Baggereinsatz an der Höhle führt nicht zum Erfolg

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Vier bis fünf Meter tief wurde an der Felswand ausgehoben. ▪

KIERSPE ▪ Vier bis fünf Meter tief wurde auf eine Länge von rund 20 Metern ausgehoben – doch stieß die Schaufel des großen Kettenbaggers immer nur auf den gewachsenen Fels der mächtigen Wand, die sich bis weit in den Untergrund fortzusetzen scheint. Der erhoffte Haupteingang zum Hülloch 1, wie der zuerst gefundene Zugang zur Höhle genannt wird, wurde noch nicht entdeckt.

„Vielleicht hätten wir etwas mehr vorne weitermachen müssen“, meinten übereinstimmend Bernhard Kriesten von der Bauunternehmung Kriesten, der sich am Freitag und am Samstag selbst an die Steuerknüppel des schweren Arbeitsgerätes setzte, sowie Grundstückseigentümer Peter Feltens. Doch dafür reichten die aufgrund der Hoffnungen eines Teils der Höhlenforscher von der Speläogruppe Sauerland nochmals durch die Bezirksregierung Arnsberg bewilligten Landes- und EU-Finanzmittel nicht aus.

Die Interpretation der historischen Karten ließ nach Überzeugung einiger Forscher die Annahme zu, dass Lage und Richtung des Höhlenverlaufs den Haupteingang der Höhle weiter vorne an der Felswand vermuten lassen könnten. Leider konnte das durch die Grabung bislang aber nicht bestätigt werden.

Jetzt sollen erst einmal am kommenden Samstag die Grabungen im Hülloch 2, zu dem der geschaffene Tunnel führt, weitergehen. Außerdem soll der bisher schon gefundene Nebeneingang zu Hülloch 1 freigelegt und besser zugänglich gemacht werden. Nach wie vor gilt die Suche der 80 Meter langen großen Halle. Es war gehofft worden, vielleicht über den vermuteten Haupteingang von Hülloch 1 zu dieser vorstoßen zu können. Doch geht der Vorsitzende der Speläogruppe, Wolfgang Hänisch, davon aus, dass die Bemühungen im Hülloch 2 an der richtigen Stelle ansetzen und die Entdeckung der Halle nicht mehr fern ist. Er plädiert daher dafür, die Anstrengungen an dieser Stelle zu konzentrieren und zeigt sich da ziemlich optimistisch.

Außerdem ist es naheliegend, dass irgendwann auch eine Verbindung zwischen Hülloch 2 und 1 gefunden wird und zudem noch tiefer in das unter dem Arneymassiv vermutete ausgedehnte Höhlensystem vorgedrungen werden kann. Bisher sind immerhin bereits 300 Meter der Höhle erkundet. Für die neuerliche Grabung am Samstag werden weitere Helfer benötigt, die sich bei Interesse einfach um 10 Uhr am Hülloch einfinden können.

Inzwischen laufen parallel die Vorbereitungen für das erste Schanhollenfest, für das die Heerstraße am Sonntag, 24. Juli, gesperrt werden soll. Dort sollen dann verschiedene Stände und Buden aufgebaut werden und auch für Musik mit der Band Blue-Brassers aus Oberschwaben und weitere Attraktionen und Aufführungen ist gesorgt. „Wir haben die Naturbühne jetzt fertiggestellt und einen zweiten Rettungsweg angelegt“, informiert Feltens dazu. So steht größeren Veranstaltungen in der neuen Sparkassen-Naturbühne am Hülloch nichts mehr im Wege. Feltens hat grüne Schilder herstellen lassen, mit denen der Fluchtweg und ebenfalls die Eingänge von Hülloch 1 und 2 gekennzeichnet werden sollen. Auch die am der Felswand gegenüberliegenden Hang entlang führende Zuschauerstufe ist angelegt.

Nun müssen bloß noch die Spuren der letzten Grabung beseitigt und der Platz befestigt werden. Dann kann das Schanhollenfest kommen, bei dem auch die Forscher der Speläogruppe anwesend sein werden und Führungen in die Höhle anbieten. ▪ rh

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