Badeverbot

KIERSPE ▪ Trotz der anhaltenden Niederschläge der letzten Wochen haben sich die trockenen und sonnigen Frühjahrsmonate nicht nur auf die Wassermengen in den Wupperverbands-Talsperren ausgewirkt, sondern auch auf die vermehrte Bildung von Blaualgen. Diese kommen natürlicher Weise im Gewässer vor, führen jedoch bei Massenentwicklungen zu Problemen.

An der Lingesetalsperre ist das Blaualgenvorkommen an der Badestelle „Linge“ so hoch, dass das Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises ein Badeverbot erteilt hat. An den übrigen Badestellen der Lingese-Talsperre wurden keine Blaualgen beobachtet, so dass dort weiterhin gebadet werden kann.

Sowohl in der Lingesetalsperre wie auch in der Wuppertalsperre ist aufgrund der Trockenheit in den Monaten März bis Mai und der wasserrechtlichen geforderten Wasserabgabe an die Wupper die Wassermenge bereits deutlich gesunken. Aktuell ist die Wupper-Talsperre zu rund 28 Prozent (7,2 Millionen Kubikmeter) und die Lingese-Talsperre zu 61 Prozent (1,63 Millionen Kubikmeter) gefüllt. Der geringe Stauinhalt und sommerliche Temperaturen haben dazu beigetragen, dass sich in diesen beiden Talsperren Blaualgen entwickelt haben.

Blaualgen sind Bakterien, die in unterschiedlichen Formen vorkommen, so unter anderem als Fäden oder als Kolonien. Je nach Windrichtung können sie sich in Gewässerbereichen oder Buchten ansammeln. Dort sind sie durch ihre blau-grüne Färbung deutlich zu erkennen. Sie beeinträchtigen außerdem die Sichttiefe.

Bei hohen Konzentrationen der Blaualgen können bei Menschen unter anderem Symptome wie allergische Reaktionen, Hautreizungen oder Ohrenschmerzen, bei Verschlucken Übelkeit, Durchfall und Erbrechen auftreten. Besonders Kleinkinder und sehr empfindliche Menschen sollten den Kontakt mit Blaualgen vermeiden.

Ein Badeverbot an der Wupper-Talsperre aufgrund von Blaualgen gibt es derzeit nicht, da die Talsperre kein offizielles Badegewässer nach EG-Richtlinie ist. Hier ist das Baden nicht erlaubt, es wird lediglich geduldet.

Der Wupperverband möchte vorsorglich Badegäste darauf hinweisen, nicht dort ins Wasser zu gehen, wo sich Blaualgen vermehrt angesammelt haben.

Das Limnologische Labor des Wupperverbandes und das Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises werden die Entwicklung der Blaualgen in den Talsperren weiter beobachten.

Grundsätzlich wird den Badegästen allerdings empfohlen, aufmerksam zu sein, da die Blaualgen von Wellen- und Windbewegungen schnell verdriftet werden können und sich ihr Auftreten somit schon in recht kurzer Zeit verändern kann.

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