Deutsche Bahn prüft Bau eines provisorischen Bahnsteigs

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Das Fundament ist bereits gelegt, doch wann der endgültige Bahnsteig in Kierspe gebaut werden kann, hängt davon ab, wann das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen wird.

Kierspe - Das Fundament für den Bahnsteig in Kierspe ist bereits gegossen – mehr aber eben noch nicht. Aus diesem Grund wird dort kein Zug anhalten, wenn ab Dezember dieses Jahres Fahrgäste von Meinerzhagen nach Lüdenscheid und umgekehrt auf der Schiene fahren können. Dies dann vermutlich auch erst einmal noch im Zwei-Stundentakt. Daran ändert sich auch nichts, wenn in Kierspe ein provisorischer Bahnsteig installiert und damit ein Zu- und Aussteigen aus den Zügen ermöglicht würde.

Auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung erklärte ein Bahnsprecher: „Um Personenzughalte im Bahnhof unabhängig vom Planfeststellungsverfahren realisieren zu können, prüfen wir derzeit der Bau eines provisorischen Bahnsteigs.“ Was bedeutet, dass „die Betriebsaufnahme der Strecke Meinerzhagen-Brügge zum Fahrplan-Wechsel 2017/18 für den Schienenpersonennahverkehr sichergestellt ist“, so der Bahnsprecher weiter.

Doch das Planfeststellungsverfahren für den Bahnhof Kierspe, mit dem nicht nur ein Bahnsteig und ein Weg über das Gleis, sondern auch ein Ausweichgleis gebaut werden können, läuft erst seit März dieses Jahres – wann dieses abgeschlossen sein wird, vermochte der Bahnsprecher natürlich nicht zu sagen. An der Notwendigkeit eines Ausweichgleises führt kein Weg vorbei, denn bei Fahrten alle 60 Minuten würden sich die Züge stets in Kierspe begegnen.

Also wird nicht nur ein etwa 170 Meter langer Bahnsteig, sondern es werden auch zwei Weichen und ein 300 bis 400 Meter langes Gleis gebaut. Beides, Ausweichgleis und Bahnsteig, kann nur ab Ende des Busbahnhofs in Richtung Oberbrügge geschehen – der Funkmast der Deutschen Bundesbahn, der noch nicht allzu lange dort steht, verhindert einen früheren Beginn der Ausweich- beziehungsweise Begegnungsstrecke und damit auch des Bahnsteigs, der zwischen den beiden Gleisen liegen wird.

Aus heutiger Sicht ist der Standort des DB-Funkmastes nicht ideal, denn er verhindert einen früheren Beginn des Bahnsteigs und des Ausweichgleises.

Was durch das bereits errichtete Bahnsteig-Fundament bestätigt wird. Ob dieses Fundament auch für einen provisorischen Bahnsteig genutzt werden kann, ist noch unklar. Im Übrigen ist ein direktes Überqueren eines beziehungsweise der Gleise in diesem Fall möglich, da die Züge in eine Richtung fahren. Im Gegensatz zu Meinerzhagen, wo die Züge nach Marienheide und ebenso nach Krummenerl fahren (können). Daher musste dort eine barrierefreie Fußgängerbrücke über die Gleise gebaut werden.

Bislang bekannt ist, dass die Züge vier Minuten vor einer vollen Stunde in Meinerzhagen abfahren, zur vollen Stunde in Kierspe ankommen, 10 sowie 15 Minuten später in Oberbrügge und Brügge sein sollen, um dort Anschluss zur Regionalbahn nach Hagen zu haben, bevor sie weiter nach Lüdenscheid fahren. Umgekehrt, so die Planungen, würden die Personenzüge 15 Minuten vor der vollen Stunde in Brügge abfahren, nach 10 und 15 Minuten in Oberbrügge sowie Kierspe sein, um etwa vier Minuten nach der vollen Stunde Meinerzhagen zu erreichen.

Solange die Personenzüge aber nicht in Kierspe und in Oberbrügge – dort bestehen vergleichbare Probleme – anhalten und voraussichtlich nicht im Stundentakt fahren können, dürfte die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) ihren normalen Fahrplan aufrecht erhalten. Wenn jedoch die Züge jede Stunde und in kürzerer Zeit als die Busse nach Lüdenscheid fahren, dürfte die MVG den Fahrplan bei den Linien nach und von Kierspe ausdünnen und neu strukturieren.

Dagegen sind die anderen notwendigen Maßnahmen im Fluss: Die Signalkabelverlegung läuft (wie bereits berichtet). Das Planfeststellungsverfahren beinhaltet auch Lärmschutzmaßnahmen: Da die Züge – insbesondere die Schotterzüge von und nach Krummenerl – vor sowie in der vergleichsweise engen Kurve zwischen Windfuhr und Bahnhof bremsen müssen, führt dies natürlich zu Lärmemissionen. Dafür kann allerdings nicht eine mehrere Meter hohe Schallschutzwand errichtet werden, weil sie teilweise viel zu dicht an den Häusern stehen würde. Vielmehr geht es darum, den niedrigen Bereich „Eisenbahnrad und Gleis“ zu schalldämmen. Unabhängig davon laufen die Vorbereitungen für die Sicherungsmaßnahmen der Bahnübergänge auf Kiersper Stadtgebiet. Dabei gestalteten sich jedoch die Übergänge in Bollwerk und in Sankel als durchaus schwierig.

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