Bauverein kämpft gegen die Leerstände

Der Vorstand und der Aufsichtsrat des Bauvereins blieben unverändert: (v.l.) Aufsichtsratsmitglieder Hermann Reyher, Martin Gebhardt und Marie-Luise Linde, Vorstandsmitglieder Marc Voswinkel und Johann Halbfas sowie Geschäftsführer Stefan Kriegeskotte.

KIERSPE ▪ Mehr als zehn Prozent der Wohnungen des Bauvereins stehen leer. Das sind Verluste bei den Einnahmen, die auf die Rendite drücken.

Hermann Reyher, Mitglied des Aufsichtsrats des Bauvereins Kierspe, malte am Mittwoch auf der Mitgliederversammlung kein positives Bild vom vergangenen Geschäftsjahr. In Vertretung des Aufsichtsratsvorsitzenden Dirk Backmann begrüßte Reyher die zahlreich erschienenen Mitglieder. Der Wohnungsbestand müsse durch Instandhaltung und Modernisierung interessant gehalten werden, dies aber mit Augenmaß, führte er weiter aus. Der Wohnungsleerstand sei ein Problem der meisten Wohnungsgenossenschaften. Im vergangenen Jahr sei hinzugekommen, dass in Kierspe und Meinerzhagen viele Arbeitsplätze verloren gegangen und damit auch viele Familien weggezogen seien. Erst wenn wieder neue Arbeitsplätze geschaffen würden, werde sich auch die Lage auf dem Wohnungsmarkt bessern. „Wir müssen uns bemühen, die Wohnungen attraktiv zu halten“, so Reyher. Das geschehe durch Investitionen in Energiesparmaßnahmen mit Mitteln des Bundes, wie beispielsweise am Felderhof.

„Im vergangenen Jahr wurden keine Veräußerungen getätigt“, sagte Vorstandsmitglied Johann Halbfas bei der Vorstellung seines Berichtes. Es stünden aber an der Gartenstraße und an der Berliner Straße/Waldenburger Weg Kaufgrundstücke zur Verfügung. Weitere unbebaute Grundstücke an der Bachstraße, im Gelände „Trimpenstück“ und auf dem Gelände „Königsberger Straße“ befänden sich noch im Anlagevermögen des Bauvereins.

Die Fremdkosten für die Instandhaltungen haben sich gegenüber dem Vorjahr (470 500 Euro) um 197 100 Euro verringert. Sie beliefen sich also auf 273 400 Euro. Verwaltet werden vom Bauverein 83 eigene Mietshäuser mit 477 Wohnungen, 155 Garagen und ein Büro, in dem sich die Geschäftsstelle befindet.

Außerdem verwaltete der Bauverein im vergangenen Jahr für Dritte insgesamt sechs Mietshäuser mit 56 Wohnungen, die Awo-Sozialstation, den Awo-Kindergarten und vier Garagen. Im diesem Jahr sind bereits verschiedene Einzelmodernisierungsmaßnahmen vorgenommen worden. In den kommenden Jahren sind umfassende energetische Sanierungsmaßnahmen an der Berliner Straße 4 und Breslauer Straße 2 vorgesehen, die zur energetischen Modernisierung beitragen sollen: Die Erneuerung des Daches mit Dämmung der obersten Geschossdecke, Einbau einer Kellerdeckendämmung, Austausch sämtlicher Fenster, Erneuerung der Fassade mit Wärmedämmung und der Einbau einer neuen Heizungsanlage. Des Weiteren sollen die vorhandenen Balkonloggien abgerissen und durch großzügigere Anbaubalkone ersetzt werden. Das Treppenhaus soll renoviert werden und die bisher noch nicht sanierten Bäder und Küchenfliesenbänder sollen ebenfalls erneuert werden. Zudem ist die Installation einer Gegensprechanlage vorgesehen. Die Gesamtinvestitionen inklusive der Nebenkosten betragen für die Berliner Straße 4 343 000 Euro und 430 000 Euro für die Breslauer Straße 2.

Diese Maßnahmen werden durch zinsgünstige KfW-Mittel sowie durch Eigenkapitalanteile, die durch den Verkauf von Baugrundstücken und einer Doppelhaushälfte erzielt wurden, finanziert. Anschließend werden die Objekte Königsberger Straße 2/4 und 8/10, sowie Breslauer Straße 4, 6 und 8 in Angriff genommen. Eine Übersicht über die Gewinn- und Verlustrechnung gab anschließend Marc Voswinkel, nebenamtliches Vorstandsmitglied, der Versammlung. Bereits vor einigen Jahren wurde beschlossen, dass bis 2019 keine Dividenden ausgeschüttet werden. Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden dann die Mitglieder Dirk Backmann (in Abwesenheit) und Marie-Luise Linde ebenso einstimmig wiedergewählt.

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