Bauernvorsitzender sieht gute Chancen für Landwirte

Heinz Wennekamp, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsvereins in Kierspe, sieht für seine Berufskollegen gute Chancen, weiter vom Aufschwung zu profitieren.

Kierspe - Der globalisierte Markt fragt immer stärker nach landwirtschaftlichen Produkten aus Deutschland – das bekommen auch die milcherzeugenden Betriebe in Kierspe zu spüren. „Wir mobilisieren alle Reserven, um mehr Milch an die Molkereien liefern zu können“, meint Heinz Wennekamp, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes in Kierspe.

Man versuche zurzeit die letzten schlechten Jahre auszugleichen. Zudem sieht er dem Wegfall der Milchquote positiv entgegen.

Gerade in Asien und in den Staaten in Osteuropa ist die Nachfrage nach Milchprodukten aus Europa und vor allem aus Deutschland in den letzten Jahren rasant gestiegen. 2013 wurden alleine in der Europäischen Union rund 150 Millionen Tonnen Milch produziert – 50 Prozent davon gingen in den Export. Diesen Aufschwung erfahren auch die rund 25 Voll- oder Nebenerwerbsbetriebe in Kierspe. „Der Milchpreis ist auskömmlich. Die Landwirte können damit gut wirtschaften“, sagt Heinz Wennekamp, der als Vorsitzender des Ortsverbandes insgesamt 125 Mitglieder vertritt.

Milchpreis liege aktuell auf einem guten Niveau

Mit durchschnittlich 39 Cent pro Liter liegt der aktuelle Milchpreis auf einem guten Niveau. Der 60-jährige Kiersper Landwirt erinnert sich noch gut an „katastrophale Jahre“, wie etwa 2009, als der Preis bei nur 20 Cent lag und die Kosten für die Landwirte enorm hoch waren. Deshalb versuche man nun möglichst viel zu prodzieren, um von der guten Marktlage profitieren zu können und die Kostensteigerung für Futter und Energie von rund zwei Cent pro Jahr auszugleichen. Zwar mussten viele Betriebe wegen der schlechten Ernte im letzten Jahr teilweise Futter hinzukaufen oder Eiweißprodukte verfüttern, was die Kostenschraube weiter nach oben drehte. Doch dies sei zurzeit kein großes Problem, meint der Bauernvorsitzende, da der „Weltmarkt Durst auf deutsche Milch“ habe.

Milchquote wird nächstes Jahr ersatzlos gestrichen

Ende März nächsten Jahres wird die Europäische Union die Milchquote ersatzlos streichen, die seit 1984 zur Steuerung der Produktionsmenge und Vermeidung von „Milchseen“ und „Butterbergen“ wie in den 1970er Jahren, eingeführt wurde. „Ich bin froh, dass die Quote ersatzlos wegfällt“, sagt Heinz Wennekamp, „Die Kaufkraft, etwa in China, steigt enorm an, und auch das Vertrauen in deutsche Produkte wächst immer weiter.“ Der Weltmarkt wachse jedes Jahr um rund drei Prozent, um die Bedürfnisse der Menschen zu decken.

Der Landwirt, der nun seit zwei Jahren zusammen mit seinem Sohn Nico den Betrieb in Höhlen betreibt, sieht große Chancen, dass deutsche Bauern – auch in Kierspe – von diesem Aufwärtstrend weiter profitieren werden. Alleine für 2014 rechnen laut Heinz Wennekamp Experten damit, dass in Deutschland über 30 Millionen Tonnen Milch produziert werden. „Es werden sicherlich auch wieder schlechtere Jahre kommen, in denen mit Preiseinbrüchen zu rechnen ist. Zudem bleibt der deutsche Markt wegen des demografischen Wandels und dem anhaltenden Preiskampf der Lebensmitteldiskounter weiter schwierig. Wenn es aber keine großen Störungen auf dem Weltmarkt, etwa durch Handelssanktionen und ein damit verbundendes Überangebot gibt, dann werden wir unsere Produkte auch los“, prognostiziert der Ortsverbandschef. - von Martin Meyer

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