Betagte Technik im Rampenlicht

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Karl-Heinz Krause (links) erläuterte den Besuchern die Technik früherer Zeiten. Einige unter ihnen hatten erstaunliches Fachwissen zu bieten.

Kierspe - Fallhämmer und Handschmieden, Bakelit- und Handspindelpressen – am Pfingstmontag konnten die Besucher die Maschinen im Schleiper Hammer zwar nicht selber ausprobieren. Dafür erhielten sie aber einen umfassenden Einblick in die Technik des frühen 20. Jahrhunderts.

Der Heimatverein als Träger des Hammers beteiligt sich traditionell am Mühlentag. „Schließlich arbeiten wir auch mit Wasserkraft“, begründete Peter Heins die Verbindung. Der Strom wird mit Hilfe eines Generators im Mühlenteich gleich nebenan produziert.

Als der Teich seinerzeit gereinigt wurde, stießen die die Ehrenamtlichen auf eine Überraschung: Es waren Schlackereste, die auf die Herstellung von Roheisen in einem der zahlreichen Rennöfen hinwies, die seit dem Mittelalter in der Region betrieben wurden. Wie alt der Industriestandort Schleiper Hammer tatsächlich ist, kann auch Peter Heins nicht sagen.

Erstmals vor 200 Jahren erwähnt

Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1815. Deshalb begeht der Heimatverein in diesem Jahr das 200. Jubiläum seines Industriemuseums. Unterstützt wurden die Ehrenamtlichen dabei von Mitarbeitern aus dem Schmiedemuseum in Lüdenscheid.

Peter Heins und Karl-Heinz Krause mussten zahlreiche Fragen der an Technik interessierten Besucher beantworten. Viele Gäste brachten selbst schon einiges an Vorwissen mit. Wie vielfältig das Schmiedehandwerk tatsächlich ist, demonstrierte Goldschmiedemeisterin Barbara Niclas aus Lüdenscheid mit ihren Mitarbeiterinnen.

Schmuck aus Schlackeresten

An zahlreichen Objekten zeigte sie, wie Broschen gepunzt oder Ketten gestrickt werden. Auch in Bezug auf das Material hatte sie eine enge Beziehung zum Schleiper Hammer: Die Schlackereste aus dem Mühlenteich hatte sie zu filigranen Schmuckstücken verarbeitet.

Betagte Technik im Rampenlicht

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