"Menschen helfen": Integration mit Tanz und Musik

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Einen orientalischen Gruppentanz führten Flüchtlinge im Rahmen der Ausstellung zum Projekt „Begegnung“ im Kreativzentrum auf. Auch deutsche Besucher tanzten mit.

Kierspe - Mehr als 100 Kiersper Bürger und Flüchtlinge kamen zum Begegnungsfest, zu dem der Verein „Menschen helfen“ ins Kreativzentrum an der Kölner Straße eingeladen hatte.

Anlass war die Eröffnung der Ausstellung eines Projektes mit Bildern, die Kiersper Flüchtlingskinder unter der Leitung der Künstlerin Sabine Kramer in deren Malschule geschaffen hatten. Es waren Werke auf Leinwand, auf denen die Kinder sich selbst, ihre Lehrerin und verschiedene abstrakte, farbenfrohe Motive gemalt haben, die in fünf Doppelstunden entstanden sind.

Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung gestalteten Band und Chor „Begegnung“, die zur Kulturinitiative gehören. Gefördert wird dieses vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und durch das Projekt „Oben an der Volme“.

Leen (links) und Nargiz zeigten stolz Bilder, die sie in der Malschule von Sabine Kramer gemalt hatten.

Nach der Begrüßung der Besucher und der Stellvertretenden Bürgermeisterin Marie-Luise Linde durch den Vereinsvorsitzenden Fritz Schmid sang der kleine Chor unter der Leitung von Michael Schnippering den Kanon „Bruder Jakob“ auf Deutsch und auf Arabisch. Die neu formierte Band mit Andreas Schnippering (Keyboard), Max Jalaly (Kontrabass), Dennis Kutlu (Baglama), Omid Issa (arabische Trommel), Thomas Wurth (Trompete) und Fritz Schmid (Saxofon) spielte drei orientalische Stücke; jazzig, mit Improvisationen interpretiert. Eine echte musikalische Begegnung der Musik von Orient und Okzident. Insbesondere das arabisch-türkische Saiteninstrument Baglama und die arabische Trommel veränderten den Jazz hin zu orientalischer Musik.

Die neu formierte Band spielte drei orientalische Stücke; jazzig, mit Improvisationen interpretiert.

Karin Schmid-Essing erinnerte in einer kurzen Ansprache an zwei Jahre anstrengender Arbeit für und mit Flüchtlingen, in der man sich gegenseitig schätzen und kennengelernt habe. Es sei wichtig, der aufkommenden Fremdenfeindlichkeit mit Menschlichkeit und Solidarität zu begegnen. Dabei erzählte sie von einer albanischen Familie, die sich in kurzer Zeit schon sehr gut integriert und gut Deutsch gelernt habe, deren beiden Kinder in der Gesamtschule leistungsstark arbeiten und dort sehr beliebt seien. Beide Eltern hätten bereits Arbeit gefunden und die schwere B1-Sprachprüfung abgelegt. Nun müssten sie wahrscheinlich Deutschland verlassen. Das sei für alle, die die Familie kennen, sehr traurig.

Der kleine Chor sang unter der Leitung von Michael Schnippering den Kanon „Bruder Jakob“ auf Deutsch und auf Arabisch.

Nach einer längeren Pause, in der Sabine Kramer den Besuchern die Bilder der Kinder erläuterte, sang noch einmal der Chor weitere Lieder. Dann begeisterte Hussein Mohammed mit seinem „orientalisch getrimmten“ Keyboard die Besucher. Dazu wurde von einer Gruppe junger Flüchtlinge ein orientalischer Gruppentanz aufgeführt, bei dem schließlich auch deutsche Besucher mittanzten. Den Abschluss der musikalischen Darbietungen bildete das Lied „Ein bisschen Frieden“, gesungen von der neunjährigen Leen Mohamed. Das Lied drückte den großen Wunsch aller Menschen aus.

Kulinarisch wurden die Besucher mit Gebäck und mit Hühnchen mit Reis von mehreren Flüchtlingsfrauen versorgt. Den ganzen Abend über kam es zu vielen Gesprächen zwischen Deutschen und Flüchtlingen – eben zu den gewünschten „Begegnungen“.

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