Beliebter Treffpunkt im Zeichen der Musik

Zum 15. Mal wurde in Kierspe zum Jazzfrühschoppen geladen. Bei strahlendem Sonnenschein vergnügten sich an Vatertag aber nicht nur Männer. Die tanzbare Musik begeisterte auch Frauen. ▪

KIERSPE ▪ Ganz Kierspe war am Himmelfahrtstag auf den Beinen, diesen Eindruck hatten viele Volmetaler. „Wen ich sonst im Jahr nicht sehe, den treffe ich heute entweder auf dem Turmfest oder hier beim Jazzfrühschoppen“, brachte es Oliver Knuf auf den Punkt und war sofort in ein Gespräch mit Susanne Sattler vertieft.

Von Gertrud Goldbach

Trocken sollte es nach dem Wetterbericht ja bleiben, ein wenig Sonne in den Vormittagsstunden war auch angesagt, dass es aber so ein Kaiserwetter geben könnte, damit hatte wohl niemand gerechnet. So konnten gleich von Beginn des Jazzfrühschoppens an für diejenigen, die sich einen Platz an der Sonne sichern konnten, die dicken Jacken im Auto bleiben. Ins Schwitzen kamen wohl eher die, die sich für die Bewirtung der Gäste bereit erklärt hatten. Der Bierhahn lief zeitweise ohne Unterbrechung, weil die Nachfrage nach kalten Getränken so groß war. Dabei waren in diesem Jahr zum ersten Mal zwei Biertheken aufgestellt worden, da die Erfahrungen aus den letzten Jahren gezeigt hatten, dass nur der Bierwagen alleine der Nachfrage nicht nachkommen konnte. Auch der Lions-Club konnte sich über mangelnden Umsatz nicht beklagen. Die Currywurst vom Grill lief hervorragend und auch die selbstgebackenen Kuchen waren ein wahrer Verkaufsschlager.

Das Wichtigste an diesem Tag war jedoch die Musik. Es war der 15. Jazzfrühschoppen, zu dem die Big Band auf den Raukplatz eingeladen hatte. Das Musikprogramm gestalteten Gruppen aus der Kiersper Musikgemeinschaft, aber auch die Spedition Sack und die Kiersper Rawa-Blues-Band.

Schon kurz nach elf Uhr eröffnete die Jugend-Jazzband Highvol(u)me mit Pink Panther das Musikprogramm. Leider fiel Lucia Sikora an diesem Morgen aus, da sie erkrankt war und keine Stimme hatte. Kurzerhand stellte Bandleader Dirk Pawelka das Programm um und erweiterte die musikalischen Möglichkeiten der Bandmitglieder um die des Gesanges.

Den Jugendlichen folgte die Big Band Swingsound mit bekannten Jazzstandards aber auch Interpretationen aus anderen Musikgenres. Smooth Operator, Thank you for the Music oder Gonna fly now wurden gespielt, gesanglich begleitet von Michaela Neunz.

Six4Jazz kam ohne Jan Schürfeld als Five4Jazz, was für die Gruppe jedoch kein Problem darstellt, als Jazzband ist sie vom Grundsätzlichen her flexibel. Aufmerksamkeit zog wieder Florence Eyok auf sich, deren ausdrucksstarke Stimme viele aufhorchen ließ. Jetzt noch gefühlvolle Balladen gesungen und gleich danach soulige Songs.

Dem Jazz ganz nah war die Kiersper Spaßformation Spedition Sack nicht, mit ihrer Mischung aus Ulk, ernsthaftem Cover und Einflechten von Lokalkolorit. Dennoch, sie animierten das Publikum zum Mitsingen wie bei „Schuld war nur der Bossanova“ oder hießen die zahlreichen Meinerzhagener mit „Hello Again“ willkommen.

Ernsthaften Jazz spielte hingegen wieder die Rawa-Blues-Band aus Kierspe. Die Band zeichnet sich durch ihren für dieses Genre ungewöhnlich „dynamisch swingenden Sound“ aus. Einflüsse des Gipsy-Jazz verschmolzen mit dem erdig traditionellen Klang von Bottleneck-Guitar und Bluesharp zu einem unverwechselbaren Gesamtsound, welcher mit großer Spielfreude vorgetragen wird. Die Musiker entführen ihre Zuhörer immer wieder in völlig neue Klangwelten und erzählen mit ihren akustischen Instrumenten die Geschichte des Blues, die Geschichte von Verlust, Trauer und Leid aber auch von Liebe, Freundschaft und Glück.

Je später der Nachmittag wurde, um so mehr füllte sich der Raukplatz. Es kamen nun nicht nur die Besucher des Turmfestes, auch viele Vatertagswandergruppen hatten sich als letzte Station den Raukplatz ausgesucht und machten hier ihren Abschluss. Die Veranstalter, die Musikgemeinschaft Kierspe, der Lions-Club und die Gastwirtschaft „Zum Rauk“ dürften mit dem Tag hochzufrieden gewesen sein.

Gertrud Goldbach

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