Stützmauer bald fertiggestellt

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Der erste Teil des Ausweichgleises ist erstellt: Züge aus Meinerzhagen und Brügge kommen so in Kiersper aneinander vorbei. Das zweite Gleis beginnt kurz hinter dem Bahnübergang zum Volme-Freizeitpark (links hinten), zu sehen ist auch ein Stück der Straße Windfuhr (rechts hinten).

Kierspe - Die erste Weiche und ein Stück des Ausweichgleises ist eingebaut, die Stützmauer geht ihrer Vollendung entgegen und auch der Mittelbahnsteig des Kiersper Bahnhofs ist teilweise schon betoniert.

Nico Cramer, Projektleiter der DB Netz AG, und Andreas Eilert, Leiter des Ingenieurbüros PTB, das zuständig ist für die Überwachung der Baumaßnahmen, sind daher zuversichtlich, dass die Arbeiten an der Volmetalstrecke sowie am Bahnhof Kierspe und am Haltepunkt Oberbrügge rechtzeitig zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember dieses Jahres fertig werden.

„Nur Schnee kann zu Verzögerungen führen“, meint Eilert. Gleichzeitig weisen er und Cramer auf zwei noch ausstehende umfangreiche Arbeiten hin: Zum Schluss müssen Kabel gezogen werden vom Stellwerk in Brügge (ESTW-Z) bis zum ESTW-A, einer Modulanlage, in Meinerzhagen, damit alles, vom Warnlicht am Bahnübergang bis zum Signal und den Weichen gesteuert werden kann.

Die Bohrungen für die Stützmauer gehen allmählich ihrem Ende entgegen: Insgesamt werden 460 Bohrpfähle die Gleistrasse sichern.

Eine durchaus komplizierte Aufgabe, da 2000 Meter lange Kabel verwendet werden, die am Stück verlegt werden müssen. Was auch bedeutet, dass die Kabelkanäle vorab verlegt sein müssen. Die andere große Aufgabe: Alle Arbeiten müssen geprüft werden. Die verschiedenen Prüfungen dauerten bis zu vier oder fünf Wochen, wissen die beiden.

Während die einen Prüfungen schon durchgeführt würden, werde an anderer Stelle noch gearbeitet. Dann wird aber die fast 356 Meter lange und bis zu 12 Meter tiefe Stützmauer, mit der die Bahntrasse zum Volme-Bach abgesichert wird, fertig sein. Dafür wurden und werden 460 große Löcher im Versatz gebohrt, mit Bewährung versehen und mit Beton gefüllt. Die Bohrpfähle zum Volmeufer erhalten wasserdurchlässigen Beton.

Diese mächtigen Betonpfähle erhalten zusätzlich Verankerungen, eine Art dicke Seile, die in einem 40-Grad-Winkel in den Boden gebohrt und verpresst werden, um ein Abkippen der Stützwand zu verhindern. Dabei gehen gehen diese Ankerborhungen bis zu einer Tiefe von mehr als 20 Meter in den Boden. Abschließend erhält die Stützmauer sogenannte Kopfbalken, also eine Art Abdeckung. Voraussichtlich Ende kommender Woche werden die wesentlichen Arbeiten an der Stützmauer abgeschlossen sein, so dass dann nicht nur der Mittelbahnsteig betoniert und mit Fertigelementen weiter gebaut werden kann.

Nico Cramer zeigt, wo der Zugang zum Bahnsteig (hinter dem Bagger) sein wird.

Auch der Weiterbau des Gleises 2 sowie der Einbau der zweiten Weiche sind dann möglich. Das erste Teilstück dieses zweiten Gleises, das man vom Fußwegübergang am Volme-Freizeitpark sehen kann, sei noch vier Zentimeter zu tief. Doch die Schienen werden durch das Verdichten des Schotters, das noch zweimal durchgeführt wird, angehoben. „Das geht millimetergenau“, weiß Andreas Eilert. Vor der Verkabelung sind dann noch die Signale zu errichten, drei Ein- und Ausfahrsignale und vier Vorsignale.

Schließlich ist noch die 75 Zentimeter hohe Schallschutzmauer, die den Lärm der Räder der Eisenbahn schluckt, zu errichten. Dies geschieht mit H-Profilen und Fertigelementen, welche direkt neben den Bahnschwellen in den Boden eingebracht werden. Die Schallschutz beginnt am Bahnhof und 340 Meter in Richtung Meinerzhagen. Während der Zugang zum Mittelbahnsteig des Kreuzungsbahnhofs Kierspe technisch nicht gesichert werden muss – die Züge müssen auf jeden Fall stets anhalten – sieht dies bei den Bahnübergängen, wie bereits berichtet, anders aus.

Ein Teil des Bahnsteigs ist betoniert und „eingetütet“ (Regenschutz), dahinter sind die Enden der Stützmauer-Verankerungen zu sehen.

Dort werden Lichtzeichenanlagen – auch auf der Bundesstraße 54 – und teils Schranken installiert. Am Übergang Herlinghauserweg gibt es keine Schranken, dafür zusätzlich einen Signalton, der mittels Lautsprecher als eine Art Glockenton vor dem herannahenden Zug warnen wird. Da auch an den Bahnübergängen wie am Bahnhof die Verkabelung noch aussteht, werden Verkehrsteilnehmer weiterhin mit Behinderungen auf der B 54 durch Ampelanlagen und einspuriger Verkehrsführung leben müssen.

Einzig den Bahnübergang Haus Rhade wird man, außer vorbereitenden Maßnahmen, erst im kommenden Jahr in Angriff nehmen, da die Genehmigung dafür erst sehr spät eingetroffen sei. Auf jeden Fall werde sich das Bild am Bahnhof Kierspe in den kommenden Wochen weiter deutlich verändern, wissen Cramer und Eilert. Und irgendwann im Dezember – noch vor dem Fahrplanwechsel – wird ein Zug mehrfache Probefahrten auf der Strecke zwischen Meinerzhagen und Brügge durchführen – um zu überprüfen, ob auch alle Einrichtungen auf Bahnhof, Haltepunkt und an den Bahnübergängen einwandfrei funktionieren.

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