Barrierefreiheit: Kiersper Politiker sollen sensibilisiert werden

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An zahlreichen Stellen im Stadtgebiet haben Menschen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, Probleme beim Vorwärtskommen. So eine „schlimme Ecke“ ist auch die Bordsteinkante an der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/Haunerbusch.

Kierspe - „Schlimme Ecken“ für Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren gibt es viele. Mit der Barrierefreiheit ist es in Kierspe nicht weit her, davon sind Peter Christian Schröder (FWG) und Ralf Ullrich (SPD) sowie die Mitgliedern des Beirats des Awo-Seniorenzentrums Doris Fittig und Jürgen Grzelka überzeugt.

Ihre gemeinsame Initiative, um „etwas im Stadtgebiet zu ändern“, mache nun einen wichtigen Schritt. „Wir haben es geschafft, dass sich am kommenden Dienstag der Ausschuss für Demografie, Soziales und Familie mit diesem Thema beschäftigt“, erklärt Peter Christian Schröder, der den Ausschussvorsitzenden Clemens Wieland davon überzeugen konnte, die Barrierefreiheit in Kierspe auf die Tagesordnung zu setzen.

So werden sich die Politiker um 17 Uhr zunächst nicht im Sitzungssaal einfinden, sondern bei einer Begehung das Rathausumfeld begutachten. Die Politiker sollen, so ist es das Ziel der vier Mitstreiter, für die Probleme von Menschen mit Einschränkungen sensibilisiert werden. Doch damit soll es nicht genug sein. „Es geht uns nicht nur um das Rathaus, sondern um ganz Kierspe“, sagt Schröder.

Fachreferenten des Landes sollen eingeladen werden

Die Initiatoren Doris Fittig (von links), Ralf Ullrich (SPD), Peter Christian Schröder (FWG) und Jürgen Grzelka wollen Kierspe barrierefrei machen.

Als nächster Schritt solle unter anderem das Forum der Gesamtschule in den Fokus rücken. Die nötigen Mittel für mögliche Umbaumaßnahmen, die für ein barrierefreies Stadtgebiet aufgebracht werden müssen, sollen aus Förderungen des Landes Nordrhein-Westfalen kommen, erklärt Ralf Ullrich. „Wir versuchen diese Gelder anzuzapfen.“ Zudem wolle man die entsprechenden Fachreferenten des Landes nach Kierspe einladen, damit sie sich ein Bild machen können.

Auch Doris Fittig, die als Betroffene viel über die Probleme als Rollstuhlfahrer im Stadtgebiet erzählen kann, möchte einen Experten des Paritätischen Wohlfahrtverbandes zu dem Thema zu Rate ziehen. Weitere Unterstützung erhoffen sich die Beteiligten von der Landesbehindertenbeauftragten Elisabeth Veldhues, die Ullrich bereits in Kenntnis gesetzt hat. Mit ihr sei sogar eine Veranstaltung angedacht, bei der über die Missstände gesprochen werden soll.

Die Initiatoren betonen, dass für sie die Barrierfreiheit keine „Eintagsfliege“ sein soll. Ullrich: „Es ist ein bleibendes Thema. Es soll nicht nur am Dienstag auf der Tagesordnung stehen. Inklusion bleibt dauerhaft. Wir müssen etwas tun. Es bedeutet für uns viel Aufwand, doch wir wollen sichtbare Erfolge erzielen.“ Zudem sollen die Fäden an einer Stelle zusammenlaufen, um gezielt arbeiten zu können, ergänzt Schröder. Zu diesem Zweck soll die Stelle eines Behindertenbeauftragten beantragt werden, der als Ansprechpartner für die Betroffenen, die Stadtverwaltung und die Politiker dienen soll.

Ohne Eigenkapital können die Ziele nicht erreicht werden

„Federführend für die anstehenden Aufgaben soll der Ausschuss für Demografie, Soziales und Familie sein, da wir dort alle Anstrengungen bündeln können“, erklärt Schröder. Ganz ohne Eigenkapital und von heute auf morgen könne man diese Ziele nicht erreichen, das wissen auch die Initiatoren. Deshalb soll im kommenden Jahr der Antrag gestellt werden, dass für den städtischen Haushalt 2018 Gelder bereit gestellt werden, um zukünftige Baukosten abdecken zu können.

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