Wermekes-Ausstellung in der Firma Pfitzner eröffnet

Günter Wermekes (links) und Peter-Wilm Pfitzner: „Wir möchten mit dieser Ausstellung deutlich machen, welche Vielfalt der Verarbeitung in solch einem profanen Material wie Stahl steckt.“

KIERSPE – Starr und filigran, klotzig und geschmeidig, grob und anschmiegsam – all das und noch vieles mehr kann Stahl sein. Wie vielgestaltig und wandlungsfähig der Werkstoff daherkommen kann, zeigte am Freitagabend die Ausstellungseröffnung der Werke des Kiersper Schmuckdesigners Günter Wermekes in einer der Produktionshallen der Firma Pfitzner an der Osemundstraße.

Firmeninhaber Peter-Wilm Pfitzner hatte einige Tonnen bewegt, um die Arm-, Finger- und Halsreifen Günter Wermekes’ gekonnt in Szene zu setzen. Doch waren die Kolosse aus Stahl nicht etwa Staffage und oder gar schmückendes Beiwerk, sondern vielmehr sinnstiftender Kontrast zu den ausgestellten Schmuckstücken.

„Wir zeigen Ihnen heute Abend Ausschnitte aus den schier unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten des Werkstoffes Stahl“, erklärte Peter-Wilm Pfitzner. Günter Wermekes’ Ausstellungsidee habe ihn spontan begeistert und zum Mitmachen motiviert.

Für Pfitzners Unterstützung bedankte sich Günter Wermekes ausdrücklich und schaffte es dann, mit wenigen Worten den zahlreich erschienenen Gästen seine Schmuckstücke und seine Skulpturen und vor allem auch das Konzept der Ausstellung näherzubringen. „Schmuck und Stahlbau – das klingt beim ersten Hören vielleicht exotisch“, bemerkte Wermekes mit einem Augenzwinkern. Doch bei genauerer Betrachtung enthülle dieses Spannungsfeld auch seine ungeheure Kraft. „Seit 37 Jahren fertige ich meinen Schmuck aus Stahl. Ich liebe dieses Material“, erklärte Wermekes. Er freue sich aus diesem Grunde sehr, seine Werke in einer Produktionshalle präsentieren zu können. Seine Freude und sein Enthusiasmus waren spürbar: „Was für ein herrliches, wunderbares Ambiente für eine Ausstellung. Hier wird Tag für Tag Stahl ehrlich verarbeitet. Das inspiriert mich – hundertmal mehr als jedes Museum.“

Auch die Skulpturen sind ein Hingucker

Inspirierend waren auch die Schmuckstücke, die Wermekes in Vitrinen und an Stahlplatten zeigte. Neben seinen Edelstahlringen mit Brillanten und der Rostkollektion standen vor allem seine neuesten Stücke im Fokus. Filigrane Halsreifen mit großen Anhängern, deren Herz jeweils ein bunter Stein bildet. „Man kann es wohl eine Premiere nennen“, wies Wermekes auf diesen Teil der Ausstellung hin.

Im Blickpunkt stand auch die Tisch-Accessoire-Linie „à table“, die Wermekes im vergangenen Jahr zum ersten Mal am Markt präsentierte. Serviettenringe, Vasen, Eierbecher – aus Edelstahl sind sie kleine Leckerbissen für die Augen eines jeden Gourmets.

Ebenfalls immer wieder ein Hingucker: die Skulpturen Günter Wermekes’. „Meine Kür, meine Spielwiese“, wie der Künstler diesen Bereich seines Schaffens nennt. Besonders eindringlich wies Wermekes auf die Skulptur hin, die er im Jahre 1988 anlässlich eines Wettbewerbs im Rahmen der Drahtmesse „Wire“ schuf. Verkehrte Welt: Zwei verrostete Stahlrohre hängen wie schwerelos an dünnen Seilen über einem großen Holzwinkel. Schweres wird leicht, Leichtes wirkt schwer. Besser und eindrücklicher lässt sich das Schaffen des Kiersper Künstlers und Designers wohl kaum zusammenfassend auf einen Nenner bringen.

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