Reiterliche Vielfalt in weihnachtlichem Ambiente

+
Bei der großen Dressurquadrille in phantasievoller winterlich-weihnachtlicher Kostümierung gelangen den Reitern anspruchsvolle Lektionen. ▪

KIERSPE ▪ Mit großen Augen und offenem Mund staunte nicht nur manch kleiner Zuschauer, als am Samstagnachmittag Schneemänner, Nikoläuse, Knechts Ruprechts, Engel wie auch goldene Sterne auf kleinen und großen oder durch Leuchteffekte in Szene gesetzte Pferde in der weihnachtlich dekorierten Reithalle kreisten.

Nachdem Vorsitzender Thomas Vollmann die vielen Besucher zur Weihnachtsfeier des Reit- und Fahrvereins Kierspe auf der Anlage in Hohenholten begrüßt hatte, eröffnete sogleich die quirlige Voltigiergruppe der Sechs- bis Elfjährigen auf Voltipferd Luca das abwechslungsreiche Programm. Unter der sachkundigen Leitung ihrer Trainerin Lisa Tenzer führten die acht „Schneemänner“ gekonnt verschiedenste Basisübungen des Voltigierens vor.

Zur anschließenden großen Dressurquadrille ritten zehn Pferde mit Rentiergeweihen an den Ohren samt ihrer Reiter, die als Nikolaus, Knecht Ruprecht, Engel, Tannenbaum oder goldene Sternchen verkleidet waren, in die Halle ein. Nach wochenlanger Vorbereitung stand den Reitern Freude und Aufregung ins Gesicht geschrieben, ihre ausgefeilte Choreographie endlich präsentieren zu dürfen. Abgestimmt auf weihnachtliche Rhythmen trabten und galoppierten sie ihre „Rentiere“ auf verschiedensten Bahnfiguren durch die Halle, teilten sich in Gruppierungen, deren Wege sich kreuzten oder bildeten Zirkelumläufe. Dabei schlugen sich auch die beiden Jüngsten im Alter von fünf und sechs Jahren tapfer, waren sie doch gefordert, mit ihren Ponys das Tempo der langbeinigen Großpferde mitzuhalten. Die winterlich-weihnachtlich kostümierte Quadrille wurde in der Folge von der großen Voltigiergruppe abgelöst. Dabei traten die sieben Mädchen gemäß ihrem bereits auf Turnieren vorgestellten Thema „Dschungelbuch“ vor einer mit Palmen geschmückten Kulisse als Dschungeltiere sowie als Mogli auf. Da ihr Voltigierschimmel bisher nur Einzelturner auf seinem Rücken gewohnt ist, demonstrierten die Großen ihre anmutigen Kürübungen zu zweit wie auch zu dritt am Holzpferd. Für dieses bunte Bild wurden sie ebenso wie die anderen Vorführgruppen mit anhaltendem Applaus belohnt. Mit fünf jungen Reitschülern hatte Reitlehrerin Yvonne Mischke weiterhin einige Lektionen aus einer Schulpferdereitstunde zusammengestellt. Neben der Dressur ging es hier auch um Stangenarbeit wie das Überwinden kleinerer Hindernisse, die als Cavaletti-Kreuze aufgebaut waren, damit die Zuschauer einen Eindruck von den ersten Zugängen zum Springreiten gewannen.

Einen vollständigen Stimmungswechsel leiteten im Anschluss zwei Volitigiererinnen ein: Zu äußerst romantischer Musik präsentierten Lisa Tenzer und Lotta Reiffert in glitzernden Anzügen akrobatische Kunststücke beim Doppelvoltigieren am hölzernen Pferd, wobei ihre Umrisse durch eine speziell arrangierte Beleuchtung als Schattenspiel auf eine „Leinwand“ projiziert wurden. „War das schön“, waren denn kleine wie große Zuschauer von dieser außergewöhnlichen Darbietung überzeugt.

Ähnlich Ungewöhnliches hatten sich Hannah Tenzer und Paulin Jäger ausgedacht: In der dunklen Halle, in der einzig noch die Lichter der Weihnachtsbäume strahlten, präsentierte das ganz in schwarz gekleidete Amazonenduo eine Dressurvorstellung, bei der lediglich die Konturen ihrer Pferde zu erkennen waren. So leuchteten LED-Bänder die Pferdeumrisse von den Nüstern über den Kopf, um den Hals bis zur Kruppe hinab in den Schweif aus wie auch die Beine in Fesselhöhe. Bei diesem besinnlichen „Pas de deux“ zu ruhigen Musikklängen konnte sich das Augenmerk des Betrachters auf die Bewegung der Pferdebeine konzentrieren und damit auf den unterschiedlichen Raumgriff von Pony Flocke und Großpferd El Casa Dor.

Den Abschluss des Programms bildete das alljährlich beliebte Ponyreiten, wozu die kleinen Besucher auch wieder Schlange standen. Nun fehlte nur noch die Hauptperson der Feier. Und der Nikolaus erschien dann auch stilecht hoch zu Ross in traditionellem Gewand. Aus seinem großen Buch las er Vereinsmitgliedern zumeist Gutes zu ihrem Betragen im vergangenen Jahr vor und belohnte danach alle „braven, jungen“ Besucher mit einer weihnachtlich gefüllten Tüte. Während des zweistündigen Programms konnten sich die Gäste am Glühweinstand in der Halle bedienen oder im Reiterstübchen Selbstgebackenes wie auch Herzhaftes erstehen. Im Anschluss an den offiziellen Teil klang die Feier gemütlich im Reiterstübchen aus. ▪ est

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare