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Neuer Funkmast sorgt nicht nur für Begeisterung

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Von: Detlef Ruthmann

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Funkmast Vollme nahe Eiskeller der Deutschen Telekom
Ein Wassereinbruch in die Baugrube führte zum Stopp der Fundamentarbeiten, da die Pumpen die Wassermenge nicht mehr schafften. Der Bauherr, die Deutsche Funkturm, geht davon aus, den Masten im kommenden Jahr errichten zu können. © Ruthmann, Det

Die Nutzer von Smartphones werden es begrüßen, wenn der Empfang des Funknetzes im Volmetal verbessert wird. Dagegen sehen einige Anwohner von Vollme es eher mit Argwohn, wenn sozusagen vor ihrer Haustür ein 40 Meter hoher Funkmast entstehen wird.

Kierspe - Denn sie befürchten durch dieses Bauwerk, das von der Deutschen Telekom zwischen Eiskeller und Volmebach errichtet wird, eine Wertminderung ihres Hauses, meinte ein besorgter Bürger gegenüber der MZ. Die Genehmigung (siehe Info-Kasten) dafür hat das Kreisbauamt erteilt, weil es sich um ein privilegiertes Bauvorhaben handelt. Denn der Funkmast dient der öffentlichen Kommunikation. So ist mit den Bauarbeiten vor wenigen Monaten begonnen worden.

Allerdings hat Wassereinbruch in die Baugrube zu einem vorübergehenden Stopp geführt. „Die starken Regenfälle und das angestiegene Wasser der Volme waren zu viel für die Pumpe vor Ort“, erklärt Benedikt Albers, Pressesprecher der Deutsche Funkturm GmbH, „wir untersuchen nun gemeinsam mit einem Bodengutachter die Lage“.

Wann es mit den Fundament- und anderen Arbeiten weitergehen kann, stehe aktuell noch nicht fest. „Wir gehen aber davon aus, dass wir den Mast im Laufe des nächsten Jahres aufstellen können“, erklärt der Pressesprecher. Mit diesem Funkmasten – der im Auftrag der Deutschen Telekom AG gebaut wird – soll das bestehende LTE-Funknetz ausgebaut werden.

Funkmast Vollme nahe Eiskeller der Deutschen Telekom
Mit den Fundamentarbeiten war bereits begonnen worden. Auch der große Bewährungskorb ist dafür schon hergestellt worden, der nun auf seine Weiterverarbeitung wartet. © Ruthmann, Det

Es handelt sich um einen 40 Meter hohen Schleuderbetonmasten mit zwei Antennenplattformen, mit dem das LTE-Netz in erster Linie der Telekom ergänzt wird. „Wir planen in Kierspe einen modernen und zukunftsfähigen Mobilfunkstandort“, erklärt Benedikt Albers. Der Mobilfunkstandort werde auch allen anderen Mobilfunkanbietern angeboten, sodass keine zusätzlichen Masten errichtet werden müssten. Der Mast sei natürlich auch geeignet, um zukünftig 5G-Dienste senden zu können.

Möglicherweise werde der schnelle Mobilfunkstandard aber bei einem weiteren Masten direkt zum Einsatz kommen. Dieser Funkmast soll rund zwei Kilometer flussabwärts nahe der Bollwerkstraße errichtet werden. „Da befinden wir uns aber in einem sehr frühen Stadium“, verdeutlicht Albers, dass man gerade bei der Standortsicherung sei.

Weiterer Mast in Bollwerk

Standortsicherung bedeutet nicht nur, dass erforderliche Flächen für 15 Jahre plus Option gepachtet werden, sondern ebenso technische Voraussetzungen (Stromversorgung) und Umweltbelange abgeklärt werden. Entsprechende Flächen können sowohl von einer Kommune als auch von privater Seite zur Verfügung gestellt werden. In Kierspe handelt es sich um private Flächen.

Von diesen verschiedenen Rahmenbedingungen hänge auch die Höhe der Kosten für den Bau eines Funkmastens ab, durchschnittlich lägen diese bei 200 000 Euro. Wann mit dem Bau eines Funkmastens im Bereich Bollwerk begonnen wird, konnte der Pressesprecher noch nicht sagen. Er geht jedoch davon aus, dass der zwischen Eiskeller und Volmebach im Laufe des kommenden Jahres errichtet wird.

Privilegiertes Bauvorhaben

Bei dem Vorhaben, einen 40 Meter hohen Funkmasten zu errichten, handelt es um ein privilegiertes Bauvorhaben im Außenbereich, da dieser Sonderbau der öffentlichen Kommunikation dient. Der entsprechende Antrag wurde nach Paragraf 35 Baugesetzbuch im Februar dieses Jahres vom Märkischen Kreis als Bauaufsichtsbehörde genehmigt. Beteiligt und um Stellungnahme gebeten wurden bei diesem Verfahren nicht nur die Stadt Kierspe — die ihr Einverständnis erteilt hat – sondern ebenso die Planungs- und die Naturschutzbehörde, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Immissionsschutzbehörde und die Deutsche Bahn.

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