Autoreifen und Abfälle sind im Osterfeuer tabu

Das große Osterfeuer in der Kleingartenanlage an der Thingslindestraße findet auch in diesem Jahr statt. - Archivfoto

Kierspe - Ein jahrhundertealter Brauch darf natürlich auch in diesem Jahr zu Ostern nicht außer Acht gelassen werden. Am Karsamstag werden im Kiersper Stadtgebiet wieder zahlreiche Osterfeuer brennen. Noch halten sich die Anmeldungen allerdings in Grenzen.

Das Ordnungsamt der Stadtverwaltung weist darauf hin, dass die Osterfeuer bis spätestens zum 22. März angemeldet werden müssen. Wie in jedem Jahr machen die städtischen Mitarbeiter zudem auf die Bestimmungen aufmerksam, die im Rahmen eines Osterfeuers unbedingt zu beachten sind. „Osterfeuer haben nicht das Verbrennen von Abfällen zum Ziel, sondern dienen der Brauchtumspflege“, sagt Dajana Wermeckes, die sich bei der Stadt um die Anmeldungen kümmert.

Gemäß des Landesimmissionsschutzgesetzes sei das Verbrennen von Gegenständen im Freien untersagt, soweit die Nachbarschaft oder die Allgemeinheit gefährdet oder belästigt wird – als Ausnahme gilt einmal im Jahr das Osterfeuer als Brauchtum.

Bedingung für die Genehmigung eines Osterfeuers ist laut Ordnungsamt eine „für Jedermann zugängliche öffentliche Veranstaltung, die von einer Ortsgemeinschaft, Glaubensgemeinschaft, Organisation oder einem Vereins durchgeführt wird.“

Die Stadtverwaltung weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass ausschließlich pflanzliche Rückstände, wie unbehandeltes Holz, Baum- und Strauchschnitt sowie weitere Pflanzenreste verbrannt werden dürfen. Autoreifen, ausgediente Möbelstücke oder andere beseitigungswürdige Gegenstände hätten auf den Osterfeuern nichts zu suchen. Zudem gelten folgende Sicherheitsabstände: 100 Meter zu Wohnhäusern, 25 Meter zu sonstigen baulichen Anlagen, 50 Meter zu öffentlichen Verkehrsflächen, 100 Meter zu Wäldern und 10 Meter zu befestigten Wirtschaftswegen.

Die Einhaltung dieser Vorschriften wird von den Mitarbeitern des Ordnungsamtes wenige Tage vor Entzündung des Feuers persönlich kontrolliert. Die Kontrolle umfasst zum einen, was auf den Haufen geschichtet wurde und zum anderen, ob nochmal umgeschichtet werden muss. Denn Kleintiere und Vögel nutzen, sofern die Ansammlungen für das Osterfeuer schon länger liegen, die aufgeschichteten Sträucher gern als Unterschlupf. Eine Umschichtung soll die „Untermieter“ verscheuchen und so vor dem Feuertod bewahren.

Rund 100 Feuer hat es in den vergangenen Jahren zu Ostern in Kierspe gegeben, Bisher wurden allerdings noch nicht viele angemeldet. Wer ein Osterfeuer abbrennen möchte, sollte sich mit dem Ordnungsamt der Stadt Kierspe unter der Telefonnummer 0 23 59/66 11 37 mit Dajana Wermeckes in Verbindung setzen oder eine E-Mail mit Angabe des Verbrennungsortes und der Zeit sowie eines telefonischen Ansprechpartners schreiben an: ordnungsamt@kierspe.de.

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