ihren Einsatz finden die Fassungen immer noch im Objektbereich und der Industrie. Doch die Kunden sind nicht mehr immer die gleichen. Mittlerweile arbeiten in diesem Bereich Unternehmen, die vor fünf Jahren noch gar nichts mit Licht zu tun hatten.

Hört man dem Unternehmer zu, dann gewinnt man den Eindruck, dass das neue Produkt keine Minute zu früh gekommen ist. „Ich denke, dass wir von den LED-Haltern in zwei bis drei Jahren leben können“, sagt Bender. Bis dahin darf das Traditionsunternehmen die Fassung nicht verlieren. Bender: „Das sieht auch nicht so aus. Wir haben sogar einige Bereiche, in denen die Spezial-Fassungen wieder zunehmen. Doch grundsätzlich verlieren wir in einzelnen Produktlinien 20 bis 30 Prozent Umsatz im Jahr.“ Doch die Zuversicht hat mittlerweile in dem Backsteingebäude im Volmetal die Oberhand gewonnen. Auf der Light + Building stellen die Kiersper nun vor allem die Anwendungen der neuen Halter aus.

Zu finden ist das Kiersper Unternehmen vom 13. bis 18. März auf dem Messegelände in Frankfurt/Main in Halle 4, Ebene 0, Stand B 31 aus.

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