Spannung pur: Ein neues Leben beginnt

+
Kevin Spitzer liebt es, an Autos zu schrauben. Auch er absolvierte bereits Praktika und weiß, worauf er sich einlässt. KFZ-Mechatroniker ist sein Traumberuf. ▪

KIERSPE ▪ Spannend aber auch ziemlich anstrengend: So lautet das Fazit vieler junger Leute, die vor drei Tagen ihre Ausbildung begannen. Beim Schulabschluss haben sie sich noch gefreut auf ihren neuen Lebensabschnitt, auf das Erwachsenenleben und vor allem auf das erste eigene Geld – nach Tag drei in diesem neuen Leben, kommt bei einigen erste Wehmut auf. Die MZ durfte junge Leute beim Start ins neue Ausbildungsjahr begleiten.

Um 5 Uhr klingelt der Wecker von Sabrina Kutzey. Die 20-Jährige begann am Mittwoch ihre Ausbildung zur Malerin und Lackiererin bei Schulz und Witt. Nach den ersten Tagen lautet ihr Fazit: „Es ist mein Traumberuf, aber er ist verdammt anstrengend.“ Die Kiersperin wusste jedoch genau, worauf sie sich einließ, denn zuvor absolvierte sie bereits ein Jahrespraktikum.

Die Auszubildende fällt vor allem in der Berufschule auf: Abgesehen davon, dass sie als Mädchen eher ein Exot in diesem Beruf ist, hat sie auch noch Abitur. „Ich weiß, dass das ungewöhnlich ist – aber was gibt es Schöneres als einen ollen Keller in einen Wellnesstempel zu verwandeln“, erklärt sie. Jedoch will sie auch nicht ausschließen, vielleicht doch noch ein Kunst- oder Architekturstudium anzuschließen.

Zurück auf die Schule will sie nicht: „Das einzige, was ich vermisse, sind meine Freunde und vor allem die Freizeit – wenn ich abends nach Hause komme, bin ich fertig, da geht nicht mehr viel.“ Acht Stunden volle Power – daran habe sie sich erst einmal gewöhnen müssen. „Als ich hier anfing, dachte ich, ich könnte den ganzen Tag malen und tapezieren, dass war wohl nichts.“ Denn ein großer Teil des Maler- und Lakiererlebens bestehe aus Vorarbeiten, Schleifen und Aufräumen.

„Ich habe meinen absoluten Traumberuf gefunden“, freut sich Kevin Spitzer. Er begann am Mittwoch im Autohaus Bengelsträter seine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker. Woran er sich erst einmal gewöhnen muss, sind die körperlichen Strapazen des Berufs: „Acht Stunden auf den Beinen stehen und sich konzentrieren, da ist man abends schon echt fertig“. Auch er hat sich gut überlegt, wo er seine Ausbildung beginnen möchte. Praktika und Aushilfsarbeiten in den Ferien – „das war es mit wert. Ich vermisse die Schule nicht, das hier ist besser“. Er liebt die Werkstatt und vor allem die Autos. „Ich könnte den ganzen Tag daran herumschrauben.“ Besonders freut er sich auf sein erstes Gehalt: „Das wird auf den Kopf gehauen, danach wird dann gespart.“

Bereits im April begann Britta Gehres ihre Ausbildung im Autohaus. Zuvor hatte sie bereits in einem anderen Betrieb eine Lehre zur Bürokauffrau angetreten, doch da habe sie sich nicht wohl gefühlt. „Hier ist es besser, jetzt macht mir die Arbeit Spaß“, erzählt sie Auszubildende. Dennoch vermisse sie manchmal die Schule ein wenig. Insbesondere ihre Freundinnen, die sie dort immer um sich hatte.

„Außerdem muss man sich hier immer so vielen Menschen unterordnen, dem Chef, dem Ausbilder, den älteren Angestellten – das ist ungewohnt“, erzählt sie. Aber der Beruf sei es Wert. „Es ist einfach ein total tolles Gefühl, wenn man sieht, dass der Berg, der morgens auf meinem Schreibtisch liegt, abends weg ist – da weiß man, dass man was getan hat.“

Von ihrem ersten Gehalt ist sie einkaufen gegangen. „Ich spare auch auf ein Auto – das erste eigene Geld, das ist ein tolles Gefühl“, erzählt Gehres.

Caroline Knabe, Janine Kohls, Nicole Bluhm, Marvin Schulte und Bastian Peer gingen bereits vor dem ersten Gehalt einkaufen. Die fünf jungen Leute begannen am Mittwoch ihre Ausbildung in der Sparkasse – und da ist adrette Kleidung Pflicht. Ziemlich ungewohnt für die Auszubildenden, in der Schule waren Jeans und T-Shirt noch Trumpf. Damit ist nun Schluss: Anzug und Kostüm sind angesagt.

Ihre ersten Tage verbrachten die fünf Berufsanfänger mit Lernen.

Verhaltensregeln, Sicherheitsbestimmungen und erste Einführungen in das EDV-Programm standen auf dem Plan. Hinzu kamen die vielen neuen Gesichter von Vorstand und Kollegen – klar, dass die Fünf abends gut schlafen konnten. ▪ lm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare