Keine Probleme mit der Datenschutzgrundverordnung

Mehr Hinweise, kaum Widersprüche

Datenschutzgrundverordnung - TSV Kierspe - Keine Probleme
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Wer einmal anfängt nachzuschauen, wird überrascht sein, wie viele personenbezogene Daten Internetkonzerne, Onlinehändler, Firmen oder Vereine sammeln.

Viele Fragen, welche die vor eineinhalb Jahren eingeführte Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) aufgeworfen hatte, spielen durch die Corona-Pandemie in diesem Jahr keine Rolle. „Wenn keine Versammlungen stattfinden und auch keine Wettkämpfe, können auch keine Fotos gemacht werden, die dann eventuell mit der DSGVO in Einklang gebracht werden müssten“, sagt Dorette Vormann-Berg, die als „Vorsitzende Geschäftsführung“ im Vorstand des TSV Kierspe tätig ist.

Kierspe - Als die neue Verordnung im Frühjahr des vergangenen Jahres in Kraft trat, gab es in Unternehmen und Vereinen große Verunsicherung. Horror-Szenarien vor riesigen Abmahnwellen machten die Runde, ein Zusammenbruch der Vereinsstrukturen wurde gar von manch einem befürchtet – oder zumindest, dass man keine Fotos mehr auf der eigenen Homepage veröffentlichen könnte. Letztlich hat sich vieles wieder beruhigt und Homepages mit Fotos gibt es immer noch. Doch der Umgang mit den persönlichen Daten ist allen Verantwortlichen wieder stärker ins Bewusstsein gerückt.

Wenn keine Versammlungen stattfinden und auch keine Wettkämpfe, können auch keine Fotos gemacht werden, die dann eventuell mit der DSGVO in Einklang gebracht werden müssten.

Dorette Vormann-Berg, Vorsitzende der Geschäftsführung des TSV-Vorstands

Vormann-Berg sagte aber damals schon im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung, dass der Datenschutz ja auch schon vor der neuen Verordnung eine große Rolle im Verein gespielt habe – und man deswegen nicht mit großen Umstellungen rechne. Allerdings ging man damals noch davon aus, dass auch der TSV einen Datenschutzbeauftragten einsetzen müsste. „Wir hatten dafür auch schon Mitglieder ausgesucht. Doch letztlich gibt es die Aussagen der großen Verbände, darunter die des Landes-Sport-Bundes, dass wir keinen Datenschutzbeauftragten brauchen. Damit liegt die Verantwortung nun beim Vorstand“, erklärt Vormann-Berg.

DSGVO hat Spuren hinterlassen

Spuren hat die DSGVO aber auch in dem großen Kiersper Verein hinterlassen. Vormann-Berg: „Wir haben auf der Homepage entsprechende Hinweise, die durch die Verordnung vorgegeben werden, und auch auf den Beitrittserklärungen. Dort können die Mitglieder auch vermerken, ob Fotos, die bei beispielsweise bei Übungsstunden gemacht werden, auch auf der Homepage verwendet werden dürfen. Einer Nutzung widersprochen haben aber nur ganz wenige. Diese Namen haben wir dann an die entsprechenden Übungsleiter weitergegeben. Werden Mannschaftsfotos gemacht, weist der Leiter auch noch einmal auf die DSGVO hin. Dann kann jedes Mitglied seine Entscheidung auch noch einmal überdenken.“

Dorette Vormann-Berg , Vorsitzende der Geschäftsführung beim TSV Kierspe.

Überhaupt haben letztlich beim TSV die Übungsleiter die meiste Arbeit mit der DSGVO und sie tragen auch einen Großteil der Verantwortung. So mussten diese, erklärt das Vorstandsmitglied, als die Verordnung in Kraft trat, Erklärungen abgeben, dass sie entsprechend der DSGVO mit den Daten der Mitglieder umgehen. „Bei Wettkämpfen dürfen sowieso Fotos gemacht werden, die dann auch veröffentlicht werden können. Bei Versammlungen oder anderen großen Veranstaltungen weisen wir mit Aushängen darauf hin, dass dort auch Fotos geschossen werden, die für die Homepage oder Presseveröffentlichungen Verwendung finden“, so Vormann-Berg, die allerdings auch sagt, dass diese ja in diesem Jahr so gut wie nicht stattgefunden hätten. „Wenn die Pandemie einmal vorüber ist und wir wieder zu einem normalen Vereinsbetrieb zurückkehren, dann werden wir uns des Themas aber auch noch einmal annehmen. Dann werden auch noch einmal alle Verantwortlichen für das Thema sensibilisiert“, sagt Vormann-Berg.

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist eine Verordnung der Europäischen Union, mit der die Regeln zur Verarbeitung personenbezogener Daten durch die meisten Datenverarbeiter, sowohl private wie öffentliche, EU-weit vereinheitlicht werden. Dadurch soll einerseits der Schutz personenbezogener Daten innerhalb der Europäischen Union sichergestellt, und auch andererseits der freie Datenverkehr innerhalb des Europäischen Binnenmarktes gewährleistet werden. Die Verordnung ersetzt die aus dem Jahr 1995 stammende Richtlinie 95/46/EG zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr. Zusammen mit der so genannten JI-Richtlinie für den Datenschutz in den Bereichen Polizei und Justiz bildet die DSGVO seit dem 25. Mai 2018 den gemeinsamen Datenschutzrahmen in der Europäischen Union.

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