Begabte junge Musiker ausgezeichnet

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Jan-Peter Höhn (9), Gero Land (12), Annika (11) und Erik Schulte (9) (v.l.n.r.). ▪

KIERSPE ▪ Nachdem die letzten Töne des „Ragtime Dance“ von Scott Joplin am Sonntagmorgen in der Aula der Musikhochschule Münster verklungen waren, galt es für den zwölfjährigen Gero Land, die elfjährige Annika Schule, ihren neunjährigen Bruder Erik und den neunjährigen Jan-Peter Höhn erst einmal abzuwarten. Bevor sie ihr Ergebnis beim Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ am Abend erfuhren, musste sich das Klarinettenquartett zunächst noch vier Mitgliedern der hochkarätigen Jury zum Bewertungsgespräch stellen.

Mit dem „Allegro non troppo“ aus der Sonate in F-Dur von Georg Friedrich Händel, der „Introduction“ aus Reedability von Colin Cowles und dem „Ragtime Dance“ von Scott Joplin hatte Musiklehrerin Birgit Franz drei technisch anspruchsvolle Stücke ausgewählt, die das Quartett gekonnt zu Gehör brachte. Schnelle Läufe, häufige Melodiewechsel, lautes, aber gefühlvolles Spiel, bildeten die Schwierigkeiten, die die jungen Musiker bei ihrem großen Auftritt zu meistern hatten. Mit ihrem ersten Preis beim Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ im Januar in Werdohl sicherte sich das begabte Quartett seine Fahrkarte zum Landeswettbewerb.

Um sich an das Musizieren vor Publikum zu gewöhnen, gab es im Vorfeld bereits diverse Auftritte der jungen Klarinettisten. Dennoch war die Aufregung groß. „Ich hatte kurz vor unserem Vorspiel ziemliches Lampenfieber“, berichtete Annika. „Beim Üben habe ich manchmal die Wiederholung vergessen oder es hat an manchen Stellen gequietscht“, erinnert sie sich an ihre Erfahrungen während der halbjährigen intensiven Vorbereitungszeit.

Über einen so langen Zeitraum am Ball zu bleiben, ist allen vier Kindern nicht leicht gefallen. Immer wieder mussten Freizeitaktivitäten zurückstehen. Neben dem täglichen Üben zuhause, trafen sie sich in den vergangenen Wochen noch dreimal wöchentlich, um Muskulatur, Atmung und Fingerfertigkeit kontinuierlich zu trainieren. „Das Üben hat auch Spaß gemacht“, sind sich im Nachhinein alle einig. Beim gemeinsamen Musizieren haben sie gelernt, aufeinander zu hören. „Es ist toll, was man zusammen schaffen kann“, bringt Annika die Highlights begeistert auf den Punkt.

Ohne die engagierte Unterstützung ihrer Eltern wäre die Teilnahme nicht möglich gewesen. Allesamt selbst Musiker, haben sie ihre Kinder intensiv begleitet und während des Auftritts mit ihnen gefiebert. Ganz klar, dass sie beim Bewertungsgespräch mit den Musikhochschuldozenten dabei waren. Die bescheinigten dem begabten Quartett, dass sie die technisch schwierigen Stücke bravourös gemeistert und ein insgesamt harmonisches Bild abgegeben hätten. Explizit erwähnt wurde auch die hervorragende Vorbereitung durch Birgit und Emil Franz sowie die engagierte Begleitung durch ihre Töchter Elisabeth und Katharina. Auf ihren zweiten Preis mit 21 Punkten ist das junge Quartett sehr stolz.

Ausruhen wollen sie sich aber nicht auf ihren Lorbeeren. Bereits am 1. Mai erhalten sie in der Düsseldorfer Tonhalle ihre Siegerurkunden von Kulturministerin Ute Schäfer und geben anschließend gemeinsam mit den anderen Preisträgern ein Konzert. Außerdem steht am 17. Mai der Empfang bei Landrat Thomas Gemke im Lüdenscheider Kreishaus an und einige musikalische Auftritte werden mit Sicherheit folgen. ▪ Martina Haski

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