Kevin Lass und Ingo Menzel berichten im Stadtrat

Auch eine Nullvariante ist möglich

Landesbetrieb Straßen.NRW - Umgehungsstraße B 54n
+
Ingo Menzel und Kevin Lass (rechts) vom Landesbetrieb Straßen.NRW informierten den Rat über den Stand der Planungen für die Umgehungsstraße B 54n, links Bürgermeister Olaf Stelse.

Den Besuch von Projektleiter Kevin Lass und seinem Abteilungsleiter Ingo Menzel vom Landesbetrieb Straßen.NRW in der Sitzung des Stadtrats am Dienstag – der auch zahlreiche interessierte Bürger ins Pädagogische Zentrum der Gesamtschule gelockt hatte – nutzten die Mitglieder des Gremiums nicht nur für Nachfragen, sondern um auch Kritik zu äußern.

Kierspe - Zuerst hatte jedoch Kevin Lass über den Stand der Entwicklung bei der Vorplanung für die Kiersper Umgehungsstraße B 54n informiert und dargestellt, was in den nächsten Monaten an Dialogforen – das nächste am 2. September und im Jahr 2022 weitere drei – und Arbeitskreissitzungen stattfinden wird. Ebenso werde es eine Planungswerkstatt sowie eine Exkursionswerkstatt im zweiten Halbjahr geben, natürlich unter dem Vorbehalt der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie. Davon eher unberührt bleibt, dass voraussichtlich bis Ende dieses Monats die Umweltverträglichkeitsstudie sowie die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung vorliegen werden.

Dabei musste der Projektleiter auf hartnäckige Nachfragen aus dem Rat erklären, dass das Gebiet der Verkehrsuntersuchung bis nach Halver erweitert worden war. Die Ergebnisse der Untersuchungen, wobei auch Aufwand, Kosten und Eingriff in die Natur eine wichtige Rolle spielen, könnte auch eine Nullvariante zur Folge haben – was nichts anderes heißt, als dass keine Umgehungsstraße gebaut wird. „Es bleibt alles Prognose“, meinte Kevin Lass bezüglich des Hinweises, dass für die B 54n Kosten in Höhe von 30 Millionen veranschlagt worden waren – dies sei 2015 gewesen.

Schwerlastverkehr umleiten

Ebenso wenig konnte er natürlich sagen, ob es nach der Bundestagswahl durch eine andere Regierung zu „Anpassungen“ des Bundesverkehrswegeplan 2030 kommt und die Umgehungsstraße Kierspe herausgenommen wird. Eine Antwort musste der Projektleiter auch schuldig bleiben auf die Frage, ob die B 54n – falls es eine Vorzugsvariante geben sollte – dann erst in 10 oder 15 Jahren gebaut werde, wie FDP-Ratsherr Armin Jung meinte. Angesichts dieses langen Zeitraums fragte UWG-Ratsherr Clemens Wieland nach, ob der Landesbetrieb nicht übergangsweise den Schwerlastverkehr umleiten könne. Denn: „Jeder Lkw, der durchs Dorf fährt, ist zu viel!“

„Das ist nicht unser Auftrag“, machte Ingo Menzel allerdings deutlich. Der Abteilungsleiter musste aber ebenso wie Kevin Lass zugestehen, dass es einen Verzug bei der Planung – der Auftrag wurde bereits 2019 erteilt – gebe, man sich auch wegen Corona neu aufstellen müsse und nun versuche, dies wieder aufzuholen. Auf die Kritik, warum man zuerst an Vereine und Institutionen herangetreten sei, aber nicht die Ratsmitglieder informiert habe, konnte Ingo Menzel nur das Versprechen abgeben, dass man künftig „über Meilensteine in der weiteren Planung im Rat berichten werde“.

Häufige Gäste

Ingo Menzel und Kevin Lass werden also in Zukunft häufiger Gäste von Ratssitzungen sein. Am Donnerstag standen sie und andere Experten des Landesbetriebs aber erst einmal allen Bürgerinnen und Bürgern für Fragen, Anregungen und Kritik bei der Info-Messe zur Verfügung – nicht in Präsenz, sondern digital.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare