Ausstellung "Kunst trifft Tradition" gut besucht

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Zahlreiche Besucher freuten sich über die vom Heimatverein Kierspe im Fritz-Linde-Museum angebotene Ausstellung unter dem Titel "Kunst trifft Tradition".

Kierspe - „Kunst trifft Tradition.“ So war die Ausstellung betitelt, die am Sonntag im Fritz-Linde-Museum stattfand und trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Ferienzeit über Erwarten gut besucht war.

Zahlreiche Kiersper, aber auch Gäste aus den Nachbarstädten, waren der Einladung des Heimatvereins zum Besuch einer gewiss nicht alltäglichen Schau gefolgt, die mitten hinein führte in ein gutes Stück „Gestern“, andererseits aber auch das „Heute“ nicht außen vor ließ.

Dabei fand die gelungene Symbiose aus gestickter Handarbeitskunst, so wie sie vor 100 und mehr Jahren jungen Mädchen auch an Kiersper Schulen nahegebracht wurde, und künstlerischem Gestalten ganz anderer Art, das sich in der Umgestaltung von Bierdeckeln in kleine Kunstwerke widerspiegelt, allgemein Anerkennung. Wieder einmal war es Silvia Baukloh und Marlen Vedder sowie dem bewährten Mitarbeiterstab des Heimatvereins gelungen, mit Außergewöhnlichem Akzente in der heimischen Kulturszene zu setzen.

Reges Interesse fand dabei die erstmals in dieser Weise im musealen Kiersper Umfeld initiierte Ausstellung sogenannter Mustertücher. Anhand derer konnten junge Mädchen und Frauen in längst zurückliegenden Zeiten nachweisen, dass sie die Kunst des Stickens und Nähens, kurz die für die Führung des eigenen Haushalts unerlässliche Kunst des Umgangs mit Nadel und Faden, beherrschten. Zu „Großmutters Zeiten“ war das eine wichtige Voraussetzung für die spätere Heirat. Wie zu erfahren war, gehörte das kunstvolle Handarbeiten in den Schulen zu den wichtigen Lehrfächern, die von Lehrerinnen und Nonnen, aber ebenso auch in den Familien an die jungen Mädchen weitergegeben wurden.

Wie bedeutsam diese Mustertücher einstmals gewesen sein müssen, war an der liebevollen Gestaltung unschwer zu erkennen. Die Exponate waren mit den unterschiedlichsten Symbolen verziert. Zumeist waren die gerahmten Leinentücher mit den Groß- und Kleinbuchstaben den Alphabets bestickt.

Insgesamt rund 50 solcher Mustertücher, das älteste davon von Alwine Schriever aus dem Jahr 1843, waren zu besichtigen. Sie riefen bei manchem Betrachter die Erinnerung an längst verstorbene Vorfahren und zum großen Teil heute noch in Kierspe geläufige Familiennamen wach.

Auf Initiative der Kiersper Künstlerin Claudia Ackermann wurde 2012 eine Aktion ins Leben gerufen mit dem Ziel, einfache Bierdeckel durch künstlerische Gestaltung unterschiedlicher Art in kleine Kunstwerke zu verwandeln. Kreativität und individueller Gestaltungsmöglichkeit waren dabei kaum Grenzen gesetzt.

Wie fantasievoll so etwas vonstatten gehen kann, wurde anhand von rund 150 ganz unterschiedlich gestalteten Bierdeckel-Kreationen sichtbar. Diese stammen nicht nur von Kiersper Künstlern, sondern aus dem gesamten Bundesgebiet, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz.

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