Baugebiete Östlich Rathaus erhalten kein „Weiter so“ von Pro Kierspe

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Der Vorstand der Wählergemeinschaft Pro Kierspe wurde komplett wiedergewählt. ▪

KIERSPE ▪ Zum „Bergfest“, wie Vorsitzender Peter Christian Schröder es bei der Jahreshauptversammlung der Wählergemeinschaft Pro Kierspe am Montagabend im Rathaus nach zweieinhalb Jahren Ratsarbeit formulierte, zog er eine positive Bilanz: „Wir haben einiges erreicht und die Allparteienkoalition aufgebrochen.“

Die vielen einstimmigen Beschlüsse, wie sie früher an der Tagesordnung gewesen seien, gebe es nicht mehr. Allerdings deutete der Pro Kierspe-Chef an, dass sich auch die Wählergemeinschaft entwickelt und mittlerweile in die politische Arbeit integriert habe: „Wir machen keine Fundamental-Opposition.“

Dabei würden die Themen jedoch nach wie vor sehr kritisch hinterfragt wie geschehen beim Ausschuss für interkommunale Zusammenarbeit, der eigentlich gar kein Ausschuss sei, oder beim Verfahren zur Dichtheitsprüfung der Kanalhausanschlüsse, wo es letztlich zu einer Resolution gekommen sei.

Wesentliches Ziel sei weiterhin, das Herstellen von Transparenz politischer Zusammenhänge für die Bürger. Dazu beigetragen habe das von Pro Kierspe angeregte Ratsinformationssystem, das es mittlerweile gebe, sowie die WLAN-Versorgung im Rathaus, die eventuell später, so dachte Schröder schon wieder ein Stück in die Zukunft, erweiterbar wäre auf einen Hot Spot.

„Wir haben ebenfalls versucht mehr Transparenz in die Aufsichtsräte und ähnlichen Gremien hineinzukriegen und Themen soweit wie möglich öffentlich behandeln zu lassen, was dann aber nicht gemacht wurde. Dagegen haben wir im dritten Anlauf die Einwohnerfragestunde auch in den Ausschüssen erreicht“, stellte der Vorsitzende Positives und Negatives an dieser Stelle gegenüber. Steter Tropfen habe den Stein gehöhlt. Schröder: „Die Kiersper Piraten sind wir“, konstatierte er mit einer Anspielung auf die derzeit boomende Piratenpartei. Wobei: inhaltlich grenzt sich die Wählergemeinschaft entschieden von dieser ab.

Auch der erste Bürgerhaushalt sei auf eine Anregung von Pro Kierspe zurückgegangen. Nicht durchsetzen konnte man sich dann wieder bei der Initiative, bei neuen öffentlichen Gebäuden vor Ort Barrierefreiheit verbindlich vorzuschreiben. Beim bereits auf den Weg gebrachten Freizeit- und Spielcenter am Wildenkuhlen sei es gelungen, den nötigen öffentlichen Druck aufzubauen, so dass diese dann doch glücklicherweise verhindert werden konnte.

Erwähnung fanden im Jahresbericht von Peter Christian Schröder natürlich auch die Initiative gegen den beschlossenen Kahlschlag der Kastanienallee, die nicht zuletzt daraus erwachsenen Bestrebungen für die Berufung eines Umweltbeauftragten und, als dies von der Mehrheit dann abgelehnt worden war, die Schaffung der Internetseite Umweltschanhollen.de, auf der alle Bürger nun alternativ die Aufgabe des Umweltbeauftragten selbst wahrnehmen können.

Als Erfolg der engagierten Arbeit wertete der Pro Kierspe-Chef, dass die Gruppierung sich inzwischen deutlich wegbewegt habe von ihrem anfänglichen „Schmuddelkinder-Image“, wie er es nannte, hin zu einer etablierten Partei und Ratsfraktion. Die anfangs massive Kritik von vielen Seiten habe sich mittlerweile versachlicht bis auf ganz wenige einzelne Einzelpersonen.

Beim Kassenbericht von Michaela Otto zeigte sich, dass die Mitgliedsbeiträge und Spenden die Haupteinnahmequellen sind. Dabei machte diese eine insgesamt schöne positive finanzielle Entwicklung deutlich. Sie und der gesamte Vorstand wurden entlastet. Bei den anstehenden Neuwahlen gab es folgendes Ergebnis: Vorsitzender wurde wieder Peter Christian Schröder, sein Stellvertreter Martin Schlüchting, Schatzmeisterin Michaela Otto, Schriftführerin Claudia Maiwurm sowie Beisitzer Lothar Otto und Vera Maiwurm.

Schröder gab zum Schluss noch einen Ausblick auf die als nächstes anstehenden Themen: So sei auf die Pro Kierspe-Initiative hin eine Resolution gegen den Pakt Deutsche Einheit in Vorbereitung, der Kierspe in den vergangenen zwei Jahrzehnten rund neun Millionen Euro gekostet hat.

Außerdem will die Wählergemeinschaft Front machen gegen den Lausebergaufstieg mit der Nordumgehung, wofür sich fast alle anderen Parteien klar ausgesprochen und nur die Grünen sich noch nicht geoutet hätten. „Wir reden in dem Zusammenhang dann auch von den Baugebieten Östlich Rathaus 2 und 3“, warnte Schröder an dieser Stelle. Dabei prognostizierte er in den nächsten Jahren einen eklatanten Wohnungsleerstand, so dass dafür überhaupt kein Bedarf bestehe. „Ein Weiter so gibt es mit uns daher in diesem Punkt nicht“, er klärte er.

Auch für die Nordumgehung sieht die Wählergemeinschaft keinerlei Bedarf: Mit der B 229 ab Halver und dann der B 54 ab Brügge steht aus ihrer Sicht die Umleitung für den Schwerlastverkehr eindeutig fest. Hierfür müsse nur die Straße im Bereich der zu niedrigen Eisenbahnunterquerung bei Haus Rhade um einige Zentimeter abgesenkt werden, was für wenig Geld zu machen sei, während es bei der Nordumgehung um eine Investition von 20 Millionen Euro gehe.

Ein weiteres Thema, das Pro Kierspe demnächst angehen will, ist die Verschönerung des Eisenbahnviaduktes am Tannenbaum. ▪ Rolf Haase

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