Ausschuss kippt Bauvorhaben an der Feldstraße

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Enge Sache: Begegnungsverkehr auf der unteren Feldstraße.

Kierspe - Totale Ablehnung erfuhr der Bebauungsplan „Westlich Feldstraße“ am Mittwochnachmittag durch die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung.

Die topografisch grenzwertige Lage sowie die völlig ungenügende Erschließung des Geländes über die schmale und steile Feldstraße waren die Hauptgründe dafür. Damit schlossen sich die Fachausschussmitglieder aller Parteien und Gruppierungen der schon seit geraumer Zeit geäußerten Kritik der betroffenen Anlieger aus dem Bereich Feldstraße an.

In der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung fasste Ingrid Krull als Sprecherin der Anlieger die Bedenken in vier Fragekomplexen zusammen. Sie sprach die schwierige Verkehrssituation mit der teils nur einspurig befahrbaren Feldstraße samt ihrer gefährlich engen Einmündung auf die Bundesstraße 54/Volmestraße an. Sie wollte wissen, ob das Brandschutzkonzept der Stadt den möglichen Bau von 14 neuen Wohngebäuden am Hang über der Feldstraße berücksichtigt und ob die Versorgung mit Löschwasser gesichert ist.

Außerdem verwies sie auf die Ablehnung des Bauprojekts durch den Landschaftsbeirat. Zudem habe der Märkische Kreis die nicht ausreichenden Höhenfestsetzungen bei den Gebäuden im ersten Entwurf des Planes ebenso bemängelt, wie die durch die Trassierung des Geländes notwendigen großen Erdbewegungen. Schließlich erinnerte Ingrid Krull noch an die nicht ausreichende Schallschutzuntersuchung für den Bereich.

Totale Ablehnung erfuhr das Neubauprojekt „Westlich Feldstraße“ in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung. Vorn einige Ausschussmitglieder, dahinter ein Teil der Anlieger des Bereichs Feldstraße.

Peter Wegmann vom Büro Architektur, Stadtplanung und Stadtentwicklung (ASS) ging auf die Fragen ein. Der Architekt und Stadtplaner stellte dabei zugleich die nach der Bürgerbeteiligung überarbeitete Bauplanung vor. Straßen.NRW als Baulastträger habe keine Bedenken wegen der Anbindung der Feldstraße an die B 54. Auch die Größe der Baukörper sei jetzt exakt festgelegt und angepasst worden.

Im Vergleich zu anderen Baugebieten sei der Rettungsweg ausreichend. Die stärker gewordene Lärmbelastung im Tal durch Straße und Bahnstrecke habe keine entscheidenden Auswirkung auf das Neubauprojekt weiter oben am Hang. Mit seiner Darstellung vermochte er die Ausschussmitglieder nicht zu überzeugen. So sprach UWG-Mitglied Rüdiger Däumer, selbst Mitarbeiter von Straßen.NRW, von einer katastrophalen Verkehrslage in dem Bereich.

Ein entscheidendes Ausschlusskriterium für das Bauprojekt „Westlich Feldstraße“: Die gefährlich Einmündung der Feldstraße auf die vielbefahrene Volmestraße.

„Wir hätten diesen Aufstellungsbeschluss nie fassen dürfen. Aktuell lehne ich diese Vorlage komplett ab“, pflichtet ihm Horst Becker (CDU) bei. Viele weitere Ausschussmitglieder äußerten sich ähnlich. Der von der Verwaltung vorgeschlagene Offenlegungsbeschluss des Bebauungsplanes wurde folglich einstimmig abgelehnt. Auch die damit verbundene Änderung des Flächennutzungsplanes, die eine Umwandlung der bisherigen landwirtschaftlichen Nutzfläche in eine Wohnbaufläche vorsah, fiel komplett durch.

Angesichts dieser klaren Ablehnung ist es sehr wahrscheinlich, dass auch der Stadtrat während seiner Sitzung am kommenden Dienstag dem Neubaugebiet „westlich Feldstraße“ endgültig eine Absage erteilt.

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