Keine Maßnahmen geplant

Keine konkreten Planungen für Barrierefreiheit an Bushaltestellen

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An der Haltestelle „Klingelhöfer“ muss hinsichtlich der Barrierefreiheit augenscheinlich nichts weiter gemacht werden. Es fehlt eigentlich nur, wie an vielen anderen Stellen, das elektronische Fahrgastinformationssystem.

Kierspe - Die vollständige Barrierefreiheit der insgesamt 44 Bushaltestellen in Kierspe hat man in der Verwaltung auf dem Schirm und beim Bauhof stets im Auge. Doch konkrete Maßnahmen sind für dieses Jahr nicht geplant.

Bis zum 1. Januar 2022 soll nach dem Personenbeförderungsgesetz die Barrierefreiheit der Haltestellendes Öffentlichen Personennahverkehrs hergestellt sein. Das bedeutet die Einrichtung eines taktilen Leitsystems – geriffelte Steine weisen Sehbehinderten und Blinden den Weg – Buskapsteine für einen ebenerdigen Einstieg, den Niederflurbusse gewährleisten, und der Tausch von Betonwartehäuschen in beispielsweise Glas.

Dass man auch in Kierspe auf dem Weg ist zur Haltestellen-Barrierefreiheit, bestätigte unlängst der Pressesprecher der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG), Jochen Sulies: „Keine Kommune im Märkischen Kreis hat das Thema Barrierefreiheit verschlafen.“

An der Bushaltestelle Sparkasse an der Kölner Straße fehlt auf jeden Fall noch das taktile Leitsystem.

Die MVG selbst setze zur Beförderung ihrer Fahrgäste seit etlichen Jahren ausschließlich Niederflurbusse ein, die an einer entsprechend ausgebauten Haltestelle einen ebenerdigen Einstieg ermöglichen. „Kreisweit fahren wir rund 2300 Haltestellen an“, sagt Jochen Sulies – 44 davon in Kierspe, von denen schon ein großer Teil barrierefrei ist, wie beispielsweise die Haltestellen am ZOB oder einige an der Friedrich-Ebert-Straße.

Während es in Kierspe nur noch ein oder zwei Betonbuswartehäuschen gibt – die noch ausgetauscht werden sollen – wurde das taktile Leitsystem in der Vergangenheit gleich miteingebaut, wenn Gehwege saniert wurden. Schwierig sei es allerdings mit der Errichtung eines elektronischen Fahrgastinformationssystems, wie es am Busbahnhof besteht, erklärt Beigeordneter Olaf Stelse auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung.

Schließlich müsse man ja Zugriff (per Datenleitung) auf diese elektronischen Info-Tafeln habe. Voraussichtlich im Frühjahr oder Frühsommer werde das Thema auf den Tisch kommen, so Stelse weiter, damit in den Haushalt für 2020 entsprechende Mittel eingestellt werden können.

Darüber hinaus müssten notwendige Maßnahmen konkretisiert werden, um entsprechende Fördermittel beantragen und erhalten zu können. Denn der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe bezuschusst Baumaßnahmen mit bis zu 90 Prozent. Letztlich ist aber nicht geklärt, wie weit die Zuwegung zu einer Bushaltestelle mit in die absolute Barrierefreiheit eingezogen werden muss oder soll, was natürlich Einfluss auf die Höhe der Kosten hat.

Paragraf 8 PBefG

Der Nahverkehrsplan hat die Belange der in ihrer Mobilität oder sensorisch eingeschränkten Menschen mit dem Ziel zu berücksichtigen, für die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs bis zum 1. Januar 2022 eine vollständige Barrierefreiheit zu erreichen. Die in Satz 3 genannte Frist gilt nicht, sofern in dem Nahverkehrsplan Ausnahmen konkret benannt und begründet werden.

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