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Hobbykunst zum anfassen

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Von: Gertrud Goldbach

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Abwechslungsreiche Hobbykunst: Christel und Günter Fülle sind in diesem Jahr das letzte Mal mit ihren Holzkrippen dabei
Abwechslungsreiche Hobbykunst: Christel und Günter Fülle sind in diesem Jahr das letzte Mal mit ihren Holzkrippen dabei © Gertrud Goldbach

450 Besucherinnen und Besucher kamen alleine am Samstag zu der Hobbykünstlerausstellung. Mit so viel Zuspruch hatte das Organisationsteam um Brigitte Stöhr nicht gerechnet. Dennoch machte der Mensabereich der Kiersper Gesamtschule keinen überfüllten Eindruck, die Besucher verteilten sich auf die Stunden und den Raum.

Kierspe - Schon gleich bei der Eröffnung waren die ersten gekommen, denn wer Freund solcher Ausstellungen ist, weiß auch, dass zu Anfang die Auswahl noch am größten ist. Für Bürgermeister Olaf Stelse war es seine erste Hobbykünstlerausstellung in seiner Amtszeit, und daher ließ er es sich nicht nehmen, bei der Eröffnung dabei zu sein. Ganz besonders neugierig hatte ihn eine besondere Fertigkeit gemacht: Orimoto. „Ich muss gestehen, ich musste mich erst einmal im Internet schlaumachen und bin gleich gespannt, mir bei Frau Haas-Holzemer diese Kunst anzusehen.“ Ein großes Dankeschön mit Blumen und einem Gutschein sprachen die Aussteller Brigitte Stöhr aus, die die Veranstaltung mit viel Liebe und Arbeit auf die Beine gestellt hatte.

Ungewöhnliches und Dekoratives war bei Hans-Günther Schuster aus Willertshagen zu entdecken. Er hatte aus Holz Wollschalen gedrechselt, die auch als Blumenvasen genutzt werden können. Ein schmaler Spalt in der Schalenwand sorgt dafür, dass der Wollfaden geordnet aus der Schale kommt und das Knäuel nicht durch das Zimmer kullert. Mit Vorliebe nimmt Hans-Günther Schuster für seine Drechselarbeiten Laubholz wie Linde, Buche oder Ahorn. Aber auch alte Obsthölzer sind bei ihm zu finden.

Die Einnahmen aus dem Verkauf der von Elke Ramel genähten Kindersachen gehen komplett an ihre Patenkinder in Afrika. Hobbykünstler, Ausstellung, Kierspe
Die Einnahmen aus dem Verkauf der von Elke Ramel genähten Kindersachen gehen komplett an ihre Patenkinder in Afrika. © Gertrud Goldbach

Praktisches war bei Elke Busse zu finden, die seit 1995 auf der Ausstellung anzutreffen ist. Das Nähen ist ihre große Leidenschaft. Angefangen hatte sie 1995 mit Clowns. Inzwischen hat sie ihr Angebot geändert. Besonders gut verkauften sich bei ihr am Wochenende Küchenschürzen mit auswechselbaren Tüchern sowie Einkaufstaschen. Nur vier Stände weiter zogen die Handpuppen von Michaela Krstic die Aufmerksamkeit auf sich. Liebevoll hatte sie Frösche und Giraffen gefilzt, deren Zauber sich kaum ein Kind entziehen kann.

Für einen guten Zweck steht Elke Ramel auf der Ausstellung. Ihre Kinder sind inzwischen groß, doch das Nähen von Kindersachen fasziniert sie immer noch. Sie wird die kompletten Einnahmen der Organisation „Mitgefühl“ spenden, die drei ihrer Patenkinder in Afrika betreut. „Uns geht es so gut, da brauche ich die Einnahmen nicht für mich, das bekommen meine Patenkinder“, erklärte sie ihre Motivation.

Schmuck aus Schiefer und Grauwacke aus dem Bergischen zeigte Waldtraud Kadler an ihrem Stand.
Schmuck aus Schiefer und Grauwacke aus dem Bergischen zeigte Waldtraud Kadler an ihrem Stand. © Gertrud Goldbach

Seit 22 Jahren ist Günter Fülle aus Plettenberg mit seinen Holzkrippen dabei, voraussichtlich aber auch zum letzten Mal. 60 bis 80 Stunden braucht er für einen Krippenstall, die alle von ihm selbst entworfen und von Grund auf selbst gemacht worden sind. „Ich war schon immer ein Holzwurm“, gestand er, und ein wenig wehmütig ist er schon. Doch für ihn werden die Arbeiten langsam zu anstrengend.

Groß war die Bandbreite der Hobbykünstler auf der Ausstellung. Ob Upcycling, Quilten, Perlendrehen, Teddybären oder Schieferschmuck herstellen, es gab noch viel mehr zu entdecken. Für Essen und Getränke sorgte auch dieses Mal wieder der Schützenzug West des Kiersper Schützenvereins. Selbstgebackener Kuchen, deftiger Eintopf und belegte Brötchen hatten sie zur Auswahl.

Damit es auf der Ausstellung nicht zu ungewollten Ansteckungen mit Corona kommt, übernahm der Abiturjahrgang die Eingangskontrolle und überprüfte die Besucher, ob sie genesen, getestet oder geimpft waren.

Die Hobbykünstlerausstellung

1980 fand die erste Hobbykünstlerausstellung statt. Bis auf 2020 gab es jedes Jahr eine, immer im Wechsel zwischen Meinerzhagen und Kierspe. Die erste Ausstellung begann mit acht oder neun Ausstellern, 2021 sind es 32. Der Höchststand waren 53 Aussteller. In diesem Jahr gab es für die Organisatoren besonders viel Arbeit. Insgesamt drei Treffen bei der Stadt und beim Gesundheitsamt waren nötig. Wer bei der Ausstellung mitmachen kann, entscheidet der Vorstand mit Gudrun Roth, Sabine Schuster sowie Brigitte und Klaus Stöhr. Die Entscheidung fällt Anfang eines Jahres. Bewerbungen können an Brigitte Stöhr (Tel. 0 23 59/42 07) gerichtet werden. 

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