Bakelitmuseum im Alten Amtshaus wiedereröffnet

+
Peter Heins, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins, führte zur Wiedereröffnung des Bakelitmuseums die Gäste in Kleingruppen durch die Ausstellung und erläuterte die Exponate.

Kierspe - Glück im Unglück, eine gute Versicherung und viel Eigenarbeit waren die Voraussetzungen, dass der Heimatverein am Samstagvormittag das Bakelitmuseum mit einer Feierstunde wiedereröffnen konnte.

Die Resonanz war groß, bei der Begrüßung durch Silvia Baukloh, Vorsitzende des Heimatvereins, und ihren Stellvertreter Peter Heins im Fritz-Linde-Zimmer mussten etliche Gäste vom Flur aus zuhören, weil der Platz nicht ausreichte.

18 Monate nach dem Brand

Ziemlich genau 18 Monate nach dem Brand im Alten Amtshaus ist damit auch der letzte Bereich wieder voll funktionsfähig. Die Volkshochschule hatte bereits Ende August wieder ihre alten Räume bezogen, kurz darauf war die Familie, die ebenfalls fast ein Jahr mit Provisorien vorlieb nehmen musste, wieder in ihre Wohnung gezogen. Das Stadtarchiv war noch am wenigsten betroffen gewesen. Hier waren es vor allem Wasserschäden, die dafür gesorgt hatten, dass zwei Räume renoviert werden mussten. Zur Wiedereröffnung des Museums waren auch diese beiden Bereiche für zugänglich und die Mitarbeiter standen für Gespräche zur Verfügung.

Löscharbeiten und Brand im Video

Ein Prunkstück im neueröffneten Museum ist der Röntgenapparat aus der Praxis von Dr. Wernscheid.

Peter Heins hatte ein selbstgedrehtes Video mitgebracht, das den Brand und die Löscharbeiten zeigte; mit Wehrleiter Georg Würth war die Feuerwehr auch bei der Feierstunde präsent. „Schöner als vorher“ sei das Museum, war die einhellige Meinung von Gästen und Aktiven des Heimatvereins.

Holzfußboden aufgearbeitet

So war zum Beispiel im Rahmen der Renovierung der Holzfußboden im Fritz-Linde-Zimmer aufgearbeitet worden, der vorher unter einem PVC-Boden versteckt war. Den alten, blauen Anstrich, der bei der Gelegenheit auch zum Vorschein kam, wollte aber wohl niemand mehr haben. Lediglich eine Stelle beließ man im Original, um einen Eindruck von der früheren Farbgebung zu vermitteln.

Wiedereröffnung des Bakelitmuseums

In Kleingruppen führten Peter Heins und Ulrich Finke die Gäste durch die Räume des Museums und erläuterten die hohe Bedeutung, die Bakelit früher für Kierspe gehabt hatte. In den 1930er Jahren standen über 450 Pressen in 36 Kiersper Betrieben, die den Werkstoff formten. Das Volmetal entwickelte sich in dieser Zeit zu einem „Kompetenzzentrum der Metall- und Elektroindustrie“, so jedenfalls formuliert es der Flyer des Heimatvereins.

Vom Staubsauger bis zum Armaturenbrett

Das Fritz-Linde-Zimmer war zur Feierstunde komplett gefüllt.

Zahlreiche Gegenstände aus Bakelit, vom Handstaubsauger über die Strickmaschine bis zum Armaturenbrett für den Autohersteller DKW haben die Mitglieder des Heimatvereins in Regalen und Vitrinen ausgestellt.

Bakelit besonders hitzebeständig

Bakelit ist besonders hitzebeständig, sogar Feuerwehrhelme waren in früheren Zeiten aus diesem Material. Ein weiterer Vorzug, die Resistenz gegen Säuren und Laugen, erwies sich allerdings für die ebenfalls ausgestellte Bakelit-Urne als Nachteil. Weil sie praktisch „unverrottbar“ war, musste sie aus dem Verkehr gezogen werden. - bnt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare