Nationalspielerin zu Besuch

Technomusik und roter Teppich für Lira Bajramaj

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Nationalspielerin Lira Bajramaj wurde gestern von Backhaus-Chef Manfred Gante durch das Kiersper Unternehmen geführt. ▪

KIERSPE ▪ Vor dem Haupteingang der Firma Kunststofftechnik Backhaus im Gewerbegebiet Wildenkuhlen lag ein roter Teppich, innen im Eingangsbereich des Verwaltungsgebäudes erklang hämmernde Technomusik und zahlreiche Mädchen, alle um die 16 Jahre alt, scharten sich um das kalte Buffet, das extra für sie aufgebaut war.

Von Rolf Haase

Backhaus-Chef Manfred Gante begrüßte am Sonntagmorgen die U17-Zweitvertretung seines Vereins FC-Finnentrop und ganz besonders Nationalspielerin Lira Bajramaj vom 1. FFC Frankfurt.

Anschließend kam es zu einer Betriebsbesichtigung. Bajramaj, die im Rahmen eines Mädchenfußballwochenendes als Stargast in Finnentrop zu Gast, folgte gerne der Einladung von Gante nach Kierspe, denn dieser ist nicht nur Sponsor des Fußballvereins, sondern auch dessen zweiter Vorsitzender. Die Nationalspielerin ist jetzt wieder öfter in der Öffentlichkeit zu sehen und besuchte so vor einem Monat den DFB-Hallenpokal in Magdeburg, wo sie die Spiele ihrer Mannschaft ansah. Beim Training und bei den Spielen fehlt sie allerdings nach wie vor, denn die 24-jährige arbeitet nach einer schweren Verletzung intensiv an ihrer vollständigen Genesung. Im September hatten sie sich beim Spiel gegen Potsdam einen Kreuzbandriss zugezogen.

Wie Bajramaj am Rand der Backhaus-Besichtigung im MZ-Gespräch berichtete, besteht ihr Tagesablauf derzeit von Montag bis Samstag täglich aus sieben Stunden Rehasport. Die Prognosen ihrer Ärzte und Fitnesstrainer sehen aber ganz gut aus. Mittlerweile kann sie sogar schon wieder joggen. Auch Passspiel und Schießen übt sie bereits. „Mein Ziel ist es, zur Europameisterschaft im Juli in Schweden wieder dabei zu sein und die Chancen stehen gut“, erklärte die Mittelfeldspielerin und Torjägerin, die sich freut, dass auch Bundestrainerin Silvia Neid voll hinter ihr steht.

Lira Bajramaj heißt eigentlich Fatmire und ist kosovo-albanischer Herkunft. Sie wuchs in Remscheid auf. Fußball spielte sie zunächst beim VfL Giesenkirchen und dann von 1997 bis 2004 beim FSC Mönchengladbach. Anschließend folgte der 1. FFC Turbine Potsdam und seit 2011 ist der Frauenfußballstar nun in Frankfurt.

2003 debütierte Lira Bajramaj erstmals in der U15-Nationalmannschaft und kam 2005 mit dieser ins Halbfinale der Europameisterschaft. Ihre größten sportlichen Erfolge in den Reihen der deutschen Auswahl waren 2006 die U19-Europameisterschaft, 2007 wurde sie Weltmeisterin, 2008 gewann sie bei den Olympischen Spielen mit ihrem Team die Bronzemedaille und 2009 wurde sie erneut Europameisterin. Mit Potsdam feierte sie 2010 und 2011 die Deutsche Meisterschaft. Bajrumaj wurde 2011 zudem zur Fußballerin des Jahres gewählt.

Manfred Gante führte die Nationalspielerin und die B-Jugendlichen durch seinen Betrieb, zeigte ihnen die Maschinen und die Produkte und stellte die verschiedenen Lehrberufe auch für Mädchen im Haus vor, ob als Kunststoffformgeberin, Mechatronikerin, Fachkraft Lagerlogistik oder im kaufmännischen Bereich.

Den Kontakt zu der Spitzenfußballerin knüpfte der FC Finnentrop über den eigenen Jugendtrainer Mentor Bujupaj, der der Kusin von Lira Bajramai ist, sowie über deren Kusine Mimoza Bujupaj, die in der Damenfußballmannschaft des FC in der Landesliga spielt. Finnentrop besitzt einen starken Frauenfußball, darunter allein drei Jugendmannschaften.

An diesem Wochenende fanden zwei Mädchenfußballturniere statt, am Samstag ein D-Jugend-Turnier um den Backhaus-Cup, bei dem Affeln sich im Endspiel mit 1:0 Toren gegen Lüdenscheid durchsetzte, und kam es noch zu einem B-Jugend-Turnier.

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