Interfraktionelle Runde trägt Resolution mit

Bahnpreise nicht nachvollziehbar

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Mit einer Resolution wollen Oliver Busch (links) und Armin Jung und wohl auch alle anderen Kiersper Ratsfraktionen erreichen, dass die derzeit nicht nachvollziehbaren unterschiedlichen Preise für teilweise gleiche Strecken angeglichen, harmonisiert werden.

Kierspe - „Der Rat der Stadt Kierspe äußert sein Unverständnis über die Preisgestaltung entlang der RB 25 und fordert alle entsprechenden Gremien zu einer Harmonisierung der Preise entlang der Strecke auf.“

Mit einer Resolution des Stadtrats wollen die Fraktionen von SPD und FDP erreichen, dass für Zugfahrten zwischen Kierspe und dem erweiterten VRS-Netz – neben Meinerzhagen gehören auch die Nachbargemeinden Marienheide und Wipperfürth dazu – der Gemeinschaftstarif des Verkehrsverbund Rhein-Sieg gilt. Die Idee dafür stammt zwar von Armin Jung (FDP) und Oliver Busch (SPD), doch sie wurde in einer interfraktionellen Runde vor- und letztlich von allen anderen Fraktionen mitgetragen.

In der Begründung dieser Resolution wird vorgerechnet, dass nach der Inbetriebnahme des Kiersper Bahnhofs die Kreisstädte Gummersbach sowie Lüdenscheid und Hagen nur noch zwei beziehungsweise drei Bahnstationen entfernt, in 22 (Gummersbach), 26 (Lüdenscheid) und 47 Minuten (Hagen) erreichbar seien.

„Dies ist ein attraktives Angebot für die Kiersperinnen und Kiersper. Verwirrend hingegen ist die Preisgestaltung“, drücken es Busch und Jung noch vorsichtig aus. Denn für die 22 Minuten nach Gummersbach müsste derzeit ein Erwachsener 9 Euro und für die vier Minuten längere Tour nach Lüdenscheid 4,10 Euro zahlen, haben die beiden Ratsmitglieder herausgefunden. Und weiter: Das Ticket nach Hagen koste 10,30 Euro (46 Minuten-Fahrt). „Diese Preissystematik ist nicht nachzuvollziehen“, lautet das vernichtende Urteil in der Resolution.

Doch es werde, wie die beiden weiter aufzeigen, noch skurriler: Die Zugfahrt von Kierspe nach Meinerzhagen koste 3,30 Euro (vier Minuten) und von dort weiter nach Gummersbach 2,70 Euro (17 Minuten) – das ergebe eine Ersparnis auf gleicher Strecke von 33 Prozent. Die Zugfahrt von Kierspe nach Köln dauere nach Fahrplan 101 Minuten und ein Ticket für die Strecke koste dann 22,70 Euro. Steige man jedoch im fünf Kilometer entfernten Meinerzhagen ein, bezahle man für die Fahrkarte nur noch 10,70 Euro, satte 12 Euro weniger.

Selbst, wenn man den Ticketpreis für die Fahrt von Kierspe nach Meinerzhagen (3,30 Euro) hinzurechne, würde sich ein Preisunterschied von mehr als 60 Prozent ergeben. „Dies ist alles unlogisch und nicht nachvollziehbar“, lautet die klare Aussage der beiden Ratsherren. Nicht berücksichtigt seien dabei die Möglichkeiten von Zeit-, Mehrfahrten- und Aktionsfahrkarten.

„Hierdurch entsteht Unsicherheit und Misstrauen bei den (möglichen) Bahnkunden.“ Zudem werde die Attraktivität des Kiersper Bahnhofs geschmälert, da der Aufwand, mit dem Auto nach Meinerzhagen zu fahren und dort in den Zug zu steigen, nicht sehr groß sei. Letztlich setze eine Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs, so argumentieren Oliver Busch und Armin Jung abschließend, eine Akzeptanz der Bevölkerung voraus.

Dafür seien aber Nachvollziehbarkeit und Transparenz die Grundvoraussetzungen. Dies sei hier nicht gegeben, daher sollen die Verkehrsverbünde durch eine andere Preissystematik dafür sorgen. Darauf zielt die Resolution ab, die in der kommenden Ratssitzung verabschiedet werden soll.

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