Neue Akzente im Ausschuss setzen

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Dieter Grafe hat im Kreistag den Vorsitz des Ausschusses „Bauen und Straßen“ übernommen.

Kierspe - „Mir hat mal ein Bürgermeister gesagt, dass die Kreistagsmitglieder aus der eigenen Kommune, wenn sie zur Sitzung nach Lüdenscheid fahren, vergessen haben, wo sie herkommen. Das darf nicht sein. Auch im Kreistag muss man die Interessen der eigenen Stadt im Auge behalten“, so Dieter Grafe, der für die UWG in dem Gremium sitzt – und dies jetzt, in seiner zweiten Wahlperiode, nicht mehr nur als Mitglied sondern als Ausschussvorsitzender.

Von Johannes Becker

Als klar wurde, dass CDU und SPD die Ausschussbesetzungen noch vor den Ferien klären wollten, hatten UWG, FDP und Linke eine sogenannte Zählverbindung gegründet und damit Zugriff auf den Ausschuss „Bauen und Straßen“ bekommen, zu dessen Vorsitzenden die Parteien beziehungsweise Wählergemeinschaften einstimmig Dieter Grafe wählten. „Nach meiner Meinung ist das der interessanteste und einer der wichtigsten Ausschüsse im Kreistag“, erklärt Grafe, dem die Freude über die neue Aufgabe anzusehen ist. Doch er weiß auch, dass er nur wenig gegen die mächtige CDU, die mit der SPD im Kreis koaliert, ausrichten kann. „Der Vorteil des Vorsitzes ist, dass ich Themen auf die Tagesordnung setzen lassen kann, die ich für relevant halte“, so Grafe, der im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung ankündigt, das Feuerwehr- und Rettungsdienstzentrum dort noch einmal behandeln zu lassen. „Wenn man dieses Zentrum in Iserlohn errichtet, dann ist das für den Südkreis alles andere als gut. Solch ein Gebäude muss zentral errichtet werden, damit auch Feuerwehren aus dem Südkreis nicht stundenlang anfahren müssen. Denn was nützt ein neues Zentrum, wenn kein Wehrmann dort hinfahren möchte? Dann ist es sinnlos, wenn man in Iserlohn das alte Gebäude der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale mitnutzen kann.“

Ein weiteres Thema sieht er in der Sanierung der Kreisstraßen. Als Beispiele nennt er die Sanierung der K 25 vor einigen Jahren und die jetzt geplante neue Oberfläche für die K 3 in Mühlenschmidthausen. „Auf der K 25 fanden sich nur wenige Risse und auch die K 3 macht nicht den Eindruck, als müsse sie dringend saniert werden. Es ist wohl keinem Bürger zu verkaufen, dass er über Kreisstraßen im Bestzustand fährt, um dann auf kommunale Straßen, die sich in einem katastrophalen Zustand befinden, abzubiegen. Denn auch die Kreisstraßen müssen von den Kommunen bezahlt werden. Kierspe ist da an jeder Straße des Märkischen mit vier Prozent beteiligt. Das klingt wenig, kann aber schnell mehr Geld sein, als Kierspe für die eigenen Straßen ausgeben kann“, erklärt der UWG-Politiker.

Außerdem kündigt Grafe an, nicht nur ein Auge auf die Mittelverwendung bei den Straßen zu haben, sondern auch auf die Sicherheit achten zu wollen – vor allem auf die von Fußgängern.

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