Schließung der Bibliothek soll verhindert werden

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Welchen Weg wird die Bibliothek in Kierspe nehmen? Eine Frage, die die Lokalpolitik und die Stadtverwaltung in den kommenden drei Jahren noch intensiv beschäftigen wird.

Kierspe - Die Stadtbibliothek bewegt die Menschen in Kierspe. Das gilt für die Mitglieder des Ausschusses für Schule und Kultur genauso wie für die Mitglieder des Fördervereins und die Menschen, die dort ehrenamtlich mitarbeiten möchten.

„Es haben sich – obwohl wir noch gar nicht offensiv werben – bereits vier Kiersper gemeldet, die in der Stadtbibliothek ehrenamtlich arbeiten möchten“, konnte der Beigeordnete Olaf Stelse im Kulturausschuss mitteilen. Dort war die Bibliothek am Dienstag gleich mit zwei Tagesordnungspunkten vertreten (die Meinerzhagener Zeitung berichtete). Zum einen wurde der Jahresbericht vorgestellt, zum anderen das Konzept, das einen Betrieb ab dem Jahr 2021 mit vor allem ehrenamtlich Tätigen vorsieht. So soll im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes Geld – vor allem Lohnkosten – eingespart werden, ohne das grundsätzliche Angebot aufzugeben. 

Doch so einfach wollten die Ausschussmitglieder dem nicht folgen. Zu viele Fragen waren ihnen noch ungeklärt oder unzureichend beantwortet. So wollte der UWG-Vorsitzende Clemens Wieland wissen, wie die hauptamtliche Besetzung ab 2021 aussehen soll. Denn diese hatte die Stadtverwaltung als notwendige Begleitung für die Ehrenamtlichen in dem Konzept vorgesehen. Nach den Ausführungen von Stelse soll es noch eine halbe Stelle geben. Er regte auch an, bereits jetzt die vier „Freiwilligen“, die sich gemeldet hatten, einzubinden, damit diese nicht in der Zeit bis 2021 wieder abspringen würden. 

Generell war in dem Konzept von Verträgen die Rede, in denen Rechte und Pflichten der Ehrenamtlichen geregelt werden sollten. Norbert Höhn (UWG) teilte – nach Gesprächen mit dem Förderverein – mit, dass der Verein nicht als Vertragspartner bereitstehen würde: „Ich kenne kein Ehrenamt, dem ein Vertrag zugrunde liegt. So etwas sollten wir in Kierspe auch nicht tun. Man kann Menschen, die sich freiwillig und ehrenamtlich einbringen, keine Fristen setzen.“ Der UWG-Politiker wollte auch wissen, ob es Kontakt zu Städten gebe, in denen im Bereich der Bücherei mit Ehrenamtlichen gearbeitet werde. 

Der Ausschussvorsitzende Marc Voswinkel (SPD) verwies auf Marienheide, wo sich ein Verein seit Jahren um die Bibliothek kümmere. Im Verlaufe der Sitzung kam man dann auch überein, ein Mitglied eines solchen Vereins in den Ausschuss einzuladen, um sich berichten zu lassen, wie die Arbeit aussehen kann. 

Doch damit wollte sich Höhn nicht zufriedengeben: „Das Wichtigste ist mir das Personal. Wir brauchen Spezialisten, die sich um die Bücherei kümmern. Da kann nicht einer mit einer halben Stelle tätig werden, denn der Mitarbeiter könnte krank werden und hat ja auch Urlaub. Und dann ist ganz schnell Schluss mit der Bibliotheksarbeit.“ Da stimmte auch Wieland zu und betonte: „Mit einer halben Kraft sehen wir die Qualität nicht gewährleistet.“ 

Bedenken gab es aber auch in anderen Fraktionen. So formulierte Oliver Busch (SPD): „Um die Flüchtlinge kümmert sich in Kierspe der Verein Menschen helfen, bei den Armen ist es Hand in Hand, um eine gute Ausstattung der Schulen die Fördervereine und um den Personennahverkehr der Bürgerbusverein. In Kierspe geschieht schon unglaublich viel durch Ehrenamtliche.“ Er betonte, dass die Umsetzung des Konzepts aber nicht zu einer Schließung der Bücherei führen dürfe, wenn nicht genügend Freiwillige gefunden würden: „Wir wollen keine Schließung.“ 

Nils Dietrich (FDP) erinnerte dann daran, dass man ja noch mehr als zwei Jahre Zeit habe: „Wir können ja in eineinhalb Jahren schauen, wie weit wir mit dem Anwerben von ehrenamtlich Tätigen gekommen sind. Dann sehen wir ja, ob es laufen kann.“ Dazu ergänzte Stelse, dass man im Jahr 2020 ja dann auch einmal schauen könne, wie sich die Nutzerzahlen bis dahin entwickelt hätten. Denn diese sind seit Jahren rückläufig. Das ist auch in dem Jahresbericht deutlich geworden, der den Ausschussmitgliedern an diesem Abend vorgelegt wurde.

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