Awo-Sozialstation könnte selbst gut Hilfe brauchen

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Der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins der Awo-Sozialstation, Klaus Krämer, wirbt für Unterstützung der Station durch Mitgliedschaft im Förderverein. ▪

KIERSPE ▪ Von den Patienten werden die Mitarbeiter der Awo-Sozialstation liebevoll als „weiße Engel“ bezeichnet, denn sie helfen alten, kranken und behinderten Menschen, die allein sonst nicht klarkommen würden. Einigen ist dabei sogar durchaus bewusst, wie problematisch es für sie zuhause wäre, wenn es dieses Team aus examinierten Mitarbeitern nicht geben würde. An 365 Tagen im Jahr ist es zur Stelle und sucht die Hilfebedürftigen am Wohnort auf.

Geleistet wird das komplette Programm an häuslicher Grundpflege sowie außerdem sämtliche Behandlungspflegen wie Verbände, Blutzucker- und Blutdruckkontrolle, Katheterpflege, Injektionen, Medikamentengabe, Wundmentoring bei akuten und chronischen Wunden sowie Decubitus.

In Ergänzung des ambulanten pflegerischen Angebots gibt es noch den Mobilen sozialen Hilfsdienst, der sich zum Ziel gesetzt hat, hilfsbedürftigen Menschen durch die Übernahme von Aufgaben wie Begleitung, Fahrdienste zu Arzt und Apotheke, Wohnungsreinigung, Einkaufen und andere Arbeiten im Haushalt den Wunsch nach weitgehender Selbstständigkeit zu erfüllen.

Der Förderverein der Awo-Sozialstation mit der Bundestagsabgeordneten Petra Crone als Vorsitzender und Klaus Krämer als ihrem Stellvertreter sichert diese wichtige Arbeit durch sein Engagement neben dem städtischen Zuschuss zusätzlich wirtschaftlich ab. Unter anderem koordiniert er die Vermietung der Werbeflächen auf den Einsatzfahrzeugen. Neben Spendengeldern sind eine Einnahmequelle die Beiträge. Wichtig wäre es für die finanzielle Unterstützung der Awo-Sozialstation natürlich, wenn die Zahl der Mitglieder, die aktuell bei rund 40 liegt, weiter gesteigert werden könnte. Dieses Ziel umzusetzen, hat sich jetzt Klaus Krämer, der lange Vorsitzender des städtischen Sozialausschusses war, vorgenommen. „Ich strebe an, daraus am Ende möglichst 100 Mitglieder zu machen“, kündigt er an. Seine Aktionen zur Mitgliederwerbung will er auf dem Hühnerfest am Samstag, 30. Juni, rund um das Seniorenzentrum am Haunerbusch starten. „Dann werde ich mit den vor einigen Jahren aufgelegten Flyern herumgehen und Bürger ansprechen“, kündigt er an und hofft, dass sich viele von ihm überzeugen lassen, etwas zum Erhalt der Sozialstation für Kierspe beizutragen. „Wenn es die Sozialstation nicht gäbe, wer sollte dann die Arbeit machen?“, wirft er die Frage auf. Natürlich gäbe es inzwischen private Pflegedienste, doch seien diese schon etwas anderes. Stehe dahinter doch immer das Geschäftsinteresse, während bei einer gemeinnützigen Organisation wie der Arbeiterwohlfahrt besonders das soziale Engagement im Fokus sei. Nach seiner Überzeugung ist die Pflege der Menschen bei der Awo in den besten Händen. Und genau das hofft er rüberbringen zu können.

Aktuell werden zwischen 85 und 90 Menschen in Kierspe und Umgebung betreut. Als die Sozialstation, damals zunächst noch als Sozial- und Diakoniestation getragen von der Awo wie von der evangelischen Kirche, 1981 ihre Arbeit aufnahm, befanden sich 35 bis 40 Menschen in der Obhut des Teams, das zu dem Zeitpunkt aus drei Pflege- und zwei Verwaltungskräften bestand. Die Schwestern legten bereits damals täglich rund 100 Kilometer zurück, um zu ihren Patienten zu gelangen. Ab 1983 wurden dann auch die beiden früheren städtischen Gemeindeschwestern offiziell in den Awo-Dienst übernommen. Darauf gründete sich auch der städtische Zuschuss an die Sozialstation.

Bürger, die die wichtige Arbeit der Awo-Sozialstation unterstützen wollen, können ganz einfach Mitglied im Förderverein werden. Nähere Auskünfte sind bei der Sozialstation unter der Telefonnummer (02359) 6274 erhältlich. Dort kann natürlich auch Hilfe angefordert werden. ▪ rh

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