Bald ohne Pfarrer

+
Gemeindepfarrer Martin Ahlhaus (zweiter von links) informierte die Mitglieder des Presbyteriums. ▪

RÖNSAHL ▪ Bereits im Oktober wird Martin Ahlhaus eine neue Stelle antreten und seine Pfarrstelle in Rönsahl aufgeben. Das Presbyterium der kleinen Kirchengemeinde will sich für den Erhalt der Pfarrstelle einsetzen und somit für deren Neubesetzung. Dazu soll es in Kürze Gespräche mit dem Superintendenten geben.

Schreck in der Abendstunde für die Mitglieder des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde in Rönsahl. Bei der für Dienstagabend anberaumten Sitzung des Leitungsgremiums der Gemeinde informierte Pfarrer Martin Ahlhaus die anwesenden Gemeindevertreter über seine bevorstehende berufliche Veränderung.

Voraussichtlich mit Wirkung ab Mitte Oktober dieses Jahres wird Ahlhaus als Pfarrer für den Regionaldienst des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen tätig sein, hier einen völlig anderen Aufgabenbereich als bisher übernehmen, und zu diesem Zeitpunkt das Amt des Pfarrers in der evangelischen Kirchengemeinde in Rönsahl niederlegen.

Wie es dazu weiter hieß, hatte sich Martin Ahlhaus im Mai dieses Jahres auf eine entsprechende Ausschreibung um diese Stelle beworben und am Dienstagmorgen die Nachricht erhalten, dass seine Bewerbung Erfolg hatte.

Hintergrund dieser für Insider nicht völlig überraschend kommenden Entwicklung ist die Tatsache, dass Martin Ahlhaus mit Übernahme seines neuen Wirkungskreises eine Dienststelle im Rahmen der Evangelischen Landeskirche von Westfalen übernehmen wird, die einen 100-prozentigen Dienstumfang beinhaltet, das heißt, die berufliche Existenz des Pfarrers und seiner Familie entsprechend längerfristig absichert.

Eben das war auf der bisherigen Basis – die Pfarrstelle in der kleinen Rönsahler Gemeinde war lediglich mit 50 Prozent Dienstanteil geführt worden, während die andere Hälfte der Dienstzeit auf ein weites Aufgabenfeld in der Diakonie entfiel – nicht mehr längerfristig sicher gestellt. Und dies vor dem Hintergrund in erheblichem Maße weg gebrochener Finanzierungsmöglichkeiten, was in einer entsprechenden Gemeindeversammlung vor einigen Wochen offen gelegt wurde.

Die kleine evangelische Kirchengemeinde in Rönsahl, so die erste Stellungnahme der von dieser Entwicklung gleichermaßen überraschten Presbyteriumsmitglieder, muss und wird versuchen, aus der Situation das Beste zu machen und in der verbleibenden Zeit gemeinsam mit ihrem Pfarrer und der Kirchenleitung nach praktikablen Lösungsvorschlägen suchen mit dem Ziel, die seit Einführung der Reformation in Rönsahl vor 450 Jahren bestehende Pfarrstelle auf jeden Fall zu erhalten.

In schon bald stattfindenden Gesprächen mit dem Superintendenten will man die Modalitäten für eine Wiederbesetzung der Rönsahler Pfarrstelle ausloten.

Verbunden mit tiefer Dankbarkeit für das für Dorf und Gemeinde segensreiche Wirken von Pfarrer Martin Ahlhaus, der während seiner nunmehr 25-jährigen Tätigkeit als Gemeindepfarrer vieles angestoßen und als Motor für ein lebendiges Gemeindeleben gestanden hat, gelte es, den Blick nach vorn zu richten und in veränderten Bedingungen auch die Chance zu einem kraftvollen Neuanfang zu sehen, so das erste Resümee des Presbyteriums.

Die gute Nachricht: Familie Ahlhaus wird auch weiterhin in ihrem erst vor wenigen Jahren neu gebauten Haus in Rönsahl wohnen und der Kirchengemeinde nach Kräften verbunden bleiben.

Rainer Crummenerl

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare